Orsted klagt US-Regierung wegen 5 Mrd. $ Offshore-Windprojekt

Orsted klagt US-Regierung wegen 5 Mrd. $ Offshore-Windprojekt

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Der dänische Erneuerbare-Energien-Riese Orsted hat rechtliche Schritte gegen die US-Regierung eingeleitet. Das Unternehmen klagt gegen die Suspendierung seines 5 Milliarden US-Dollar schweren Offshore-Windprojekts Revolution Wind durch die Trump-Administration. Die Entscheidung, die auf Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit basiert, hat weitreichende Folgen für die Offshore-Windenergiebranche in den USA.

Orsted klagt gegen US-Regierung wegen Revolution Wind Projekt

Orsted, der weltweit größte Entwickler von Offshore-Windparks, reichte am Freitag eine Klage gegen die Trump-Administration ein. Ziel ist es, die Aussetzung des Revolution Wind Projekts, einem 50/50-Joint Venture mit Global Infrastructure Partners' Skyborn Renewables, anzufechten. Das Projekt, das sich etwa 15 Meilen südlich der Küste von Rhode Island befindet, ist zu 87% fertiggestellt und sollte noch in diesem Jahr Strom liefern.

Das Unternehmen strebt eine gerichtliche Verfügung an, um die Suspendierung aufzuheben. Orsted betonte, dass bereits Milliarden von Dollar in das Projekt investiert und vertraglich zugesagt wurden, basierend auf einem gründlichen Prüfprozess und behördlichen Genehmigungen. "Revolution Wind faces substantial harm from a continuation of the lease suspension order. As a result, litigation is a necessary step to protect the rights of the Project", erklärte Orsted in einer Stellungnahme.

Die Klage wurde von Revolution Wind LLC beim U.S. District Court for the District of Columbia eingereicht. Die Aktien von Orsted stiegen nach Bekanntgabe der Klage um mehr als 4% und gehörten damit zu den Top-Performern im pan-europäischen Stoxx 600 Index.

Hintergrund der Suspendierung: Nationale Sicherheit und Trumps Haltung

Die Trump-Administration hatte am 22. Dezember die Pachtverträge für fünf große Offshore-Windprojekte, darunter Revolution Wind, ausgesetzt. Als Begründung wurden nationale Sicherheitsbedenken angeführt, die vom Pentagon identifiziert wurden. Das US-Verteidigungsministerium warnte, dass Offshore-Windturbinen Radarsysteme stören könnten, die zur Erkennung und Verfolgung potenzieller Sicherheitsbedrohungen eingesetzt werden.

Die Größe und Bewegung der Turbinenblätter sowie die reflektierenden Türme stellten laut dem Innenministerium operationelle Risiken dar. Präsident Donald Trump hat sich zuvor wiederholt kritisch gegenüber Windturbinen geäußert, sie als "hässlich" und als "wirtschaftliche und ökologische Katastrophe" bezeichnet. Seine Regierung verfolgt eine pro-fossile Energiepolitik und versucht, die unter der Biden-Ära eingeführten Klimapolitiken zurückzunehmen.

Dies ist nicht der erste Schlag gegen Revolution Wind; bereits im August 2025 gab es eine Baueinstellungsverfügung, die ein Richter später aufhob. Trump hatte bereits Stunden nach seinem Amtsantritt im Januar Beschränkungen für Offshore-Projekte verhängt, die ein Bundesrichter kürzlich als illegal einstufte.

Finanzielle Auswirkungen und breitere Branchenherausforderungen

Die Suspendierung der Pachtverträge betrifft insgesamt fünf Windparks an der Ostküste der USA, die laut BloombergNEF ein gebundenes Kapital von rund 28 Milliarden US-Dollar repräsentieren. Neben Revolution Wind ist auch Orsteds Sunrise Wind Projekt vor der Küste New Yorks betroffen. Orsted prüft auch hier weitere Optionen, einschließlich möglicher rechtlicher Schritte.

Die Entscheidung der Regierung hat den Druck auf Offshore-Windentwickler weiter erhöht, die bereits mit steigenden Baukosten, Inflation, höheren Zinsen, Lieferkettenstörungen und regulatorischer Unsicherheit zu kämpfen haben. Orsted hatte im vergangenen Jahr rund 60 Milliarden dänische Kronen (etwa 9,4 Milliarden US-Dollar) durch eine vergünstigte Aktienemission zur Stärkung seiner Bilanz aufgenommen.

Die Aktien von Orsted fielen nach der Ankündigung der Suspendierung zunächst um fast 13%, bevor sie sich nach der Klageerhebung wieder erholten. Deepa Venkateswaran, Analystin bei Bernstein, äußerte die Erwartung weiterer Klagen von Entwicklern, merkte jedoch an, dass es aufgrund des Bezugs zu einem klassifizierten Bericht und nationaler Sicherheit unklar sei, ob Gerichte einstweiligen Rechtsschutz gewähren könnten. Die Kosten einer Verzögerung könnten für Orsteds Projekte bis zu 70 Millionen US-Dollar pro Gigawatt pro Woche betragen.

Weitere betroffene Projekte und Reaktionen der Branche

Neben Orsteds Projekten sind auch Equinors Empire Wind 1 vor New Jersey, Vineyard Wind 1 vor Massachusetts und Coastal Virginia von den Baueinstellungsverfügungen betroffen. Equinor ASA und Orsted A/S gaben an, mit den US-Behörden bezüglich der Sicherheitsbedenken in Kontakt zu stehen. Equinor betonte, die "relevanten nationalen sicherheitsrelevanten Anforderungen" seit mehreren Jahren zu erfüllen.

Equinors Empire Wind 1 Projekt ist zu 60% fertiggestellt und hat einen Bruttobuchwert von rund 3,1 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen warnte, dass die Baueinstellungsverfügung den Fortschritt erheblich gefährde und ohne schnelle Lösung erhebliche Auswirkungen auf das Projekt haben könnte.

Demokratische Gesetzgeber, Staatsbeamte und Industriegruppen haben die Suspendierungen kritisiert. Sie argumentieren, dass diese die Ziele für saubere Energie gefährden und das Vertrauen der Investoren in die Entwicklung der US-Offshore-Windenergie untergraben.