Oster-Waffenruhe in Ukraine gebrochen: Gegenseitige Vorwürfe und Kalender-Konflikt

Oster-Waffenruhe in Ukraine gebrochen: Gegenseitige Vorwürfe und Kalender-Konflikt

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Russland und die Ukraine haben sich gegenseitig vorgeworfen, die von Moskau für das orthodoxe Osterwochenende ausgerufene Waffenruhe am Sonntag verletzt zu haben. Die 32-stündige Feuerpause, die von Samstag, 16 Uhr, bis zum Ende des Sonntags gelten sollte, konnte die Kampfhandlungen nicht stoppen und unterstreicht die anhaltende Komplexität des Konflikts.

Gegenseitige Vorwürfe nach Oster-Waffenruhe

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die Feuerpause am Donnerstag ausgerufen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj versprach, die Waffenruhe einzuhalten, warnte jedoch vor einer schnellen militärischen Reaktion auf jegliche Verstöße.

Die ukrainischen Streitkräfte meldeten am Sonntag bis 7 Uhr morgens 2.299 Verstöße gegen die Waffenruhe. Diese umfassten:

  • 28 feindliche Angriffe
  • 479 feindliche Beschüsse
  • 747 Angriffe mit Kampfdrohnen
  • 1.045 Angriffe mit FPV-Drohnen

Das russische Verteidigungsministerium hingegen registrierte am Sonntag 1.971 Verstöße, darunter Drohnenangriffe. Es behauptete, Kiew habe 258 Mal Artillerie oder Panzer eingesetzt, 1.329 FPV-Drohnenangriffe durchgeführt und 375 Mal "verschiedene Arten von Munition" abgeworfen.

Putins Bedingung und Kiews Skepsis

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview, Russland werde den vorübergehenden Waffenstillstand nicht verlängern, es sei denn, Selenskyj akzeptiere die russischen Bedingungen. Peskow wurde mit den Worten zitiert: "Nachhaltiger Frieden kann eintreten, wenn wir unsere Interessen sichern und die Ziele erreichen, die wir von Anfang an gesetzt haben. Dies kann buchstäblich heute geschehen. Aber Selenskyj muss diese bekannten Lösungen akzeptieren." Er fügte hinzu: "Solange Selenskyj nicht den Mut aufbringt, diese Verantwortung zu übernehmen, wird die spezielle Militäroperation nach Ablauf des Waffenstillstands fortgesetzt."

Außerhalb Kiews versammelten sich Tausende in einem nationalen Kulturerbepark, um Ostern zu feiern, trotz der Skepsis, dass ein Waffenstillstand halten würde. Irena Bulhakova äußerte ihre Zweifel an den Aussichten auf Frieden, insbesondere angesichts der Tatsache, dass frühere Versuche, Waffenstillstände zu sichern, wenig oder keine Wirkung gezeigt hatten. Sie kommentierte: "Jedes Mal, wenn ein Waffenstillstand für einen Feiertag angekündigt wird, geht der Beschuss trotzdem weiter." Dennoch reflektierte sie die Bedeutung des Feiertags: "Das Gute triumphiert über die Dunkelheit, und darauf hoffen wir sehr."

Der Kontext: Orthodoxes Osterfest 2026

Das orthodoxe Osterfest, das in vielen Ländern wie der Ukraine, Russland, Serbien, Rumänien und Griechenland gefeiert wird, ist das wichtigste Fest im orthodoxen Kalender. Es wird als "Fest der Feste" bezeichnet und verkörpert jahrhundertealte spirituelle und kulturelle Traditionen. Im Jahr 2026 fiel das orthodoxe Osterfest auf Sonntag, den 12. April.

Dieses Datum feiert die Auferstehung Jesu von den Toten am dritten Tag nach seiner Kreuzigung am orthodoxen Karfreitag. Die Feierlichkeiten beginnen in der Nacht von Samstag auf Sonntag, gegen Mitternacht, mit einer Osternachtsmesse, bei der die Gläubigen in der Kirche zusammenkommen.

Kalender-Differenzen und ihre Bedeutung

Das Datum des orthodoxen Osterfestes ist nicht festgelegt, sondern ändert sich jedes Jahr gemäß einer Berechnung, die auf dem Julianischen Kalender basiert. Dies ist der Hauptgrund, warum es sich oft vom katholischen Osterfest unterscheidet, das im Jahr 2026 am 5. April gefeiert wurde – eine Woche vor dem orthodoxen Ostern.

Die katholische Kirche verwendet den Gregorianischen Kalender, der 1582 eingeführt wurde und heute weltweit fast überall genutzt wird. Die orthodoxe Kirche hingegen berechnet das Osterdatum nach dem Julianischen Kalender, einem älteren Kalender, der 46 v. Chr. von Julius Cäsar eingeführt wurde. Der Julianische Kalender liegt 13 Tage hinter dem Gregorianischen Kalender zurück. Obwohl beide Kirchen die gleiche Grundregel anwenden – Ostern ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Frühlingstagundnachtgleiche – kommen sie aufgrund ihrer unterschiedlichen Ausgangspunkte nicht zum selben Ergebnis.

Etwa drei bis vier Mal pro Jahrzehnt fallen die beiden Osterfeste jedoch auf denselben Tag, wenn die Mondzyklen der beiden Kalender zufällig zusammenfallen. Die nächsten bemerkenswerten Übereinstimmungen werden für 2034 und 2037 erwartet.

Gescheiterte Verhandlungen und die Zukunft

In den letzten Monaten sind mehrere von den USA vermittelte Verhandlungsrunden gescheitert, die Kriegsparteien einer Einigung zur Beendigung der Kämpfe, die durch Russlands Invasion im Februar 2022 ausgelöst wurden, näherzubringen. Der Prozess ist seit dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten zusätzlich ins Stocken geraten. Die Verletzung der Oster-Waffenruhe unterstreicht die tief verwurzelten Differenzen und die Schwierigkeit, eine dauerhafte Friedenslösung zu finden.

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