
Paramount-WBD Fusion: Ein neuer Kinogigant plant 30 Filme jährlich
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Die Hollywood-Landschaft steht vor einer signifikanten Veränderung: Paramount Skydance ist auf dem Weg, Warner Bros. Discovery (WBD) zu übernehmen. Diese Megafusion, deren Unternehmenswert auf 110 Milliarden US-Dollar beziffert wird, könnte einen neuen König an den Kinokassen etablieren. Paramount-CEO David Ellison hat wiederholt versprochen, die Produktion beider Studios nicht zu drosseln, sondern das Ziel von 30 Filmen pro Jahr zu verfolgen – jeweils 15 von Paramount und 15 von Warner Bros.
Megafusion in Hollywood: Ein neuer Gigant entsteht
Die Vorstände von Paramount und Warner Bros. Discovery haben dem 31 US-Dollar pro Aktie umfassenden Angebot von Paramount einstimmig zugestimmt. Die Transaktion, die voraussichtlich im dritten Quartal 2026 abgeschlossen wird, bedarf noch der behördlichen Genehmigung in den USA und Europa sowie der Zustimmung der WBD-Aktionäre. Mit dieser Fusion entsteht ein Medienkoloss, der über 15.000 Filmtitel, darunter die umfangreiche Warner Bros. Bibliothek, und Tausende Stunden Fernsehprogramm vereint.
Das kombinierte Unternehmen wird ein beeindruckendes Portfolio an geistigem Eigentum besitzen, darunter Franchises wie DC Studios, HBO, Harry Potter, Lord Of The Rings, Transformers, Mission: Impossible, Top Gun, Game Of Thrones, Sonic the Hedgehog, Paranormal Activity, A Quiet Place, Teenage Mutant Ninja Turtles, Star Trek und SpongeBob SquarePants. Hinzu kommen Fernsehsender wie CNN, CBS, HBO, MTV, Comedy Central und Discovery Channel sowie Sportrechte für die NFL, Olympische Spiele, UFC und die Champions League. Auch die Streaming-Plattformen HBO Max, Paramount+ und Pluto TV werden unter einem Dach vereint, wobei Paramount+ zuletzt 79 Millionen Abonnenten zählte und WBDs Streaming-Sparte (HBO Max und Discovery+) global 131,6 Millionen.
Ein ambitionöser Plan: 30 Filme pro Jahr
David Ellison betonte, dass die Fusion darauf abzielt, "größeren Wert für Zuschauer, Partner und Aktionäre zu schaffen". Ein Kernstück dieser Strategie ist die Verpflichtung, mindestens 30 Kinofilme pro Jahr zu produzieren. Jedes dieser Projekte soll eine vollständige Kinoveröffentlichung erhalten, mit einem globalen Mindestfenster von 45 Tagen, bevor es auf kostenpflichtigen Video-on-Demand (VOD)-Plattformen verfügbar wird. Für die erfolgreichsten Veröffentlichungen ist sogar ein längeres Fenster von 60 bis 90 Tagen oder mehr vorgesehen.
Dieses Ziel ist ambitioniert, insbesondere angesichts der bisherigen Produktionszahlen: Warner Bros. veröffentlichte im letzten Jahr 11 Filme, während Paramount 2025 acht Filme herausbrachte und für 2026 eine Steigerung auf 15 Titel plante. Ellison ist überzeugt, dass Filme ins Kino gehören und die Studios durch einen starken Kinofokus das Publikum anziehen können.
Das Potenzial der Film-Franchises
Der aktuelle Kinoplan für 2027 sieht bereits 26 Kinostarts der kombinierten Studios vor, wobei weitere Ankündigungen auf der jährlichen CinemaCon-Konferenz im April erwartet werden. Die Liste wird von Warner Bros.-Titeln dominiert, die voraussichtlich den Großteil der Ticketverkäufe ausmachen werden. Dazu gehören Filme aus großen Franchises wie Godzilla-Kong, Superman, Batman, Minecraft, The Conjuring Universe, Gremlins und Lord of the Rings. Paramount steuert neue Einträge für Sonic the Hedgehog, Paranormal Activity, A Quiet Place und seine animierten Teenage Mutant Ninja Turtles Franchises bei.
Während Paramounts Franchises beliebt sind und solide Umsätze generiert haben, handelt es sich bei den großen Veröffentlichungen für 2027 eher um Projekte mit kleinerem Budget. Laut Comscore hat kein Film aus diesen vier Franchises global mehr als 350 Millionen US-Dollar eingespielt. Mit kleineren Budgets müssen sie dies jedoch auch nicht, um profitabel zu sein. Warner Bros. hingegen setzt auf größere Produktionen, die in der Vergangenheit höhere Einspielergebnisse erzielten. Der jüngste Godzilla-Kong-Film spielte global 572 Millionen US-Dollar ein, "The Conjuring: Last Rites" (2025) fast 500 Millionen US-Dollar, "The Batman" 772 Millionen US-Dollar und "A Minecraft Movie" näherte sich der Milliardengrenze.
Paul Dergarabedian, Leiter der Markttrends bei Comscore, kommentierte gegenüber CNBC: "Wenn man sich die kommenden Filme der PAR/WBD-Kombination ansieht, ist das höchst beeindruckend. Und es ist vielleicht keine Übertreibung zu sagen, dass diese Liste tatsächlich das Potenzial hat, das größte Box Office eines einzelnen Studios im Jahr 2027 zu generieren." Warner Bros. war im letzten Jahr das zweithöchste Studio an den nationalen und globalen Kinokassen, während Paramount den fünften Platz belegte.
Herausforderungen und Wettbewerb
Trotz des vielversprechenden Potenzials ist der Weg zum Erfolg nicht ohne Hürden. Shawn Robbins, Direktor für Analysen bei Fandango und Gründer von Box Office Theory, merkt an, dass "nichts jemals sicher ist, wenn es darum geht, einen potenziellen jährlichen Box-Office-Gewinner unter den Studios zu bestimmen." Dies gelte insbesondere, da Konkurrenten wie Disney und Universal im Jahr 2027 ebenfalls mit eigenen Schwergewichten antreten werden. Disney plant beispielsweise Filme aus Franchises wie Ice Age, Star Wars, Frozen und Avengers.
Die Veröffentlichung von 30 Filmen pro Jahr stellt auch logistische Herausforderungen dar. Bei nur 52 Wochen im Kalender müssen die Studios ihre Veröffentlichungen strategisch platzieren, um eine Kannibalisierung der eigenen Ticketverkäufe zu vermeiden. Branchenbeobachter äußern sich skeptisch hinsichtlich der Machbarkeit einer so hohen Anzahl von Veröffentlichungen. Analysten befürchten, dass der Druck zu übereilten Projekten oder geringeren Kinokasseneinnahmen führen könnte, wenn die Balance zwischen Qualität und Quantität nicht gehalten wird. Die Branche spürt zudem weiterhin die Auswirkungen der Pandemie und des Aufstiegs der Streaming-Dienste.
Strategie für die Zukunft
Die Studios haben zugesagt, weiterhin ein lebendiges Ökosystem für Drittanbieter zu unterstützen, indem sie ihre Filme und Shows sowohl auf eigenen als auch auf externen Plattformen lizenzieren und aktiv Inhalte von Drittstudios und unabhängigen Produzenten einkaufen. Paramount hat bereits Lia Buman eingestellt, um die globale Akquisitionseinheit und Republic Pictures zu leiten, mit dem Ziel, die globale Akquisitionspipeline "signifikant" zu erweitern.
Die Filmstrategie soll zudem "langfristiges Jobwachstum in der Film- und Kreativbranche" fördern. David Zaslav, CEO von WBD, äußerte sich ebenfalls positiv: "Unser Leitprinzip während dieses Prozesses war es, eine Transaktion zu sichern, die den Wert unserer ikonischen Vermögenswerte und unseres jahrhundertealten Studios maximiert und gleichzeitig so viel Sicherheit wie möglich für unsere Investoren bietet." Die Filmwelt blickt gespannt auf die Umsetzung dieser ambitionierten Pläne, die das Potenzial haben, neue Maßstäbe für die Kinoproduktion zu setzen.