Pakistan und Indien: Südasien im Krypto-Wettlauf um Regulierung

Pakistan und Indien: Südasien im Krypto-Wettlauf um Regulierung

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Pakistan hat seine Bemühungen zur Integration von Kryptowährungen in sein Finanzsystem deutlich verstärkt und damit eine achtjährige Phase der Einschränkungen beendet. Im Gegensatz dazu verfolgt das Nachbarland Indien weiterhin einen vorsichtigeren Ansatz, obwohl es bei der Krypto-Adoption weltweit führend ist. Diese unterschiedlichen Strategien prägen die Entwicklung digitaler Vermögenswerte in Südasien.

Pakistans ambitionierter Kurswechsel in der Krypto-Regulierung

In einem bemerkenswerten Schritt erlaubt die pakistanische Zentralbank nun Banken, lizenzierte Anbieter virtueller Vermögenswerte (Virtual Asset Service Providers, VASPs) zu bedienen. Dies markiert das Ende einer achtjährigen Pause in der regulierten Kryptowährungsaktivität. Bilal Bin Saqib, Vorsitzender des Bundesregulators für virtuelle Vermögenswerte, erklärte, das Land bewege sich nun "von Einschränkung zu Regulierung" und "von Unklarheit zu institutioneller Klarheit".

Dieser Schritt ist Teil von Pakistans umfassender Krypto-Strategie, die darauf abzielt, globale Akteure anzuziehen und das Land als globales Zentrum für digitale Vermögenswerte zu positionieren. Das pakistanische Finanzministerium kündigte zudem Pläne an, 2000 Megawatt Strom für den Betrieb von BTC-Mining- und Künstliche-Intelligenz-Rechenzentren bereitzustellen, was potenziell zur Stabilisierung der Energieversorgung des Landes beitragen könnte. Während das Federal Board of Revenue aktiv Wege zur Besteuerung von Gewinnen, Einkommen und Vermögenswerten aus dem Krypto-Handel prüft, wies der Technologie- und Streitbeilegungsanwalt Ayaan Shehrayar darauf hin, dass dem Land derzeit noch die notwendigen Implementierungsmechanismen fehlen.

Neue Regeln für Krypto-Banking und die Rolle der PVARA

Am 14. April 2026 hob die State Bank of Pakistan (SBP) mit dem Rundschreiben BPRD Circular Letter No. 10 of 2026 eine Richtlinie von 2018 auf, die Banken die Zusammenarbeit mit Krypto-Firmen untersagte. Dieser Schritt folgte der Verabschiedung des Virtual Assets Act 2026 und der Gründung der Pakistan Virtual Asset Regulatory Authority (PVARA) als dedizierte Krypto-Regulierungsbehörde des Landes. Die PVARA ist nun die gesetzliche Behörde für die Lizenzierung, Regulierung, Überwachung und Beaufsichtigung aller Aktivitäten im Zusammenhang mit virtuellen Vermögenswerten.

Die neuen Regeln sind streng: Banken dürfen nun Kundenkonten für PVARA-lizenzierte Firmen eröffnen, diese müssen jedoch auf Rupien lauten, zinslos sein, keine Bareinzahlungen akzeptieren und Kundengelder vollständig von Firmenmitteln getrennt halten. Die Gelder dürfen nicht als Kreditsicherheit verwendet werden. Banken selbst dürfen keine Kryptowährungen mit eigenen Mitteln oder Kundeneinlagen investieren, handeln oder halten. Verdächtige Transaktionen müssen gemäß dem AML-Gesetz gemeldet werden. Die PVARA hat die Nutzung und Transaktion digitaler Währungen in Pakistan, durch Übersee-Pakistaner sowie im Export- und Importgeschäft formal legalisiert.

Indiens vorsichtige Haltung und hohe Besteuerung

Im Gegensatz dazu hat Indien, das eine Wirtschaft von 4 Billionen US-Dollar, ein um 65 % höheres Pro-Kopf-Einkommen und ein stärkeres Wachstum aufweist, eine deutlich zurückhaltendere Haltung eingenommen. Kryptowährungen werden zwar als Virtual Digital Assets behandelt und nach den Gesetzen des Landes besteuert, es gibt jedoch keinen dedizierten Lizenzierungsrahmen.

Indien erhebt eine pauschale Steuer von 30 % auf Einkommen aus der Übertragung virtueller digitaler Vermögenswerte, einschließlich Kryptowährungen und Non-Fungible Tokens (NFTs). Diese 30 %-Steuer gilt unabhängig von der Haltedauer oder der Einkommensklasse. Zusätzlich wird bei allen Übertragungen, einschließlich Verkäufen, eine Steuer von 1 % abgezogen.

Südasien als Hotspot der Krypto-Adoption

Südasien ist weiterhin führend bei der Krypto-Adoption im Einzelhandel. Im Chainalysis 2025 Global Crypto Adoption Index belegte Indien den ersten Platz, während Pakistan den dritten Platz erreichte. Trotz des achtjährigen Bankenverbots verarbeitete Pakistan im Jahr 2025 Krypto-Transaktionen im Wert von 25 Milliarden US-Dollar und zählt 27 Millionen Krypto-Nutzer.

Die Gründe für die hohe Akzeptanz in Pakistan trotz des Verbots sind vielfältig: Das Land hat 100 Millionen Erwachsene ohne Bankkonto, einen großen Überweisungskorridor für Auslandsarbeiter und eine Rupie (PKR), die allein im Jahr 2023 28 % ihres Wertes verlor. Kryptowährungen erfüllten hier eher eine praktische als eine spekulative Funktion. Es ist wichtig zu beachten, dass keines der beiden Länder Kryptowährungen zum jetzigen Zeitpunkt als gesetzliches Zahlungsmittel anerkennt.

Herausforderungen und Ausblick

Pakistan hat trotz eines achtjährigen Bankenverbots eine klarere Krypto-Regulierung geschaffen als sein Nachbar Indien, der weltweit führend in der Adoption ist. Die neue Regulierung in Pakistan holt eine Realität ein, die bereits existierte, indem sie den 27 Millionen Nutzern des Landes nun den Zugang zum formalen Bankensystem ermöglicht. Die pakistanische Regierung plant, 2000 Megawatt Strom für BTC-Mining und KI-Rechenzentren bereitzustellen, was das Land als globalen Hub für digitale Vermögenswerte positionieren könnte. Gleichzeitig muss Pakistan noch die notwendigen Implementierungsmechanismen für die Besteuerung von Krypto-Gewinnen entwickeln.

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