Ölpreisschock: Historische S&P 500 Reaktion & Expertenwarnungen

Ölpreisschock: Historische S&P 500 Reaktion & Expertenwarnungen

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Signifikante Ölpreisschocks haben historisch gesehen kurzfristige Schmerzen an den Aktienmärkten verursacht, gefolgt von Erholung. Aktuelle Daten von JPMorgan zeigen, dass der S&P 500 nach einem Anstieg der Ölpreise um über 100% in der Regel positive Renditen erzielte, doch Experten warnen angesichts der jüngsten Entwicklungen vor weiteren Rückschlägen. Die steigenden Rohölpreise belasten bereits die Verbraucher und könnten die Wirtschaft in eine Rezession treiben.

Historische Muster bei Ölpreisschocks

Historische Analysen von JPMorgan, die bis ins Jahr 1974 zurückreichen, zeigen ein wiederkehrendes Muster nach signifikanten Ölpreisschocks. In Perioden, in denen die Ölpreise um mehr als 100% anstiegen, verzeichnete der S&P 500 (^GSPC) in der Regel eine Erholung. Die mittlere Performance des S&P 500 war einen Monat, drei Monate, sechs Monate und ein Jahr nach einem solchen Anstieg der Rohölpreise (BZ=F) höher. Während des eigentlichen Ölpreisanstiegs lag der mittlere Gewinn des S&P 500 bei 6%.

Aktuelle Lage am Ölmarkt und die "Kriegsprämie"

Seit dem Start der "Operation Epic Fury" am 28. Februar haben die globalen Energiemärkte eine deutliche "Kriegsprämie" in den Preisen erlebt. Die Ölpreise, die vor den US-Angriffen auf den Iran bei etwa 72 US-Dollar pro Barrel lagen, stiegen sofort an. Die Schließung der Straße von Hormus setzt 20% des weltweiten Angebots aufs Spiel. Brent-Rohöl erreichte Anfang März kurzzeitig einen Höchststand von 119 US-Dollar pro Barrel, bevor es sich in einem volatilen Bereich einpendelte. Aktuell notiert Öl bei etwa 113 US-Dollar pro Barrel, was einem Anstieg von fast 60% in weniger als einem Monat entspricht.

Auswirkungen auf Verbraucher und Wirtschaft

Der Anstieg der Ölpreise macht sich bereits in den Geldbörsen der Verbraucher bemerkbar. Der durchschnittliche Benzinpreis im Land nähert sich 4 US-Dollar pro Gallone, und die Dieselpreise sind stark gestiegen, was Speditionsunternehmen unter Druck setzt. Gary Cohn, ein ehemaliger Insider der Trump-Regierung, bezeichnete höhere Benzinpreise als "absolut rezessiv auf kurze Sicht". Er betonte, dass Verbraucher sofort spüren, wie ihr verfügbares Einkommen schrumpft, wenn sie an der Zapfsäule mehr bezahlen müssen. Ein Anstieg von 20 US-Dollar pro Tankfüllung, viermal pro Woche, bedeute einen Verlust von 80 US-Dollar an verfügbarem Einkommen nach Steuern, was sich direkt auf Ausgaben wie Restaurantbesuche auswirke.

Experten warnen vor weiteren Risiken

Trotz der historischen Erholungsmuster warnen Experten vor übermäßigem Optimismus. Mislav Matejka, Stratege bei JPMorgan, äußerte Bedenken: "Sollten die Ölpreise von hier aus weiter ansteigen – und die gezielte Beeinträchtigung der Golf-Produktionskapazität macht einen Anstieg auf 120-130 US-Dollar und potenziell höher plausibler – müssten Aktien tiefer neu bewertet werden." Der S&P 500 (^GSPC) hat in jüngster Zeit einen erheblichen technischen Rückschlag erlebt, was die Anfälligkeit des Marktes unterstreicht. Die Ölpreisentwicklung dürfte kurzfristig der Haupttreiber der Märkte bleiben.

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