Ölpreise explodieren: Katars Energieminister warnt vor $150 pro Barrel

Ölpreise explodieren: Katars Energieminister warnt vor $150 pro Barrel

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Die globalen Energiemärkte stehen unter erheblichem Druck, da die Spannungen im Nahen Osten eskalieren. Katars Energieminister Saad Sherida al-Kaabi hat eindringlich davor gewarnt, dass die Rohölpreise auf $150 pro Barrel steigen könnten, sollte die wichtige Straße von Hormus blockiert bleiben. Diese Entwicklung hat bereits zu einem deutlichen Anstieg der Öl- und Benzinpreise geführt und könnte weitreichende wirtschaftliche Folgen haben.

Eskalation im Nahen Osten treibt Ölpreise

Die Rohölpreise verzeichneten am Freitag, den 6. März, den fünften Anstieg in Folge, angetrieben durch die zunehmenden Sicherheitsrisiken im Nahen Osten. Der US-Referenzölpreis Light Sweet Crude erreichte einen Höchststand von $92.61 pro Barrel, den höchsten Stand seit Sommer 2022, bevor er auf $90.44 zurückfiel – ein Plus von 11,6% am Tag.

Auch der globale Referenzwert Brent Crude stieg im Tagesverlauf auf $94.64 pro Barrel, den höchsten Stand seit August 2022, und schloss bei $92.30, was einem Anstieg von 8% am Tag und 52% für das Jahr entspricht. Parallel dazu sind die Benzinpreise in den USA gestiegen, wobei der nationale Durchschnitt $3.32 pro Gallone erreichte, ein Anstieg von 11,3% in der Woche und fast 17% in diesem Jahr.

Drohende $150 pro Barrel: Die Warnung aus Katar

Saad Sherida al-Kaabi, Katars Energieminister, äußerte in einem Interview mit der Financial Times am Freitag seine Besorgnis. Er prognostizierte, dass die Rohölpreise innerhalb von "zwei bis drei Wochen" $150 pro Barrel erreichen könnten, falls Tanker weiterhin nicht durch die Straße von Hormus passieren können. Al-Kaabi warnte zudem, dass der Konflikt im Nahen Osten, einer Schlüsselregion für globale Energielieferungen und Schifffahrtsrouten, "die Volkswirtschaften der Welt zum Einsturz bringen" könnte.

Auch die Erdgaspreise könnten stark ansteigen. Al-Kaabi zufolge könnten sie auf $40 pro metrische Million British Thermal Units (MMBtu) klettern, fast viermal höher als die vor dem Konflikt verzeichneten Niveaus, sollten die Lieferunterbrechungen anhalten.

Der strategische Engpass: Straße von Hormus

Die Straße von Hormus ist eine der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Indischen Ozean bzw. dem Arabischen Meer. Über 20% des weltweiten Rohöls und eine ähnliche Menge an Flüssigerdgas (LNG) werden durch diesen Engpass transportiert.

Die Passage ist derzeit faktisch blockiert, da iranische Seestreitkräfte Schiffe beschießen und Seeversicherer die Deckung von Verlusten im Falle von Angriffen verweigern. Bereits am 2. März setzten große Containerschifffahrtslinien ihre Fahrten durch die Straße von Hormus und den Suezkanal aufgrund der eskalierenden Sicherheitsrisiken aus.

Produktionsstopps und Force Majeure

Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus zwingt Ölproduzenten in der Region zu drastischen Maßnahmen. Sie planen, die Produktion einzustellen, da ihnen die Lagerkapazitäten ausgehen. Kuwait hat laut Berichten des Wall Street Journal bereits mit der Kürzung der Ölförderung begonnen. Dies könnte die gesamte Ölproduktion im Persischen Golf innerhalb weniger Tage zum Erliegen bringen.

Al-Kaabi erwartet, dass alle Exporteure in der Golfregion "Force Majeure" erklären müssen, was die Aussetzung von Energielieferungen bedeuten würde. QatarEnergy, das staatliche Energieunternehmen Katars, stellte bereits am 2. März die Produktion von Flüssigerdgas (LNG) aufgrund iranischer Militärangriffe auf seine Betriebsanlagen ein. Auch Saudi Aramco, das staatliche Ölunternehmen Saudi-Arabiens, musste seine Ölraffinerie Ras Tanura nach einem Brand durch Trümmer eines iranischen Drohnenangriffs schließen. Selbst bei einem sofortigen Ende der Feindseligkeiten würde es laut dem Minister "Wochen bis Monate" dauern, bis Katar den normalen Export wiederherstellen könnte.

Aktuelle Marktentwicklung und globale Auswirkungen

Die globalen Lieferunterbrechungen haben bereits zu einem Anstieg der Benzinpreise in verschiedenen Regionen geführt. In Nigeria erhöhte die Nigerian National Petroleum Company (NNPC) Limited am 5. März die Benzinpreise an ihren Tankstellen auf N933 pro Liter in Lagos und N960 pro Liter in Abuja.

J.P. Morgan hat seine Ölpreisziele für den Rest des Jahres 2026 überarbeitet, was die Unsicherheit auf den Märkten unterstreicht. Die langfristige Erwartung ist zwar, dass die Rohöl- und Benzinpreise fallen werden, sobald ein Waffenstillstand erreicht ist, doch die unmittelbare Bedrohung bleibt bestehen.

Unsichere Zukunft und die Rolle der USA

Die Schwere des unmittelbaren Problems und die Reaktion der Vereinigten Staaten darauf sind derzeit unklar. Während die langfristige Hoffnung auf eine Entspannung der Preise bei einem Waffenstillstand liegt, ist die kurzfristige Versorgungssicherheit stark gefährdet.

Präsident Donald Trump äußerte diese Woche den Wunsch, den nächsten iranischen Führer zu genehmigen. Es gab jedoch kein Signal aus dem Iran, dass dessen Führung eine solche Idee überhaupt in Betracht ziehen würde. Die geopolitische Lage bleibt angespannt und die Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte sind weitreichend.

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