Nike Aktie: China-Schwäche und langer Turnaround belasten den Kurs

Nike Aktie: China-Schwäche und langer Turnaround belasten den Kurs

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Die Nike-Aktie (NKE) befindet sich weiterhin im Abwärtstrend, nachdem enttäuschende Quartalsergebnisse und ein schwacher Ausblick die Anleger verunsichert haben. Das Unternehmen kämpft mit anhaltendem Druck im wichtigen China-Geschäft und sinkenden Bruttomargen, was den erwarteten Turnaround in die Länge zieht. Analysten fordern Geduld, während Nike eine Neuausrichtung vorantreibt.

Anhaltender Kursrutsch der Nike Aktie

Nach der Veröffentlichung der jüngsten Geschäftszahlen und Prognosen stürzte die Nike-Aktie am 1. April um 15,5 % ab und schloss bei 44,62 US-Dollar. Am 2. April erreichte der Kurs ein Intraday-Tief von 43,17 US-Dollar. Aktuell notiert die Aktie bei 44,03 US-Dollar, was einem Rückgang von 31 % seit Jahresbeginn entspricht.

Im Vergleich dazu ist die Nike-Aktie in den letzten fünf Jahren um 68 % gefallen, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von 62 % verzeichnete. Trotz der umfangreichen globalen Aktivitäten und Milliardenumsätze des Unternehmens liegt die Marktkapitalisierung bei 65 Milliarden US-Dollar.

Enttäuschende Quartalsergebnisse und schwacher Ausblick

Für das dritte Geschäftsquartal übertraf Nike zwar die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn. Der Gewinn pro Aktie lag bei 0,35 US-Dollar gegenüber einer Erwartung von 0,28 US-Dollar, und der Umsatz erreichte 11,28 Milliarden US-Dollar gegenüber erwarteten 11,24 Milliarden US-Dollar. Doch der positive Effekt dieser Zahlen wurde durch den enttäuschenden Ausblick zunichtegemacht.

Finanzvorstand Matt Friend prognostizierte für das vierte Geschäftsquartal einen Umsatzrückgang von 2 % bis 4 %, während die Wall Street einen Anstieg von fast 2 % erwartet hatte. Die Bruttogewinnmargen sollen im vierten Quartal um 25 bis 75 Basispunkte sinken. Laut Berechnungen von Citi-Analyst Paul Lejuez entspricht dies einem Gewinn pro Aktie von 0,05 bis 0,15 US-Dollar, was unter den Konsensprognosen von 0,20 US-Dollar liegt. Analysten haben ihre Schätzungen für das aktuelle Quartal inzwischen auf 0,11 US-Dollar gesenkt. Für die nächsten neun Monate erwartet Nike einen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich und "flache" Gewinne.

Herausforderungen im China-Geschäft und bei den Margen

Ein wesentlicher Belastungsfaktor ist das wichtige China-Geschäft. Die Umsätze in China fielen im Vergleich zum Vorjahr um 10 %, wobei die digitalen Umsätze um 21 % und die Großhandelsumsätze um 13 % zurückgingen. Für das vierte Geschäftsquartal prognostiziert das Management sogar einen Rückgang der Umsätze in Greater China um 20 %.

Die Bruttomargen sanken um 1,3 % (130 Basispunkte) auf 40,2 %, hauptsächlich aufgrund höherer Zölle in Nordamerika. Nike erwartet, dass sich die Bruttomarge erst im zweiten Geschäftsquartal 2027 wieder erholen wird. Auch das Converse-Geschäft zeigte Schwäche, mit einem Umsatzrückgang von 35 % auf 264 Millionen US-Dollar.

Der lange Weg des Turnarounds

Nike hat eingeräumt, dass der Turnaround länger dauert als erwartet. Der aktuelle CEO Elliott Hill, der seit etwa 18 Monaten im Amt ist, arbeitet daran, Fehler seines Vorgängers John Donahoe zu korrigieren. Donahoe hatte sich auf klassische Schuhmodelle konzentriert und den Markt übersättigt, während Innovationen vernachlässigt wurden. Hill versucht nun, die Beziehungen zu Großhandelspartnern wiederherzustellen und das Direct-to-Consumer (DTC)-Geschäft auf Premium-Produkte auszurichten.

Erfolge zeigen sich in Innovationsbereichen: Die neurowissenschaftlich basierte Nike Mind-Schuhplattform fand großen Anklang, und das Modell Mind 001 war in allen Regionen ausverkauft. Die Produktion soll in den nächsten zwei Saisons verdoppelt werden, da sich über zwei Millionen Verbraucher für Benachrichtigungen angemeldet haben. Dennoch bleibt das Unternehmen in einem Übergangszustand. Michael Binetti, Analyst bei Evercore ISI, kommentierte, dass die Bemühungen von Nike, die Gewinn- und Verlustrechnung durch einen härteren Turnaround zu stabilisieren, diesen Prozess über das hinaus zu verlängern scheinen, was der Markt wahrscheinlich tragen wird. Jefferies-Analyst Randy Konik schrieb in einer Notiz: "Hier ist Geduld gefragt... Arbeit im Gange."

Blick nach vorn: Investor Day und Restrukturierung

Die Anleger richten ihre Aufmerksamkeit nun auf den Investor Day von Nike im Herbst. Laut Michael Binetti soll dieser Tag dazu beitragen, die Anreize und die Leistung des Turnarounds an langfristige Ziele anzupassen, die seit mehreren Jahren fehlen. Nike wird dort seinen detaillierten Plan für China vorstellen und Innovationen präsentieren; es ist der erste Analystentag am Hauptsitz seit 2017.

Das Unternehmen plant zudem, seinen Restrukturierungsplan "Win Now" bis Ende 2026 abzuschließen. Bis Nike jedoch ein konsistentes Umsatzwachstum in allen geografischen Regionen vorweisen kann, dürften die Anleger weiterhin vorsichtig bleiben.

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