NYC: Uber Eats zahlt Millionen und reaktiviert 10.000 Gig-Worker-Konten

NYC: Uber Eats zahlt Millionen und reaktiviert 10.000 Gig-Worker-Konten

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New York City hat eine wegweisende Einigung mit Lieferdienst-Giganten wie Uber Eats erzielt. Diese Vereinbarung sieht die Reaktivierung von bis zu 10.000 Konten und die Zahlung von über 5 Millionen US-Dollar an Entschädigungen für Tausende von Lieferarbeitern vor, die von unzureichender Bezahlung und ungerechtfertigten Deaktivierungen betroffen waren. Dies markiert einen wichtigen Schritt im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen für Gig-Worker.

Historische Einigung in New York City

New York City hat eine bedeutende Einigung mit drei großen Lieferdienst-Apps erzielt: Uber Eats, Fantuan und HungryPanda. Die Vereinbarung umfasst die Zahlung von insgesamt 5,2 Millionen US-Dollar (genau 5.195.000 US-Dollar) an Entschädigungen, zivilrechtlichen Strafen und Schadensersatz an über 49.000 Lieferarbeiter.

Zusätzlich verpflichtet sich Uber Eats, die Konten von bis zu 10.000 Lieferarbeitern zu reaktivieren, die zwischen Dezember 2023 und September 2024 deaktiviert wurden. Das Department of Consumer and Worker Protection (DCWP) von New York City gab bekannt, dass diese Maßnahmen die Arbeiter entschädigen sollen, nachdem die Apps entweder keine Zahlungen geleistet oder Konten nach Kundenstornierungen deaktiviert hatten.

Verstöße gegen das Mindestlohngesetz

Die Einigung resultiert aus Verstößen gegen das Mindestlohngesetz für Lieferarbeiter in New York City. Das DCWP stellte fest, dass die Unternehmen die Mindestlöhne nicht einhielten, insbesondere bei stornierten Bestellungen. Laut dem Mindestlohngesetz der Stadt müssen Lieferarbeiter für die bereits aufgewendete Zeit einer Lieferung bezahlt werden, auch wenn der Kunde die Bestellung storniert.

Bürgermeister Zohran Mamdani kommentierte die Einigung mit den Worten: „Diese Einigung wird nicht nur Tausenden von New Yorkern echte Erleichterung verschaffen – sie zieht eine rote Linie für Unternehmensmissbrauch. Wenn Sie das Gesetz brechen und von Ausbeutung profitieren, werden Sie schnell und direkt zur Rechenschaft gezogen.“

Details der Zahlungen und Verstöße

Die Aufteilung der Zahlungen und die festgestellten Verstöße gestalten sich wie folgt:

  • Uber Eats: Zahlt 3,15 Millionen US-Dollar an Entschädigung an über 48.000 Arbeiter und 350.000 US-Dollar an zivilrechtlichen Strafen und Gebühren. Die DCWP-Untersuchung ergab, dass Uber Eats zwischen Dezember 2023 und September 2024 die Mindestlöhne für die auf stornierten Fahrten verbrachte Zeit nicht zahlte.
  • Fantuan: Zahlt über 468.000 US-Dollar an Entschädigung an 285 Arbeiter und über 52.000 US-Dollar an zivilrechtlichen Strafen und Gebühren. Hier wurden Mindestlohnverstöße zwischen Dezember 2023 und Februar 2024 festgestellt.
  • HungryPanda: Zahlt 1.068.672 US-Dollar an Entschädigung an über 1.000 Arbeiter und über 106.327 US-Dollar an zivilrechtlichen Strafen und Gebühren. Die Verstöße traten zwischen Dezember 2023 und Januar 2024 auf.

Die Problematik der Konto-Deaktivierungen

Konto-Deaktivierungen stellen für Gig-Worker, insbesondere Lieferfahrer, eine erhebliche Bedrohung für ihre Einkünfte dar. Oftmals erfolgen diese Deaktivierungen ohne Vorwarnung oder klare Begründung, wie Business Insider zuvor berichtete. Das DCWP stellte fest, dass Uber Eats automatisierte Regeln nutzte, um Konten zu deaktivieren, selbst wenn Stornierungen nicht die Schuld der Fahrer waren.

Al Noman, ein 37-jähriger Lieferarbeiter aus Bangladesch, der von Uber Eats deaktiviert wurde, schätzte, dass er nur wenige von über hundert Bestellungen verspätet geliefert hatte. Er berichtete: „Ich blieb ohne Informationen darüber, warum ich von der App deaktiviert wurde. Ich ging ins Uber-Büro und alles, was sie sagten, war: Entschuldigung, wir können Ihnen nicht helfen.“ Betroffene Arbeiter, deren Konten nicht automatisch reaktiviert werden, aber glauben, dass die Deaktivierung auf ihre Stornierungsraten zurückzuführen ist, sollten eine Beschwerde beim DCWP einreichen.

Gig-Worker als unabhängige Auftragnehmer

Als unabhängige Auftragnehmer genießen Gig-Worker nicht die gleichen Schutzrechte wie festangestellte Mitarbeiter. Dies bedeutet, dass ihnen Leistungen wie Überstundenvergütung, Krankenversicherung, bezahlter Krankenstand oder das Recht, eine Kündigung anzufechten, fehlen. Viele Apps verlangen von den Arbeitern, dass sie ein verbindliches Schiedsverfahren durchlaufen, was eine Anfechtung der Deaktivierungsentscheidung erschwert.

Sam Levine, Commissioner des DCWP, erklärte: „Die Ära, in der riesige Konzerne Gewinne durch Unterbezahlung von Arbeitern erzielen, ist vorbei.“ Ligia Guallpa, Geschäftsführerin des Worker’s Justice Project und Mitbegründerin von Los Deliveristas Unidos, fügte hinzu: „Die Größenordnung dieser Missbräuche beweist, was die Deliveristas seit Jahren sagen: Ausbeutung ist kein Zufall – sie ist in das Geschäftsmodell der App-Lieferdienste eingebaut.“

Regulierungsbemühungen und zukünftige Entwicklungen

Die Einigung in New York City ist Teil einer breiteren Bewegung zur Regulierung der Gig-Economy und zum Schutz von Gig-Workern. Bereits im letzten Jahr führte Seattle ein Gesetz ein, das vorschreibt, dass Apps 14 Tage vor einer Deaktivierung eine Benachrichtigung senden und eine menschliche Überprüfung der Entscheidung erfolgen muss.

In New York City hat der Stadtrat Maßnahmen zum Schutz von Fahrern und Lieferarbeitern vor „ungerechten Deaktivierungen“ erneut zur Abstimmung gebracht. Dies geschah, nachdem der frühere Bürgermeister Eric Adams ein entsprechendes Gesetz (Intro. 0276) im Jahr 2025 mit einem Veto belegt hatte. Der neue Bürgermeister Mamdani unterstützt diese Gesetzesinitiative, da „kein Arbeitnehmer seinen Lebensunterhalt auf Knopfdruck eines Algorithmus verlieren sollte, ohne Erklärung und ohne Rechtsmittel.“ Stadtratsmitglied Shaun Abreu betonte, die Herausforderung sei, „sicherzustellen, dass das System sowohl sicher als auch fair ist und die Fahrer mit einem ordnungsgemäßen Verfahren und grundlegender Transparenz versorgt werden.“

Erwähnte Persönlichkeiten