
NYSE Texas: Trumps Kritik und der Wandel der US-Finanzlandschaft
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Die geplante Expansion der New York Stock Exchange (NYSE) nach Dallas hat eine hitzige Debatte ausgelöst. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Schritt als "unglaublich schlecht" für New York und als Versagen der Stadtführung. Er sieht darin eine "große Prüfung" für den neu ins Amt eingeführten New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani.
Trumps Kritik an der NYSE-Expansion
In einem Beitrag auf Truth Social äußerte Donald Trump seine Besorgnis über die Entwicklung. "Der Bau einer New York Stock Exchange in Dallas ist eine unglaublich schlechte Sache für New York. Ich kann nicht glauben, dass sie das zulassen würden", schrieb Trump. Das Büro von Bürgermeister Mamdani reagierte nicht sofort auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Es ist wichtig zu beachten, dass die Entscheidung zur Expansion der NYSE nach Texas bereits 2025 getroffen und angekündigt wurde, also vor Mamdanis Amtsantritt.
Dallas als neuer Finanzmagnet
Der Bürgermeister von Dallas, Eric Johnson, hingegen begrüßt die Eröffnung der Börse in Texas als "exzellent" für seine Stadt und das Land. Er erklärte gegenüber FOX Business, dass die Verlagerung von Finanzinstitutionen aus New York nach Dallas "unvermeidlich" sei. Johnson bezeichnete Dallas als "Amerikas erste Zufluchtsstadt vor dem Sozialismus" und prognostizierte eine "Lawine" von Wall-Street-Firmen, die nach Dallas ziehen würden, da New York einen Bürgermeister habe, der "offen feindselig gegenüber der Geschäftswelt" sei und "höhere Steuern für Arbeitsplatzschaffende" fordere.
Der Trend der Kapitalflucht
Die von Bürgermeister Johnson beschriebene Entwicklung spiegelt sich in landesweiten Migrationsmustern wider. Texas und Florida haben sich als klare Gewinner erwiesen, da Unternehmen und Einwohner in steuergünstigere und weniger regulierte Bundesstaaten abwandern. Zwischen 2012 und 2022 verzeichnete Kalifornien einen Nettoverlust von über 361.000 Einwohnern an Texas, was einem steuerpflichtigen Einkommen von rund 21 Milliarden US-Dollar entspricht. An der Ostküste zogen im gleichen Zeitraum mehr als 380.000 New Yorker nach Florida und nahmen schätzungsweise 37 Milliarden US-Dollar an steuerpflichtigem Einkommen mit.
NYSE Texas: Eine elektronische Börse
Die New York Stock Exchange, die zum Intercontinental Exchange (ICE) gehört, hat erklärt, dass die geplante Expansion nach Dallas, eine vollständig elektronische Aktienbörse, dazu dienen soll, ihre Präsenz zu erweitern und Unternehmen im Süden und Südwesten besser zu bedienen. Sie betonte, dass dies nicht dazu gedacht sei, ihre New Yorker Operationen zu ersetzen. Die neue Börse, bekannt als NYSE Texas, soll als Reinkorporation der NYSE Chicago fungieren. Dies ermöglicht Unternehmen, Aktien elektronisch zu listen und zu handeln, während sie ihre primären Notierungen anderswo beibehalten können. Lynn Martin, Präsidentin der NYSE Group, hob hervor, dass Texas mit der größten Anzahl von NYSE-Listings und einem Marktwert von über 3,7 Billionen US-Dollar eine führende Rolle bei der Förderung eines wirtschaftsfreundlichen Klimas spiele.
- NYSE Texas wurde im Februar 2025 angekündigt und nahm im März 2025 den Handel auf.
- Sie ist als Listing-Börse für Unternehmen konzipiert, die von Texas' wachsender Bevölkerung, starker Wirtschaft und geschäftsfreundlicher Regulierung angezogen werden.
- In den ersten drei Monaten haben bereits 10 Unternehmen, darunter Halliburton und die Truth Social-Muttergesellschaft Trump Media & Technology Group, eine Zweitnotierung an der in Dallas ansässigen Börse vorgenommen.
Zusätzlich zur NYSE Texas plant Dallas die Eröffnung der Texas Stock Exchange im Jahr 2026. Auch Nasdaq hat seine Präsenz im Bundesstaat ausgebaut und listet bereits über 200 in Texas ansässige Unternehmen.
Politische Einordnung und Marktreaktionen
Harshal Dasani, Business Head bei INVAsset PM, ordnete Trumps Kommentare als "politisches Signal" ein, das "wenig dazu beiträgt, die Kerntreiber der US-Aktienmärkte zu verändern". Er betonte, dass Faktoren wie Gewinnentwicklung, Zinserwartungen, Liquiditätsbedingungen und Fiskalpolitik die entscheidenden Faktoren für die Aktienmärkte bleiben. Für Anleger sei es wichtig, "politisches Rauschen von der Marktsubstanz zu trennen". Bürgermeister Mamdani hat keine direkte Befugnis über die Börse, die von der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde (SEC) reguliert wird.