
Orsted-Aktie steigt nach US-Gerichtsurteil: Revolution Wind Projekt kann fortgesetzt werden
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Ein US-Gericht hat dem dänischen Erneuerbare-Energien-Riesen Orsted die Wiederaufnahme der Arbeiten am Offshore-Windprojekt Revolution Wind gestattet. Diese Entscheidung führte am Dienstag zu einem Anstieg der Orsted-Aktien um 5% und stellt einen rechtlichen Rückschlag für die pro-fossile Trump-Administration dar, die das Projekt zuvor gestoppt hatte. Das Urteil ermöglicht es Orsted, die betroffenen Aktivitäten sofort wieder aufzunehmen.
Gerichtsurteil stärkt Offshore-Windkraft in den USA
US-Bezirksrichter Royce Lamberth vom U.S. District Court for the District of Columbia entschied am Montag, dass Orsted den Bau des Windparks vor der Küste von Rhode Island fortsetzen kann, während das Unternehmen die jüngste Stilllegungsanordnung der Regierung anfechtet. Lamberth äußerte sich skeptisch gegenüber den "wahren Motiven der Regierung" für den Projektstopp und fragte, warum man das Projekt, das täglich 1,5 Millionen Dollar kostet, vollständig stoppen wolle. Er betonte, dass das Revolution Wind Projekt "irreparabel geschädigt" würde, wenn die Arbeiten während des Rechtsstreits nicht fortgesetzt werden dürften. Das Projekt ist bereits zu fast 90% fertiggestellt und hat alle erforderlichen Bundesgenehmigungen erhalten.
Hintergrund der Blockade durch die Trump-Administration
Die Trump-Administration hatte Ende letzten Jahres fünf große Offshore-Windprojekte, darunter Orsteds Vorhaben vor der Küste von Rhode Island, gestoppt. Als Begründung wurden nationale Sicherheitsbedenken angeführt, die vom Pentagon identifiziert worden seien. Orsted reichte daraufhin Anfang des Monats eine Klage gegen die Entscheidung ein und argumentierte, dass die Aussetzung der Pachtverträge dem Revolution Wind Projekt "erheblichen Schaden" zufügen würde. Die US-Regierung legte keine spezifischen Details zu den nationalen Sicherheitsbedenken offen.
Politische Dimension und Trumps Haltung zur Windenergie
Das Urteil ist ein vorläufiger Sieg für die Windenergiebranche, die von Präsident Trump als "Verlierer" bezeichnet wird. Trump hatte erklärt, sein Ziel sei es, keine "Windmühlen" bauen zu lassen. Er äußerte, Windparks würden Geld verlieren, die Landschaft zerstören und Vögel töten. "Ich habe meinen Leuten gesagt, wir werden keine Windmühlen in diesem Land genehmigen", so Trump. Die Biden-Administration hatte sich hingegen für den Ausbau der Offshore-Windkraft als Lösung gegen den Klimawandel eingesetzt. Neben Orsted klagten auch das norwegische Unternehmen Equinor und Dominion Energy Virginia gegen die Stilllegung ihrer Projekte. Rhode Island und Connecticut reichten ebenfalls eigene Anträge ein, um Revolution Wind zu retten.
Marktreaktion und Zukunftsaussichten
Die Aktien von Orsted stiegen am Dienstag um 5,2% um 8:40 Uhr Londoner Zeit (3:40 Uhr ET). Auch der dänische Windturbinenhersteller Vestas verzeichnete einen Anstieg von rund 1,6%. Michael Field, Chief Equity Strategist bei Morningstar, begrüßte die Entscheidung für Unternehmen wie Orsted und Vestas, warnte jedoch vor weiterer Unsicherheit in der Branche. Er merkte an, dass die Frage bleibe, ob Trump einen anderen Weg finden werde, um gegen diese Unternehmen vorzugehen. Daher sei es noch zu früh für vollständige Feierlichkeiten.
Das Revolution Wind Projekt im Detail
Das Revolution Wind Projekt ist ein 50/50-Joint Venture zwischen Orsted und Skyborn Renewables von Global Infrastructure Partners. In einer Einreichung im letzten Jahr gaben Orsted und Skyborn Renewables an, bereits rund 5 Milliarden US-Dollar in das Projekt investiert zu haben. Das Projekt ist darauf ausgelegt, Hunderttausende von Haushalten in Rhode Island und Connecticut mit Strom zu versorgen und soll bezahlbare, zuverlässige Energie für den Nordosten der USA liefern.