
Nike-Aktie unter Druck: CEO Hill warnt vor längerem Turnaround trotz Gewinnplus
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Nike hat im dritten Quartal des Fiskaljahres 2026 einen stagnierenden Umsatz von 11,3 Milliarden US-Dollar gemeldet. Trotz besser als erwarteter Ergebnisse beim Gewinn pro Aktie fielen die Aktien des Sportartikelriesen nachbörslich um mehr als 8%, da der CEO Elliott Hill einräumte, dass der Turnaround länger dauert als erwartet.
Nike-Aktie unter Druck trotz übertroffener Erwartungen
Der Sportartikelhersteller Nike gab am Dienstag seine Ergebnisse für das dritte Quartal des Fiskaljahres 2026 bekannt. Der Umsatz blieb mit 11,3 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahr unverändert. Obwohl das Unternehmen mit einem bereinigten Gewinn pro Aktie von 0,35 US-Dollar die Erwartungen von 0,31 US-Dollar übertraf, sank der Aktienkurs nachbörslich um über 8%, in einigen Fällen sogar um mehr als 9% auf rund 48 US-Dollar, den niedrigsten Stand seit 2015.
Der Rückgang des Aktienkurses deutet darauf hin, dass Investoren trotz der übertroffenen Gewinnzahlen auf deutlichere Anzeichen eines stärkeren Turnarounds warten. Der Vorsteuergewinn sank im Jahresvergleich um 23%, der Nettogewinn sogar um 35%. Währungsbereinigt verzeichnete Nike einen Umsatzrückgang von 3%.
"Win Now"-Strategie: Fortschritte und Herausforderungen
CEO Elliott Hill, der seine Rolle 2024 antrat, erklärte, dass der Comeback-Plan des Unternehmens, die im März 2025 eingeführte "Win Now"-Strategie, "länger dauert, als ich es mir wünschen würde". Er betonte jedoch, dass er und andere Führungskräfte weiterhin Vertrauen in den Ansatz haben. Hill sagte: "Die 'Win Now'-Maßnahmen waren und bleiben die richtigen strategischen Schritte."
Die Strategie richtet das Unternehmen wieder stärker auf den Sport aus, von Running bis Basketball, anstatt auf Geschlecht oder Alter. Hill fügte hinzu: "Wir reparieren nicht nur – wir bauen Marke für Marke, Sport für Sport auf." Er räumte ein, dass Teile des Prozesses länger dauern, aber die Richtung stimme und das Fundament stärke sich. Nike erwartet, die "Win Now"-Maßnahmen bis Ende 2026 abzuschließen.
Segment-Performance: Licht und Schatten
Die Fortschritte innerhalb des Portfolios sind unterschiedlich. Die Running-Sparte, die als erste in die "Sport Offense" überführt wurde, führt die Entwicklung an und verzeichnete im Quartal ein Wachstum von über 20%. Dies unterstreicht Nikes verstärkten Fokus auf Performance-Bekleidung.
Andere Bereiche zeigen sich jedoch noch in früheren Phasen ihres Comebacks:
- Sportswear: Stellte einen Gegenwind für das Umsatzwachstum dar und sank im niedrigen zweistelligen Bereich. Nike arbeitet weiterhin an der Bereinigung der Lagerbestände. Die Nike Sportswear- und Jordan Streetwear-Teams bewegen sich von der Defensive in die Offensive.
- Nike Direct (DTC): Die digitalen Verkäufe gingen um 9% zurück, was das Unternehmen teilweise auf zu viele Werbeaktionen und höhere Preisnachlässe zurückführt. Der Umsatz sank um 4% auf 4,5 Milliarden US-Dollar.
- Großhandel: Verzeichnete ein Wachstum von 5% und übertraf damit die Erwartungen.
- Converse: Die Tochtergesellschaft sah einen Umsatzrückgang von 35% auf 264 Millionen US-Dollar.
Geografische Entwicklungen und Inventar
Geografisch betrachtet gab es ebenfalls gemischte Ergebnisse. Nordamerika zeigte ein Wachstum von 3%. In Greater China hingegen, das sich noch in einer frühen Phase des Comebacks befindet, sank der Umsatz um 7% bzw. 11% über alle Produktkategorien hinweg, einschließlich eines starken Rückgangs von 27% bei Ausrüstung. CFO Matthew Friend prognostiziert für das laufende Quartal einen Umsatzrückgang von 20% in China.
Friend wies auch auf Herausforderungen in Europa hin, darunter eine schwache Sportswear-Nachfrage, Verkehrsmuster und Promotionen, sowie jüngste Störungen im Nahen Osten. Dies führt dazu, dass Nike zum Ende des vierten Quartals mit erhöhten Lagerbeständen rechnet. Die Bereinigung der Lagerbestände, insbesondere bei klassischen Modellen wie dem Air Force 1 und Jordan 1, habe die Ergebnisse um etwa fünf Prozentpunkte belastet, sei aber notwendig für die Marktgesundheit.
Ausblick: Geduld und positive Signale
CFO Matthew Friend erwartet für das gesamte Fiskaljahr einen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Bereich im Vergleich zum Vorjahr, wobei Zuwächse in Nordamerika durch Rückgänge in Greater China ausgeglichen werden. Er merkte an, dass höhere Zölle voraussichtlich nach dem ersten Quartal des Fiskaljahres 2027 nachlassen werden, sofern keine wesentlichen Änderungen eintreten.
Friend äußerte sich zuversichtlich, dass die Margen des Unternehmens im Herbst dieses Jahres Wachstum zeigen werden. Er betonte: "Unsere Zuversicht, dass die Margen positiv beeinflusst werden... bereitet den Boden für eine Trendwende bei den Gewinnen." CFRA-Analyst Zachary Warring kommentierte die Situation mit den Worten: "Sie stecken mitten in einem Turnaround. Sie arbeiten an vielen verschiedenen Dingen, weshalb die Reaktion gedämpft ausfiel. Es gibt einfach nicht viel, worüber man sich freuen könnte."