
Oklo: Hohe Bewertung trifft auf frühe Entwicklungsphase im Nuklearsektor
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Oklo (NYSE: OKLO), ein von Sam Altman unterstütztes Unternehmen im Bereich der Kernenergie, hat sich 2025 als einer der aufregendsten Nuklearwerte erwiesen und einen Kursanstieg von über 275 % verzeichnet. Das Unternehmen wird als Vorreiter für "Data Center Nuclear" positioniert, mit der Vision, KI-Infrastrukturen durch seine "Aurora Powerhouse"-Reaktoren zu versorgen. Doch trotz dieser vielversprechenden Aussichten und einer beachtlichen Marktkapitalisierung befindet sich Oklo noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase.
Oklo: Ein aufstrebender Akteur im Nuklearsektor
Oklo hat sich als potenzielles Aushängeschild für die nächste Generation von Reaktordesigns etabliert, insbesondere im Kontext des wachsenden Energiebedarfs von KI-Datenzentren. Die Idee, kompakte, netzunabhängige Kernkraftwerke zu entwickeln, die eine kontinuierliche Stromversorgung gewährleisten, hat am Markt für Begeisterung gesorgt. Diese Vorteile – 24/7-Stromversorgung, kompaktes Design, netzunabhängige Kapazität und Flexibilität – wurden auch vom US-Energieministerium (DOE) in einem Artikel vom April 2025 über "Advantages and Challenges of Nuclear-Powered Data Centers" hervorgehoben.
Frühe Entwicklungsphase und fehlende Einnahmen
Trotz der positiven Marktstimmung befindet sich Oklo derzeit in einer präkommerziellen Phase. Das Unternehmen hat noch keinen einzigen Reaktor gebaut und verfügt nicht über die Genehmigung der US-Atomaufsichtsbehörde (NRC) für den kommerziellen Bau von Kraftwerken. Es wird erwartet, dass Oklo voraussichtlich erst 2027 Einnahmen generieren wird, die dann auf etwa 16 Millionen US-Dollar prognostiziert werden. Für das Jahr 2026 werden keine Umsätze erwartet.
Hohe Bewertung im Vergleich zur Realität
Die aktuelle Bewertung von Oklo wirft Fragen auf. Bei einem Kurs von etwa 82 US-Dollar pro Aktie wird das Unternehmen mit rund 12 Milliarden US-Dollar bewertet, was es in die Kategorie der Large Caps einordnet. Dies entspricht dem 750-fachen der prognostizierten Umsätze für 2027.
Ein Vergleich mit NuScale Power (NYSE: SMR), einem anderen Kernenergieunternehmen, verdeutlicht diese Diskrepanz. NuScale Power verfügt bereits über ein NRC-zugelassenes Design für kleine modulare Reaktoren (SMRs), hat eine Marktkapitalisierung von etwa 5 Milliarden US-Dollar und wird mit dem etwa 16-fachen der prognostizierten Umsätze für 2027 gehandelt. Dies deutet darauf hin, dass Oklo am Markt so bewertet wird, als stünde es kurz vor der kommerziellen Bereitstellung seiner Reaktoren, während NuScale eher als Entwickler wahrgenommen wird, der die Machbarkeit von Mikroreaktoren demonstrieren muss.
Herausforderungen für nuklearbetriebene Datenzentren
Neben der ambitionierten Bewertung gibt es weitere Herausforderungen, die Anleger berücksichtigen sollten. Das US-Energieministerium (DOE) weist darauf hin, dass die USA noch den Aufbau einer heimischen Versorgung mit Uranbrennstoff, insbesondere hochangereichertem, schwach angereichertem Uran (HALEU), vorantreiben müssen, das für viele fortschrittliche Reaktoren benötigt wird.
Weitere Aspekte sind:
- Erhebliche Kapitalkosten für den Aufbau neuer Reaktortechnologien.
- Lange und unsichere Zeitpläne für die Lizenzierung und den Einsatz.
Das DOE erwartet zudem, dass weit verbreitete kommerzielle Reaktoren erst in den 2030er Jahren auf den Markt kommen werden. Mikroreaktoren sind zudem noch eine unbewiesene Technologie.
Diese Faktoren unterstreichen, dass der Weg für Oklo, trotz seines spannenden Potenzials, mit erheblichen Unsicherheiten und einem langen Entwicklungshorizont verbunden ist.