Nike unter EEOC-Druck: Diskriminierungsvorwürfe wegen DEI-Zielen

Nike unter EEOC-Druck: Diskriminierungsvorwürfe wegen DEI-Zielen

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Die US-Bundesbehörde Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) hat eine Untersuchung gegen den Sportartikelhersteller Nike eingeleitet. Es geht um den Vorwurf der Diskriminierung weißer Mitarbeiter im Zusammenhang mit Nikes Diversity, Equity, and Inclusion (DEI)-Zielen. Die EEOC hat eine gerichtliche Anordnung zur Erzwingung einer Vorladung eingereicht, um umfassende Informationen von Nike zu erhalten.

Bundesbehörde ermittelt gegen Nike wegen Diskriminierung

Die U.S. Equal Employment Opportunity Commission (EEOC), eine Bundesbehörde zur Durchsetzung von Gesetzen gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz, hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass sie Nike wegen angeblicher Diskriminierung weißer Mitarbeiter untersucht. Die Behörde wirft dem Sportartikelriesen vor, absichtliche systemische Diskriminierung gegen weiße Angestellte betrieben zu haben. Die EEOC hat ein Bundesgericht ersucht, Nike zur Herausgabe von Informationen für diese Untersuchung zu verpflichten.

Diese Maßnahme ist eine "überraschende und ungewöhnliche Eskalation", so ein Sprecher von Nike. Das Unternehmen betonte, bereits Tausende von Seiten an Informationen und detaillierte schriftliche Antworten auf die Anfrage der EEOC übermittelt zu haben und sei dabei, weitere Informationen bereitzustellen. Nike versicherte, sich an faire und rechtmäßige Beschäftigungspraktiken zu halten und alle geltenden Gesetze, einschließlich derer, die Diskriminierung verbieten, zu befolgen.

Vorwürfe und die Rolle der DEI-Ziele

Die Klage der EEOC geht auf eine im Mai 2024 von der EEOC-Vorsitzenden Andrea Lucas eingereichte Untersuchungsanzeige zurück. Lucas behauptet, Nike habe gegen Title VII des Civil Rights Act von 1964 verstoßen. Dies soll durch unrechtmäßige Beschäftigungspraktiken geschehen sein, die unter anderem die Auswahl bei Entlassungen, Schulungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, Einstellungen und Beförderungen umfassten und ganz oder teilweise auf der ethnischen Zugehörigkeit basierten.

Die EEOC untersucht insbesondere, ob Nike ein "Muster oder eine Praxis ungleicher Behandlung" gegenüber weißen Mitarbeitern, Bewerbern und Teilnehmern an Schulungsprogrammen angewendet hat. Dies betrifft Entscheidungen bei Einstellungen, Beförderungen, Herabstufungen oder Trennungen, einschließlich der Auswahl für Entlassungen, Praktikumsprogramme sowie Mentoring-, Führungskräfteentwicklungs- und andere Karriereentwicklungsprogramme. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit Nikes Diversity, Equity, and Inclusion (DEI)-Zielen für 2025.

Nikes Reaktion und die Forderungen der EEOC

Nike hat die Forderungen der EEOC als "weit gefasst, mehrdeutig und unangemessen belastend" bezeichnet, sich aber bereit erklärt, Dokumente und Informationen fortlaufend zur Verfügung zu stellen. Das Unternehmen ist bereit, sich mit der EEOC zu treffen und zu beraten, falls weitere Informationen benötigt werden. Nike bekräftigte, dass seine Programme und Praktiken mit den gesetzlichen Verpflichtungen im Einklang stünden und man die Angelegenheit ernst nehme.

Die EEOC fordert von Nike Informationen, die bis ins Jahr 2018 zurückreichen. Dazu gehören:

  • Kriterien für die Auswahl von Mitarbeitern für Entlassungen.
  • Informationen darüber, wie das Unternehmen Daten zur ethnischen Zugehörigkeit von Mitarbeitern erfasst und verwendet, auch als Faktor für die Festlegung der Vergütung von Führungskräften.
  • Details zu 16 Programmen, die angeblich rassenbeschränkte Mentoring-, Führungs- oder Karriereentwicklungsmöglichkeiten boten.
  • Nikes DEI-bezogene Ziele für 2025 und andere DEI-bezogene Zielsetzungen.

Im Jahr 2021 hatte Nike einen Fünfjahresplan zur Förderung von Vielfalt und Inklusion in seiner Belegschaft angekündigt. Dieser umfasste die Verknüpfung der Vergütung von Führungskräften mit den Fortschritten bei den DEI-Bemühungen des Unternehmens. Ein Ziel war es, bis 2025 eine Repräsentation von 35 % ethnischer Minderheiten in der US-Belegschaft zu erreichen. Nike beschäftigte im Mai 2025 insgesamt 76.600 Mitarbeiter.

Der breitere politische Kontext

Die Untersuchung der EEOC reiht sich in eine Reihe von Maßnahmen ein, die von der Regierung unter Präsident Donald Trump und seinen Beauftragten ergriffen wurden, um DEI-Programme in der Arbeitswelt zu beenden. Lucas, die von Präsident Trump im November 2025 zur Vorsitzenden ernannt wurde, betonte, dass die EEOC ihren Fokus auf eine "gleichmäßige Durchsetzung von Title VII" erneuert habe.

Präsident Trump hatte im vergangenen Jahr eine Exekutivanordnung unterzeichnet, um DEI im Bundesdienst einzuschränken und Behörden angewiesen, Unternehmen wegen ihrer DEI-Ziele zu untersuchen. Das Justizministerium unter der Trump-Regierung hat ebenfalls eine Verschiebung des Fokus hin zum Schutz weißer Personen vor angeblicher "umgekehrter Diskriminierung" vorgenommen. Ein Sprecher des Justizministeriums verteidigte diese Untersuchungen und erklärte, dass DEI-Initiativen zu "offensichtlicher, weit verbreiteter Rassen- und Geschlechterdiskriminierung" geführt hätten.

Erwähnte Persönlichkeiten