
Ölpreise fallen, US-Aktien gemischt: Nahost-Spannungen und Oracle-KI-Boom
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Die Finanzmärkte zeigten sich am Dienstag volatil, beeinflusst von starken Schwankungen der Ölpreise und anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Während US-Aktien uneinheitlich schlossen, sorgte der Softwarekonzern Oracle mit überzeugenden Quartalszahlen und einer positiven Prognose für Aufwind im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Ölpreise unter Druck: Geopolitische Spannungen und Falschmeldungen
Die Ölpreise verzeichneten am Dienstag einen deutlichen Rückgang, wobei Rohöl um mehr als 11 % niedriger schloss. Dieser Rückgang wurde durch die Erwartung der Händler ausgelöst, dass eine Gruppe von Ländern Notreserven anzapfen würde, um Versorgungsstörungen durch den Krieg im Nahen Osten abzumildern. Die Entwicklung erfolgte trotz aggressiver Rhetorik von US-Präsident Donald Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth bezüglich eines Angriffs auf Iran, wobei Hegseth den Dienstag als den "intensivsten Tag der Angriffe" bezeichnete.
Zuvor am Handelstag waren sowohl US-Rohöl als auch Brent Crude jeweils um über 17 % eingebrochen. Auslöser war eine falsche Behauptung von US-Energieminister Chris Wright auf X, die US-Marine habe einen Tanker durch die Straße von Hormus eskortiert. Der Beitrag wurde später gelöscht und von der Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, als falsch bestätigt.
US-Aktienmarkt uneinheitlich: Risikoabwägung im Fokus
Der US-Aktienmarkt beendete den Handelstag mit gemischten Vorzeichen, da die Anleger die Entspannung bei den Ölpreisen gegen das Risiko einer weiteren Eskalation im Nahen Osten abwogen. Die Stimmung wurde zusätzlich durch einen Bericht von CBS News belastet, der darauf hindeutete, dass Iran möglicherweise Minen in der Straße von Hormus platzieren könnte.
Nahost-Konflikt: Globale Auswirkungen und Vertrauensverlust
Iran verteidigte seine Angriffe auf seine Golf-Nachbarn und erklärte gegenüber CNBC, dass US-Militäranlagen in den umliegenden Gebieten "legitime" Ziele in seinem Konflikt mit Amerika und Israel seien. Die Golfstaaten äußerten gegenüber CNBC, dass die Angriffe eine "riesige Vertrauenslücke" geschaffen hätten, die Jahre anhalten werde.
Die globalen Auswirkungen des Konflikts erstreckten sich auch auf Südkorea. Präsident Lee Jae Myung erklärte am Dienstag, dass Seoul die Verlegung von US-Luftverteidigungssystemen aus dem Land ablehne, jedoch nicht in der Lage sei, Forderungen zu stellen. In Indien sind Restaurants in Schwierigkeiten, da der Krieg die Versorgung mit Flüssigerdgas (LNG) gestört hat. Etwa 90 % der indischen Gastronomiebranche ist auf Flüssiggasflaschen (LPG) für ihre Küchen angewiesen.
KI-Sektor: Oracle überzeugt mit starken Zahlen
Im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) konnte Oracle mit einem über den Erwartungen liegenden Quartalsergebnis und einer starken Prognose punkten. Die Aktie des Softwarekonzerns stieg im nachbörslichen Handel um bis zu 10 %. Investoren zeigten sich beruhigt durch das "across-the-board beat" des Unternehmens, angesichts früherer Bedenken hinsichtlich der hohen Schuldenlast zur Finanzierung des KI-Ausbaus.