NHTSA untersucht Tesla Model 3 Notentriegelung nach Todesfällen

NHTSA untersucht Tesla Model 3 Notentriegelung nach Todesfällen

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Die US-Sicherheitsbehörden haben eine Untersuchung zu den Notentriegelungen der Türen bestimmter Tesla Model 3 Fahrzeuge eingeleitet. Anlass ist die Beschwerde eines Fahrers, der angibt, in einem brennenden Fahrzeug gefangen gewesen zu sein, da die manuelle Entriegelung schwer zu finden war. Die Untersuchung deckt rund 179.000 Fahrzeuge des Modelljahrs 2022 ab und erweitert die Prüfung von Teslas Türsystemen nach mehreren Berichten über Unfälle mit Todesfolge.

Neue Sicherheitsuntersuchung der NHTSA

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat am 23. Dezember eine Untersuchung zu den Notentriegelungen der Türen bestimmter Tesla Model 3 Fahrzeuge eingeleitet. Die Prüfung, die als "Defect Petition DP25002" geführt wird, konzentriert sich auf die Behauptung, dass die mechanische Türfreigabe "versteckt, unbeschriftet und im Notfall nicht intuitiv zu lokalisieren" sei. Diese Maßnahme erweitert die bundesweite Kontrolle der elektrischen Türgriffe von Tesla, nachdem Berichte über Verletzungen und Todesfälle im Zusammenhang mit nicht zu öffnenden Türen bekannt wurden.

Der Fall Kevin Clouse

Auslöser der Untersuchung war eine Beschwerde von Kevin Clouse, einem Tesla-Besitzer aus Georgia. Clouse berichtete von einem Vorfall im Jahr 2023, bei dem er in seinem brennenden 2022er Model 3 gefangen war. Er musste sich durch das hintere Fenster befreien, da die Türen sich nicht öffnen ließen.

Clouse gab an, den Standort der versteckten mechanischen Notentriegelung nicht gekannt zu haben, da diese nicht sichtbar beschriftet, bei der Auslieferung nicht erklärt und im Notfall nicht intuitiv zu finden sei. Er forderte eine formelle Untersuchung des Defekts.

Umfang und frühere Bedenken

Die aktuelle Untersuchung betrifft schätzungsweise 179.071 bis 180.000 Model 3 Limousinen des Modelljahrs 2022. Es ist nicht das erste Mal, dass das Model 3 unter die Lupe genommen wird. Im Jahr 2023 kam es in Tacoma, Washington, zu einem Unfall, bei dem ein Designfehler des Model 3 zu unkontrollierter Beschleunigung führte. Ein separates Problem mit dem Türgriff verhinderte, dass Umstehende einem Ehepaar helfen konnten. Wendy Dennis starb bei dem Unfall, ihr Ehemann Jeff Dennis wurde schwer verletzt.

Bloomberg berichtete diese Woche, dass es in den letzten zehn Jahren "mindestens" 15 Todesfälle bei zwölf Vorfällen gab, bei denen Insassen oder Retter die Türen eines verunfallten und in Brand geratenen Tesla nicht öffnen konnten. Die NHTSA hat im September auch eine separate Untersuchung zu potenziell defekten Türen in bestimmten Model Y SUVs eingeleitet, nachdem Berichte über Kinder vorlagen, die bei Ausfall der 12-Volt-Batterie in den Fahrzeugen eingeschlossen waren.

Designphilosophie und Sicherheitsbedenken

Teslas elektrisch betriebene Türgriffe sind ein charakteristisches Designmerkmal, das jedoch auf Strom angewiesen ist. Bei einem vollständigen Stromausfall, der nach schweren Unfällen auftreten kann, müssen Insassen oder Retter die mechanischen Notentriegelungen verwenden. Die Petition bemängelt, dass diese mechanischen Überbrückungen nicht offensichtlich genug sind. Die ODI-Zusammenfassung hält fest: "Die Notausstiegskontrollen sind nicht leicht zugänglich und klar identifizierbar."

Bloomberg berichtete zudem, dass potenzielle Sicherheitsbedenken bezüglich der elektrischen Türgriffe bereits während der Entwicklung des Model 3 gegenüber CEO Elon Musk geäußert wurden. Musk habe jedoch das futuristische Design vorangetrieben und sich auf manuelle Entriegelungen für Stromausfallszenarien verlassen.

  • Meinung:* Einige Experten weisen darauf hin, dass die vordere manuelle Entriegelung zwar vielen Besitzern bekannt ist, aber neue Passagiere sie oft versehentlich betätigen. Die hintere Entriegelung sei jedoch noch komplizierter, insbesondere für Personen, die das Handbuch nicht gelesen haben. Wenn Ersthelfer Schwierigkeiten haben, Personen zu befreien, sei dies ein erhebliches Problem.

Ausblick der Untersuchung

Die Untersuchung befindet sich derzeit in der Phase der "Defect Petition", in der die NHTSA das Problem bewerten und entscheiden wird, ob sie der Petition stattgeben oder sie ablehnen will. Bislang wird ein Verletzungsfall mit dieser spezifischen Petition in Verbindung gebracht. Tesla hat auf eine Anfrage zur Stellungnahme nicht sofort reagiert. Die Ergebnisse könnten weitreichende Auswirkungen auf Tesla haben, falls die NHTSA feststellt, dass das Design den Ausstieg im Notfall verzögert.

Erwähnte Persönlichkeiten