Paketdiebstahl: Milliardenverluste und strengere Gesetze

Paketdiebstahl: Milliardenverluste und strengere Gesetze

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Paketdiebstähle, auch bekannt als "Porch Piracy", sind zu einem massiven Problem geworden, das täglich Hunderttausende von Sendungen betrifft und Milliardenschäden verursacht. Während die Online-Einkäufe boomen, drängen Gesetzgeber auf strengere Strafen, um Verbraucher und Händler besser zu schützen.

Die Welle der Paketdiebstähle: Eine wachsende Bedrohung

Täglich werden landesweit etwa 250.000 Pakete gestohlen, wie das Sicherheitsforschungsunternehmen SafeWise in einer Studie feststellte. Allein im vergangenen Jahr belief sich der geschätzte Gesamtwert der verlorenen Gegenstände auf fast 15 Milliarden US-Dollar für Verbraucher und 22 Milliarden US-Dollar für Einzelhändler.

Ein Beispiel dafür ist Tonya Sheppard aus Atlanta, deren Pakete mitten am Tag auf einer belebten Straße gestohlen wurden. Überwachungsaufnahmen zeigen, wie der Dieb, ein sogenannter "Porch Pirate", unverdächtig in die Kamera winkt, prüft, ob die Luft rein ist, und dann mit den Kartons verschwindet.

Finanzielle Auswirkungen und persönliche Dramen

Die Studie von SafeWise aus dem Jahr 2025 ergab, dass mehr als jeder dritte Amerikaner im Jahr 2025 Opfer eines Paketdiebstahls wurde, und 75 % der Betroffenen erlebten dies sogar mehrfach. Der durchschnittliche Wert eines gestohlenen Pakets lag bei 143 US-Dollar.

Die finanziellen und emotionalen Folgen können erheblich sein. Tonya Sheppard betonte gegenüber CBS News: "Ich denke an Menschen, die es sich nicht leisten könnten, Pakete erneut zu kaufen, wissen Sie, was ich meine? Oder was, wenn Sie ein Kind hätten und es wäre dieses eine Geschenk, das von Ihrer Veranda gestohlen wurde." Ein Bericht der Handelskammer aus dem Jahr 2024 zeigte zudem, dass ein Viertel der Opfer nie eine Rückerstattung für ihre gestohlenen Artikel erhielt.

Gesetzgeber reagieren: Neue Strafen in Sicht

Angesichts der steigenden Zahlen von Paketdiebstählen, die landesweit über 100 Millionen pro Jahr erreichen, drängen Gesetzgeber auf neue Gesetze mit strengeren Strafen. Der Abgeordnete Josh Gottheimer aus New Jersey hat den "Porch Pirates Act" eingebracht.

Dieses Gesetz würde den Diebstahl jedes Pakets zu einem Bundesverbrechen machen und Geldstrafen von bis zu 250.000 US-Dollar sowie Haftstrafen von bis zu 10 Jahren nach sich ziehen. Gottheimer erklärte, dass derzeit nur Postsendungen, die vom U.S. Postal Service (USPS) bearbeitet werden, bundesweit geschützt sind. Pakete, die von privaten Zustelldiensten wie UPS, Amazon, FedEx oder DHL geliefert werden, genießen diese strengen bundesweiten Strafen nicht.

Alabama geht voran: Ein Präzedenzfall

Der Bundesstaat Alabama hat bereits reagiert und im Jahr 2025 ein Gesetz verabschiedet, das "Porch Piracy" zu einem Verbrechen macht. Das Gesetz, das von Senatorin April Weaver eingebracht wurde und am 1. Oktober in Kraft trat, sieht empfindliche Gefängnisstrafen und hohe Geldstrafen vor.

Die Strafen in Alabama sind gestaffelt:

  • Class A Misdemeanor: Für Diebstahl von einem bis neun Adressen, bestraft mit einem Jahr Gefängnis und einer Geldstrafe von bis zu 6.000 US-Dollar. Auch das Annehmen eines wissentlich gestohlenen Pakets ist ein Class A Misdemeanor.
  • Class D Felony: Für Diebstahl von 10 bis 29 Adressen, bestraft mit ein bis fünf Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von bis zu 7.500 US-Dollar.
  • Class C Felony: Für Diebstahl von 30 oder mehr Adressen, bestraft mit ein bis zehn Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von bis zu 7.500 US-Dollar.
  • Erhöhung zu Class C oder Class B Felony: Bei Diebstahl von Paketen oder Post mit der Absicht, persönliche Informationen zu stehlen oder den Adressaten zu betrügen, drohen zwei bis 20 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 30.000 US-Dollar.

Alabama ist der zwölfte Bundesstaat, der ein solches Gesetz verabschiedet hat, neben Arkansas, Florida, Georgia, Kentucky, Michigan, Missouri, New Jersey, Oklahoma, Pennsylvania, Tennessee und Texas.

Schutzmaßnahmen: Was Verbraucher tun können

Während Gesetzgeber an strengeren Strafen arbeiten, können auch Verbraucher selbst Maßnahmen ergreifen, um Paketdiebstähle zu verhindern. Nick B. Thomas, Chief Marketing Officer von Ackerman Security Systems, empfiehlt die "drei Ds": abschrecken (deter), erkennen (detect) und verweigern (deny).

Praktische Tipps umfassen:

  • Beleuchtung und Kameras: Eine Kamera mit Bewegungssensor und Beleuchtung kann Diebe abschrecken. "Auf der Veranda, wenn Sie eine Art Licht in Verbindung mit Ihrer Kamera haben, werden sie es nicht versuchen", so Thomas.
  • Sichtbarkeit: Ridgewood Police Chief Forest Lyons rät, den Bereich um die Haustür offen und gut sichtbar zu halten.
  • Video-Türklingeln: Technologien wie Ring-Türklingeln können eine große Abschreckung sein, wie der Anwohner Jim Reynolds aus Ridgewood bestätigt.
  • Lieferzeitpunkte beachten: Tonya Sheppard versucht, bewusster darauf zu achten, wann ihre Online-Bestellungen ankommen.

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