OpenAI zieht sich von Stargate Norwegen zurück, Microsoft übernimmt

OpenAI zieht sich von Stargate Norwegen zurück, Microsoft übernimmt

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OpenAI hat seine Pläne aufgegeben, Rechenkapazität direkt von einem norwegischen Rechenzentrum zu mieten. Diese Entscheidung folgt nur wenige Tage, nachdem das Unternehmen eine ähnliche Projektpause in Großbritannien bestätigt hatte. Microsoft übernimmt nun die zusätzliche Rechenkapazität, die ursprünglich für OpenAI in der geplanten 230MW "Stargate Norway"-Anlage in Narvik vorgesehen war.

Ein Sprecher von OpenAI teilte CNBC mit, dass das KI-Unternehmen nun Gespräche führt, um Kapazität von Microsoft zu mieten. Dies sei finanziell sinnvoller und falle unter bereits bestehende vertragliche Ausgaben.

OpenAI zieht sich aus "Stargate Norwegen" zurück

OpenAI hatte 2025 die Möglichkeit, ein "initial offtaker" in dem von dem britischen KI-Cloud-Startup Nscale gebauten Rechenzentrum zu werden. Das Unternehmen positionierte dies unter dem Dach seines "Stargate"-Infrastrukturprojekts. Eine Quelle mit direkter Kenntnis der Angelegenheit berichtete CNBC, dass OpenAI Gespräche führte, um etwa die Hälfte der Kapazität der Anlage zu mieten.

Letztendlich konnten sich Nscale und OpenAI jedoch nicht auf einen Abnahmevertrag einigen. Bloomberg berichtete, dass OpenAI seine Abnahmeverhandlungen für das Rechenzentrum mit Nscale nicht abgeschlossen hat. Ein OpenAI-Sprecher lehnte es ab, sich zur Höhe der diskutierten Kapazität zu äußern.

Microsofts verstärktes Engagement in Narvik

Microsoft ist nun eingesprungen, um die Kapazität zu übernehmen. Nscale gab bekannt, dass Microsoft seine Vereinbarung am Narvik-Campus erweitert und über 30.000 Nvidia Rubin GPUs in die Bereitstellung aufnimmt. Bereits im März hatte Nscale mitgeteilt, Microsoft bei der Bereitstellung der Nvidia Vera Rubin Plattform an Standorten in Großbritannien, Norwegen und darüber hinaus zu unterstützen.

Jon Tinter, Präsident für Geschäftsentwicklung und Ventures bei Microsoft, erklärte in einer Stellungnahme, dass die Erweiterung der Zusammenarbeit mit Nscale in Narvik dazu beiträgt, dass Microsoft-Kunden Zugang zu der fortschrittlichen KI-Infrastruktur haben, die sie benötigen, da die Nachfrage in ganz Europa weiter wächst. Diese Erweiterung baut auf einer früheren Zusage von Microsoft in Höhe von 6,2 Milliarden US-Dollar für denselben Rechenzentrumsstandort Ende 2025 auf.

Der Nscale Narvik Campus ist ein Joint Venture mit der norwegischen Industrie-Investmentfirma Aker. Er nutzt die reichlich vorhandene Wasserkraft und das kühle Klima Nordnorwegens, um energieintensive KI-Arbeitslasten mit geringeren Kühlkosten und einem CO2-neutralen Fußabdruck zu unterstützen. Das Narvik-Projekt ist mit einem Ziel von 100.000 Nvidia GPUs eines der größten KI-Rechenzentrumsprojekte in der nordischen Region.

Strategische Neuausrichtung bei OpenAI

Die Entscheidung, sich aus dem norwegischen Projekt zurückzuziehen, folgt auf die Bestätigung von OpenAI, dass es auch Pläne für sein "Stargate UK"-Projekt gestoppt hat. Als Gründe nannte das Unternehmen die Energiekosten und das regulatorische Umfeld in Großbritannien. Im März 2026 gab OpenAI zudem die Einstellung seines Videogenerierungsdienstes Sora bekannt.

Diese Schritte deuten auf eine vorsichtigere Herangehensweise an Infrastrukturinvestitionen von OpenAI hin, insbesondere im Hinblick auf einen potenziellen Börsengang in diesem Jahr. Obwohl das Startup im März 2026 eine Rekordfinanzierungsrunde von 122 Milliarden US-Dollar bei einer Post-Money-Bewertung von 852 Milliarden US-Dollar abschloss, hat es die Erwartungen an seine Ausgabenpläne gedämpft.

Nachdem CEO Sam Altman im November 2025 noch von 1,4 Billionen US-Dollar an Infrastrukturverpflichtungen über die nächsten acht Jahre sprach, teilte OpenAI den Investoren im Februar 2026 mit, dass es bis 2030 etwa 600 Milliarden US-Dollar an gesamten Compute-Ausgaben anstrebt. Ein Sprecher von OpenAI betonte gegenüber CNBC: "Wir setzen unsere Pläne in Norwegen fort. Microsoft ist ein wichtiger Partner in unserem Netzwerk, und wir werden mit ihnen zusammenarbeiten, um Zugang zu Compute-Kapazität in Norwegen zu erhalten, so wie wir es bereits in anderen Teilen der Welt tun." Dabei verwies das Unternehmen auf seine Ankündigung vom Oktober 2025, Dienstleistungen im Wert von 250 Milliarden US-Dollar von Azure, Microsofts Cloud-Computing-Sparte, zu beziehen.

Breite Expansion der Hyperscaler

Microsoft schmiedet aktiv Partnerschaften mit Neocloud-Anbietern wie Nscale, um seine KI-Rechenzentrumsaktivitäten weltweit auszubauen. Zuletzt kündigte Microsoft eine neue Rechenzentrumsregion in Dänemark an und plant die Erweiterung seiner Rechenzentrumsaktivitäten in Cheyenne, Wyoming. Die Wall Street erwartet, dass Microsoft in diesem Jahr 143 Milliarden US-Dollar für Investitionsausgaben ausgeben wird, die größtenteils an die Entwicklung von Rechenzentren gebunden sind.

Auch Google ist in diesem Trend aktiv: Bloomberg berichtete, dass Google Kapazität von einem separaten Nscale-Rechenzentrum in West London mieten wird, das Nvidia Grace Blackwell Chips betreibt, obwohl diese Vereinbarung noch nicht öffentlich gemacht wurde. Dieser breitere Trend zeigt, dass Hyperscaler langfristige Verträge in ressourcenreichen Regionen suchen, um Nachhaltigkeitsziele mit dem exponentiellen Compute-Bedarf in Einklang zu bringen.

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