OpenClaw-Schöpfer Peter Steinberger wechselt zu OpenAI: Europas Tech-Dilemma

OpenClaw-Schöpfer Peter Steinberger wechselt zu OpenAI: Europas Tech-Dilemma

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Peter Steinberger, der österreichische Entwickler des erfolgreichen KI-Agenten OpenClaw, wechselt zu OpenAI in die USA. Sein Umzug verdeutlicht die strukturellen Defizite Europas im Tech-Sektor, insbesondere hinsichtlich Regulierung und Kapitalbeschaffung. Steinberger kritisiert die europäischen Rahmenbedingungen scharf und sieht in den USA bessere Voraussetzungen für Innovation.

Ein europäisches Talent zieht es in die USA

Peter Steinberger, der österreichische Entwickler des Open-Source-KI-Agenten OpenClaw, wechselt zu OpenAI in die Vereinigten Staaten. Er verlässt Wien und London, wo er zuvor lebte, um sich in San Francisco niederzulassen. Dieser Schritt folgt persönlichen Kontakten von Tech-Größen wie Sam Altman von OpenAI, Mark Zuckerberg von Meta und Satya Nadella von Microsoft, die alle Interesse an Steinberger zeigten.

Steinberger, dessen Projekt OpenClaw als das am schnellsten wachsende GitHub-Projekt aller Zeiten gilt, wurde von Sam Altman persönlich kontaktiert. Altman kündigte auf X an, dass Steinberger die Arbeit an der "nächsten Generation persönlicher Agenten" bei OpenAI leiten wird. Der Wechsel wurde am 14. Februar 2026 bekannt gegeben, nachdem Steinberger eine Woche lang Gespräche mit führenden Labs in San Francisco geführt hatte.

OpenClaw: Ein Phänomen der KI-Agenten

OpenClaw ist ein Open-Source-KI-Agent, der lokal auf der Hardware des Nutzers läuft und über bestehende Chat-Apps wie WhatsApp, Slack oder iMessage interagiert. Er kann autonome Aktionen ausführen, darunter E-Mail-Verwaltung, Kalenderaktualisierungen und das Erstellen von Einkaufslisten basierend auf Rezepten. Im Gegensatz zu reinen Chatbots führt OpenClaw tatsächlich Handlungen aus und benötigt nicht zwingend eine Internetverbindung.

Das Projekt, das ursprünglich als "Clawdbot" begann und später in "Moltbot" und schließlich in "OpenClaw" umbenannt wurde, erlangte innerhalb von nur zehn Wochen immense Popularität. Es verzeichnete 200.000 Sterne auf GitHub, 35.000 Forks und wurde im letzten Monat schätzungsweise 2,3 Millionen Mal heruntergeladen. Steinberger betonte, dass die Vision "wirklich nützlicher persönlicher Agenten" Ressourcen und Infrastruktur erfordert, die nur wenige Unternehmen bieten können.

OpenClaw wird unter einer neuen, unabhängigen Stiftung weiterentwickelt, die von OpenAI gesponsert wird. Dies ermöglicht Steinberger, seine Zeit zwischen dem Projekt und den Forschungsbemühungen von OpenAI aufzuteilen und die Entwicklung mit Zugang zu modernsten Modellen und Forschung zu beschleunigen.

Die Kritik an Europas Rahmenbedingungen

Steinberger äußert scharfe Kritik an den europäischen Rahmenbedingungen für Technologieunternehmen. Er beklagt, dass er in den USA auf Begeisterung stoße, während er in Europa mit Ermahnungen zu Verantwortung und Regulierung konfrontiert werde. Er argumentiert, dass der Aufbau eines Unternehmens in Europa durch strenge Arbeits- und andere Vorschriften erschwert würde.

Als Beispiel nennt er die Arbeitskultur bei OpenAI, wo Mitarbeiter sechs bis sieben Tage pro Woche arbeiten und entsprechend entlohnt werden – eine Praxis, die in Europa illegal wäre. Steinberger sieht den Fall als "Vergrößerungsglas für die strukturellen Defizite eines Kontinents, der zwischen regulatorischer Besessenheit und Kapitalmangel gefangen ist."

Ein EU-Bericht aus dem Jahr 2024 stellte fest, dass die Region, insbesondere bei Innovationen, hinter den USA zurückgefallen ist. Obwohl eine Reihe von Änderungen vorgeschlagen wurde, waren bis Ende 2025 nur wenige Empfehlungen umgesetzt worden. Steinberger zeigte sich zwar hoffnungsvoll bezüglich EU INC, einem Versuch, einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für Unternehmen zu schaffen, doch dieses Vorhaben scheine "auszufransen" und werde durch "egoistische nationale Interessen" verwässert.

Kapital und Regulierung: Die Kernprobleme

Die Unterschiede zwischen den USA und Europa sind laut Steinberger fundamental und lassen sich auf zwei Kernprobleme reduzieren: Kapital und Datenschutz. In den USA fließt Geld schnell, unkompliziert und in gigantischen Summen dorthin, wo Innovation stattfindet. In Europa hingegen wird gespart, und Pensionsfonds agieren konservativ.

Europäische Unternehmen und VCs verfügen oft nicht über die finanziellen Mittel, um neunstellige Deals für Einzelpersonen innerhalb weniger Wochen abzuschließen, wie es OpenAI, Meta oder Microsoft können. Kein europäischer CEO schien sich ernsthaft um Steinberger bemüht zu haben, während amerikanische Tech-CEOs innerhalb von Stunden persönlichen Kontakt aufnahmen.

Die wertvollste europäische Firma, der niederländische Chiphersteller ASML, wird auf etwa 550 Milliarden US-Dollar geschätzt. Im Gegensatz dazu gibt es in den USA zehn Unternehmen, die jeweils über eine Billion US-Dollar wert sind, die meisten davon aus dem Technologiesektor. Selbst europäische KI-Hoffnungen wie Mistral AI verfügen weder über die Rechenressourcen noch die globale Reichweite von OpenAI.

Die Zukunft der KI-Agenten und ihre Risiken

KI-Agenten stellen einen Paradigmenwechsel über reine Chatbots hinaus dar, indem sie Aktionen über Anwendungen, Dateien und Dienste hinweg ermöglichen. Sie entwickeln sich zu einer kritischen Kontrollinstanz für Identität, Daten und Arbeitsabläufe, was sie zu primären Zielen für Angreifer macht.

Zu den Hauptrisiken gehören Prompt Injection (z.B. CVE-2025-1234, betroffen OpenClaw v1.2-beta), Tool-Missbrauch (CVE-2025-5678), das Durchsickern von Geheimnissen (CVE-2025-9012, in neuesten OpenAI-Modellen behoben) und Datenexfiltration. Steinberger's Vision eines Agenten, den "sogar meine Mutter benutzen kann", verstärkt diese Bedenken, da eine breitere Benutzerfreundlichkeit auch umfassendere Berechtigungen erfordert, die durch robuste Schutzmaßnahmen ausgeglichen werden müssen.

OpenAI's Fokus auf Sicherheitsforschung und fortschrittliche Modelle könnte diese Probleme durch verbesserte Verhaltensweisen, Tool-Berechtigungen und sichere Architekturen mindern. Für Unternehmen werden Agenten schnell zu Standardschnittstellen für SaaS und lokale Daten, was angepasste Sicherheitsrichtlinien für Berechtigungen, Audit-Protokolle und Isolation erfordert. Der Wechsel von OpenClaw zu einer Stiftung verbessert Governance, Transparenz und Wartung und reduziert Risiken, die oft mit Open-Source-Lieferketten verbunden sind.

Der Markt für KI-Agenten ist hart umkämpft: OpenAI's Marktanteil im Unternehmensbereich sank von rund 50 % im Jahr 2023 auf 27 % Ende 2025, während Anthropic auf etwa 40 % wuchs. Auch Microsoft mit AutoGen und Copilot, Cisco mit KI-Routing und IBM in Partnerschaft mit Anthropic investieren stark in diesen Bereich. Gartner prognostiziert, dass 40 % der UC-Führungskräfte KI-Agenten verwalten werden.

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