
Ölpreise volatil: IEA erwägt historische Reservefreigabe inmitten US-Iran-Krieg
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Die globalen Rohölpreise zeigen sich volatil, während die Internationale Energieagentur (IEA) die größte Freigabe strategischer Ölreserven ihrer Geschichte erwägt. Dieser Schritt soll die durch den US-Iran-Konflikt und die Blockade der Straße von Hormus verursachten Preissteigerungen dämpfen.
Rohölpreise unter Druck durch IEA-Vorschlag
Am Mittwoch zeigten sich die Rohölpreise volatil. Während globale Benchmark Brent Crude Futures um 0,7 % auf 88,39 US-Dollar pro Barrel stiegen und US-Rohöl um 1,3 % auf 84,55 US-Dollar pro Barrel zulegte, waren die Preise zuvor stark gefallen. Dies geschah, obwohl Berichte über eine historische Freigabe von Notreserven durch die Internationale Energieagentur (IEA) kursierten.
Über Nacht hatten beide Futures um mehr als 11 % nachgegeben, was den steilsten Rückgang an einem einzigen Tag seit vier Jahren markierte. Der Preis für Brent-Rohöl fiel am Mittwoch um 0,99 % auf 86,93 US-Dollar pro Barrel, während US West Texas Intermediate (WTI) Futures um 0,75 % auf 82,82 US-Dollar sanken.
IEA erwägt historische Ölfreigabe
Die IEA hat Berichten zufolge die größte Freigabe von Öl aus ihren strategischen Reserven in der Geschichte vorgeschlagen, um die globalen Rohölpreise zu stabilisieren. Dieser Schritt würde die 182 Millionen Barrel übertreffen, die ihre Mitgliedstaaten nach der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 auf den Markt brachten. Die G7-Energieminister trafen sich am Dienstag in Paris, um die Auswirkungen des US-Iran-Krieges auf die globalen Öl- und Gasmärkte zu erörtern. Die Mitgliedsländer sollen am Mittwoch über die Freigabe der Notölbestände entscheiden.
Fatih Birol, Exekutivdirektor der IEA, erklärte am Dienstag, dass die Mitgliedsländer derzeit über 1,2 Milliarden Barrel öffentliche Notölbestände verfügen, zusätzlich zu 600 Millionen Barrel Industriebeständen, die unter staatlicher Verpflichtung gehalten werden. Birol betonte, dass sich die Bedingungen auf den Ölmärkten in den letzten Tagen verschlechtert hätten, was er auf Transitprobleme und eine erhebliche Drosselung der Ölproduktion zurückführte. Er fügte hinzu: "Dies schafft erhebliche und wachsende Risiken für den Markt."
US-Iran-Konflikt und die Straße von Hormus
Der anhaltende US-Iran-Krieg hat die Energieproduktion im Nahen Osten gestört und zu einer Blockade in der Straße von Hormus geführt, einer kritischen Schifffahrtsroute. Diese Meerenge wickelt etwa ein Fünftel des weltweiten Ölflusses ab. Die Störung führte dazu, dass Tanker gestrandet waren, Lagerkapazitäten gefüllt wurden und Produzenten gezwungen waren, die Produktion zu drosseln, was die Energiekosten in die Höhe trieb. Brent-Preise waren seit Januar um fast 50 % gestiegen.
US-Präsident Donald Trump warnte Iran davor, Minen in der Straße von Hormus zu platzieren, nachdem Berichte über solche Aktivitäten oder Vorbereitungen aufgetaucht waren. Er forderte auf Social Media die sofortige Entfernung etwaiger Minen und bezeichnete dies als "einen riesigen Schritt in die richtige Richtung!".
Falschmeldung sorgt für kurzfristigen Preissturz
Am Dienstag fielen die Ölpreise drastisch, nachdem ein Social-Media-Beitrag des US-Energieministers Chris Wright fälschlicherweise behauptete, die US-Marine habe einen Tanker durch die Straße von Hormus eskortiert. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, stellte später klar, dass die US-Marine "zu diesem Zeitpunkt keinen Tanker oder kein Schiff eskortiert hatte".
Wirtschaftliche Auswirkungen und internationale Reaktionen
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts sind bereits in den Vereinigten Staaten spürbar, wo die Benzinpreise stark ansteigen. Eine Gruppe von US-Gesetzgebern hat einen Gesetzesentwurf eingebracht, der die Bundesbenzinsteuer vorübergehend aussetzen würde, um Haushalte zu entlasten.
Indien, das fast 90 % seines Rohölbedarfs importiert, ist besonders anfällig für globale Preisschwankungen. Regierungsangaben zufolge kann ein anhaltender Anstieg der Rohölpreise um 1 US-Dollar pro Barrel die jährliche Importrechnung des Landes um etwa 16.000 Crore Rupien erhöhen. Beamte haben angedeutet, dass Indiens Priorität darin besteht, eine ausreichende inländische Versorgung sicherzustellen, anstatt zu globalen Lagerfreigaben beizutragen. Indien wird sich voraussichtlich nicht an einer koordinierten globalen Übung zur Freigabe von Öl aus strategischen Reserven beteiligen.
Neue Raffinerie in den USA angekündigt
In einer weiteren Entwicklung kündigte US-Präsident Donald Trump an, dass America First Refining in Zusammenarbeit mit Reliance Industries Ltd. eine neue Raffinerie in den Vereinigten Staaten errichten wird. Trump bezeichnete den Deal auf Truth Social als "historischen 300-Milliarden-Dollar-Deal – den größten in der US-Geschichte" und einen "massiven Gewinn für amerikanische Arbeiter, Energie und die großartigen Menschen in Südtexas".