OpenAI IPO: Finanzchefin Friar warnt vor Risiken, Altman drängt auf Notierung

OpenAI IPO: Finanzchefin Friar warnt vor Risiken, Altman drängt auf Notierung

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OpenAI, ein führendes Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, steht Berichten zufolge vor internen Herausforderungen bezüglich seines geplanten Börsengangs. Finanzchefin Sarah Friar äußert demnach Bedenken hinsichtlich der finanziellen Bereitschaft und des Timings, während CEO Sam Altman auf eine schnelle Notierung drängt. Diese Spannungen könnten den Weg zu einem potenziellen Billionen-Dollar-IPO erschweren.

Spannungen an der Spitze von OpenAI

Mehrere Medienberichte deuten auf eine mögliche Meinungsverschiedenheit zwischen OpenAI-CEO Sam Altman und CFO Sarah Friar hin. Während Altman auf einen schnellen Börsengang drängt, möglicherweise schon im vierten Quartal dieses Jahres, äußert Friar laut The Wall Street Journal und The Information erhebliche Vorbehalte. Altman möchte die Position als "erste Large-Model-Aktie" sichern und eine führende Kapitalposition im KI-Sektor etablieren, noch bevor Konkurrenten wie Anthropic ihre Listing-Pläne umsetzen.

Friars Bedenken: Finanzielle Risiken und IPO-Bereitschaft

Sarah Friar, die im Mai 2024 als CFO zu OpenAI kam, ist besorgt, dass das Unternehmen möglicherweise nicht über genügend Mittel verfügt, um die enormen Computerkosten zu decken. Sie äußerte gegenüber Kollegen, dass OpenAI 2026 nicht bereit für einen Börsengang sein werde, da die prozeduralen und organisatorischen Arbeiten unvollständig seien. Ihre Erfahrungen bei Nextdoor, wo sie den Einbruch der Tech-Aktienbewertungen nach der Pandemie miterlebte, prägen ihre vorsichtige Haltung.

Zudem sieht Friar erhebliche Risiken in den massiven Ausgabenverpflichtungen von rund 600 Milliarden US-Dollar über die nächsten fünf Jahre. Sie ist unsicher, ob das Umsatzwachstum von OpenAI, das sich verlangsamt hat, diese Verpflichtungen decken kann. Das Unternehmen verzeichnete 2025 geringere Bruttogewinnmargen als erwartet, da kurzfristig teurere Rechenkapazitäten aufgrund höherer Nachfrage beschafft werden mussten.

Ungewöhnliche Berichtsstrukturen und Expertenstimmen

Eine ungewöhnliche Entwicklung ist, dass Sarah Friar seit August 2025 nicht mehr direkt an CEO Sam Altman berichtet, sondern an Fidji Simo, die kürzlich einen kurzen medizinischen Urlaub angetreten hat. Dies ist in großen Unternehmen, wo Finanzchefs typischerweise direkt dem CEO unterstellt sind, äußerst selten. Der Investor und Ökonom Paul Kedrosky bezeichnet diese Situation als "extrem eigenartig" und kann sich an keinen vergleichbaren Fall erinnern, bei dem ein CFO eines großen Pre-IPO-Tech-Unternehmens die IPO-Pläne des eigenen Unternehmens in Frage stellte.

Offizielle Dementis und die Realität der Zahlen

Trotz der Berichte haben OpenAI, vertreten durch Altman und Friar, gemeinsame Erklärungen veröffentlicht, die jegliche Meinungsverschiedenheiten dementieren. Sie betonen, "vollständig abgestimmt" zu sein, dass der dauerhafte Zugang zu Rechenleistung im Mittelpunkt der OpenAI-Strategie stehe. In einer weiteren Stellungnahme erklärten sie, die Berichte seien "lächerlich" und sie seien "völlig einig, so viel Rechenleistung wie möglich zu kaufen und jeden Tag hart daran zu arbeiten".

Diese Dementis stehen jedoch im Kontrast zu den wiederholten Berichten mehrerer Medien wie The Wall Street Journal, The Information und The New York Times. Die Realität zeigt, dass OpenAI das Ziel von einer Milliarde wöchentlich aktiver Nutzer noch nicht offiziell bekannt gegeben hat. Zudem hält die Monetarisierungsrate des Unternehmens nicht mit den massiven Ausgaben für Rechenleistung Schritt. OpenAI hat seine ChatGPT-Umsatzziele für Ende 2025 verfehlt und verliert 2026 Marktanteile an Anthropic in den Bereichen Programmierwerkzeuge und Unternehmensmärkte.

Der Weg zum Billionen-Dollar-IPO

Ein Börsengang von OpenAI wird voraussichtlich eine Bewertung von über 1 Billion US-Dollar erreichen. Die Rolle des CFO ist entscheidend, um ein Unternehmen durch einen solch "mammutartigen" IPO zu führen. Experten der Wall Street sehen Management-Reibereien während eines IPOs als eine "fatale strukturelle Schwäche" an, unabhängig von der öffentlichen Einigkeit. Während SpaceX einen Sprint zum größten IPO der Geschichte hinlegt und Anthropic eine Bewertung von über 1 Billion US-Dollar erreicht, scheint OpenAI an der Startlinie des IPOs wiederholt auf die Bremse zu treten.

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