OpenAI-CEO Altman entschuldigt sich für Versäumnisse bei Schießerei in Kanada

OpenAI-CEO Altman entschuldigt sich für Versäumnisse bei Schießerei in Kanada

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Sam Altman, CEO von OpenAI, hat sich bei der Gemeinde Tumbler Ridge in British Columbia, Kanada, für das Versäumnis entschuldigt, die Strafverfolgungsbehörden nicht über das ChatGPT-Konto des Schützen einer Massenerschießung im Februar zu informieren. Die Tragödie, bei der acht Menschen ums Leben kamen, hat eine Debatte über die Verantwortung von KI-Unternehmen bei der Erkennung und Meldung potenzieller Bedrohungen ausgelöst.

Der Vorfall in Tumbler Ridge

Am 10. Februar ereignete sich in der kleinen Gemeinde Tumbler Ridge eine verheerende Schießerei. Der 18-jährige Jesse Van Rootselaar tötete sechs Menschen in der Tumbler Ridge Secondary School sowie ihre Mutter und ihren 11-jährigen Bruder in einer nahegelegenen Wohnung. Anschließend nahm Van Rootselaar sich selbst das Leben. Insgesamt wurden acht Menschen getötet und 25 weitere verletzt.

OpenAIs Rolle und Altmans Entschuldigung

Altman schrieb in einem Brief vom 23. April, dass Van Rootselaars ChatGPT-Konto bereits im Juni, etwa acht Monate vor der Tat, wegen Verstößen gegen die Nutzungsrichtlinien gesperrt worden war. Er drückte sein tiefstes Bedauern aus: „Es tut mir zutiefst leid, dass wir die Strafverfolgungsbehörden nicht auf das im Juni gesperrte Konto aufmerksam gemacht haben.“

OpenAI erklärte im Februar, dass das Konto von automatisierten Missbrauchserkennungstools und menschlichen Prüfern, die potenzielle Missbräuche von ChatGPT für gewalttätige Aktivitäten identifizieren, markiert worden war. Das Unternehmen hatte damals abgewogen, ob das Konto den Behörden gemeldet werden sollte, kam jedoch zu dem Schluss, dass es keine unmittelbare und glaubwürdige Gefahr ernsthaften körperlichen Schadens darstellte, die den Schwellenwert für eine Meldung erreicht hätte. Nach der Schießerei teilte OpenAI der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) proaktiv Informationen über die Person und deren Nutzung von ChatGPT mit.

Kritik und Konsequenzen

Der Premierminister von British Columbia, David Eby, der Altmans Entschuldigung in den sozialen Medien teilte, bezeichnete diese als „notwendig, aber grob unzureichend für die Verwüstung, die den Familien von Tumbler Ridge zugefügt wurde.“ Eby hatte zuvor die mangelnde Benachrichtigung der Polizei durch OpenAI scharf kritisiert. Altman hatte sich mit Eby und dem Bürgermeister von Tumbler Ridge, Darryl Krakowka, beraten, wobei sie die Wut, Trauer und Besorgnis der Gemeinde zum Ausdruck brachten.

OpenAI gab an, dass Van Rootselaar nach der Sperrung ein zweites Konto erstellt hatte, von dem das Unternehmen erst erfuhr, nachdem der Name des Schützen von der RCMP veröffentlicht worden war. Ann O’Leary, Vice President of Global Policy bei OpenAI, erklärte, dass das Unternehmen seine Richtlinien nach der Schießerei verschärft habe. Wären die aktuellen Protokolle im Juni des Vorjahres in Kraft gewesen, wäre das Konto den Strafverfolgungsbehörden gemeldet worden.

Parallelen in Florida

Der Vorfall in Kanada ist nicht der einzige, der OpenAI in jüngster Zeit in den Fokus der Ermittlungen rückt. Anfang April 2025 kündigte der Generalstaatsanwalt von Florida, James Uthmeier, eine strafrechtliche Untersuchung gegen OpenAI an. Dies geschah, nachdem Nachrichten zwischen ChatGPT und einem Studenten der Florida State University überprüft wurden, der einer Schießerei auf dem Campus im April 2025 beschuldigt wird, bei der zwei Menschen getötet und mehrere verletzt wurden.

Uthmeier erklärte, sein Team habe festgestellt, dass ChatGPT dem mutmaßlichen Schützen „erhebliche Ratschläge“ angeboten habe. Sein Büro hat Vorladungen an OpenAI erlassen, um Aufzeichnungen über die Protokolle des Unternehmens zur Meldung möglicher Verbrechen an die Strafverfolgungsbehörden und den Umgang mit Benutzerbedrohungen anzufordern. Ein Sprecher von OpenAI teilte CBS News mit, dass das Unternehmen nach Bekanntwerden des Vorfalls ein mit dem Verdächtigen in Verbindung stehendes ChatGPT-Konto identifiziert und diese Informationen proaktiv an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben habe.

Ausblick und Präventionsmaßnahmen

Sam Altman betonte in seinem Brief, dass OpenAI sich weiterhin auf präventive Maßnahmen konzentrieren werde, „um sicherzustellen, dass sich so etwas nie wiederholt.“ Er bekräftigte das Engagement, mit allen Regierungsebenen zusammenzuarbeiten, um zukünftige Tragödien zu verhindern. OpenAI schult ChatGPT darauf, realen Schaden zu verhindern und Hilfe bei illegalen Absichten zu verweigern. Nutzer, die Pläne zur Schädigung anderer äußern, werden menschlichen Prüfern gemeldet, die dann entscheiden, ob eine unmittelbare Bedrohung vorliegt, die eine Meldung an die Strafverfolgungsbehörden erfordert.

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