
Nvidia-gestütztes Starcloud trainiert erste KI im All: Ein Blick auf Orbital-Rechenzentren
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Das von Nvidia Corp. (NASDAQ:NVDA) unterstützte Unternehmen Starcloud hat erfolgreich ein KI-Modell aus dem Orbit trainiert. Dieser Meilenstein, erreicht mit einer Nvidia H-100 GPU an Bord des Starcloud-1 Satelliten, befeuert die Diskussion um weltraumgestützte KI-Datenzentren und deren Potenzial, die Rechenleistung der Erde zu entlasten.
Ein Meilenstein im Orbit: KI-Training im Weltall
Starcloud, ein in Washington ansässiges Startup, hat mit seinem Starcloud-1 Satelliten, der am 2. November vom Cape Canaveral Space Force Station startete, einen bedeutenden Erfolg erzielt. Das Unternehmen trainierte ein Large Language Model (LLM) von Alphabet Inc.'s (NASDAQ:GOOGL) (NASDAQ:GOOG) Google namens Gemma sowie NanoGPT, ein von Andrej Karpathy (ehemals Tesla Inc. AI-Leiter) entwickeltes LLM, an Shakespeares Werken aus dem Orbit. Starcloud-CEO und Mitbegründer Philip Johnston bezeichnete dies in einem Post auf X als einen "signifikanten Schritt auf dem Weg, fast alle Rechenleistung in den Weltraum zu verlagern", um die Ressourcen der Erde zu schonen.
Nvidias H-100 GPU als Herzstück
Für dieses bahnbrechende Training setzte Starcloud eine Nvidia H-100 GPU ein. Dieser Chip, der eine 100-mal höhere Rechenleistung als andere zuvor in den Orbit gebrachte Chips aufweist, wurde direkt in den Satelliten integriert. Die Ingenieure von Starcloud mussten erhebliche Innovationen leisten, um die H-100 unter den extremen Bedingungen des Weltraums – mit Temperaturschwankungen von über 200 Grad Fahrenheit und Strahlung – betriebsfähig zu machen. Adi Oltean, CTO von Starcloud, hob die harte Arbeit des Ingenieurteams hervor, das Inferenz auf einem vorinstallierten Gemma-Modell durchführte und weitere Modelle testen will.
Die Vision von Starcloud: Datenzentren im All
Starcloud beschreibt sich selbst als ein Unternehmen, das "große Datenzentren im Weltraum bauen will, die wesentlich schneller skalierbar und kostengünstiger sind" als ihre erdgebundenen Pendants. Laut einem Whitepaper des Startups plant das Unternehmen, ein 2,4 Meilen hohes und 2,4 Meilen breites (oder vier Kilometer breites und hohes) orbitales 5-Gigawatt-Datenzentrum mit Solar- und Kühlpaneelen im Orbit zu errichten. Dieses System soll die größte US-amerikanische Kraftwerksleistung übertreffen und dabei kostengünstiger und kompakter sein als eine vergleichbare terrestrische Solaranlage.
Vorteile und Herausforderungen der Weltraum-Rechenzentren
Die Verlagerung von Rechenzentren in den Weltraum bietet laut Starcloud fundamentale Vorteile. Orbitalplattformen können ununterbrochene Sonnenenergie nutzen und Kühlherausforderungen vermeiden, da das Vakuum des Weltraums als "unendliche Wärmesenke" für passive Strahlungskühlung dient. Dies soll zu 10-mal niedrigeren Energiekosten und 10-mal höheren CO2-Einsparungen über die Lebensdauer eines Rechenzentrums führen, selbst unter Berücksichtigung der Startkosten. Die steigende Nachfrage nach Rechenleistung und Energie auf der Erde, sowie Probleme wie Wasserknappheit und Emissionen, machen orbitale Lösungen zunehmend attraktiv.
Musks Ambitionen und der breitere Wettbewerb
Die Nachricht über Starclouds Erfolg fällt in eine Zeit, in der auch andere Schwergewichte die Vision von Weltraum-Rechenzentren verfolgen. Elon Musk, CEO von SpaceX, hat seine Ambitionen bekräftigt, solarbetriebene KI-Satelliten im Weltraum zu platzieren, die eine kostengünstigere Lösung als erdgebundene Datenzentren darstellen sollen. Musk teilte mit, dass SpaceX 1 Megatonne pro Jahr für KI-Satelliten anstrebt, was 100 GW zusätzlicher KI-Leistung im Weltraum ergeben würde. Er erwähnte auch den Bau von Fabriken auf der Mondoberfläche, um den Start von KI-Satelliten in den Tiefraum zu erleichtern. Zudem bestätigte Musk, dass SpaceX im nächsten Jahr einen Börsengang (IPO) mit einer angestrebten Bewertung von 1,5 Billionen US-Dollar anstrebt. Auch Google mit "Project Suncatcher" und Jeff Bezos' Blue Origin verfolgen ähnliche Ziele.
Nvidia im Fokus der Finanzmärkte
Während Nvidia eine Schlüsselrolle in der Entwicklung von Weltraum-KI spielt, bleibt das Unternehmen auch an den Finanzmärkten unter Beobachtung. Der bekannte Investor Michael Burry, bekannt aus "The Big Short", hat Fragen zu den Kommentaren von Nvidia-CEO Jensen Huang bezüglich der Blackwell GPU-Lieferungen aufgeworfen. Er forderte Nutzer auf, Bilder von in "großen Mengen" gelagerten GPUs in den USA und Übersee zu teilen. Nvidia erzielt gute Werte bei Momentum, bietet zufriedenstellende Qualität und Wachstum, weist jedoch einen schlechten Wert auf. Der Preistrend ist kurz-, mittel- und langfristig günstig. Nachbörslich sank der Kurs von NVDA laut Benzinga Pro Daten um 1,92 % auf 180,25 US-Dollar.