
Peter Schiff vs. Michael Saylor: MicroStrategy und der $8.000 Bitcoin-Plan
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Der prominente Gold-Befürworter Peter Schiff hat die Strategie von MicroStrategy (NASDAQ:MSTR) und deren Executive Chairman Michael Saylor scharf kritisiert. Im Zentrum der Debatte steht Saylors Zusage, Schulden zu refinanzieren und weiterhin Bitcoin (CRYPTO: BTC) zu kaufen, selbst wenn der Kurs auf 8.000 US-Dollar fallen sollte. Schiff hinterfragt dabei die Glaubwürdigkeit Saylors und die Ernsthaftigkeit von Bitcoin bei einem solchen Preisniveau.
Schiff kritisiert Saylors Bitcoin-Strategie
Peter Schiff äußerte seine Bedenken auf X und fragte, ob Saylor oder Bitcoin im Jahr 2030 noch ernst genommen würden, falls der Bitcoin-Kurs auf 8.000 US-Dollar abstürzen sollte. Diese Kritik richtet sich gegen Saylors Äußerungen auf CNBC, wo dieser erklärte, MicroStrategy würde Schulden refinanzieren und "jedes Quartal für immer" Bitcoin kaufen, selbst bei einem Kursrückgang auf 8.000 US-Dollar.
Schiff untermauerte seine Kritik mit einem Langzeit-Chart, der eine Unterstützung für Bitcoin um 10.000 US-Dollar nahelegt. Er verband dies mit Zweifeln an Saylors Engagement zur Refinanzierung in Abschwungphasen, was auf weiteres Abwärtspotenzial hindeuten könnte. Wenige Tage zuvor hatte Schiff bereits die Performance von Bitcoin im Vergleich zu Gold angegriffen und festgestellt: "Bitcoin liegt wieder unter 13 Unzen Gold – 64 % unter seinem Hoch vom November 2021. Leute, die Gold verkauft haben, um Bitcoin zu kaufen, haben einen großen Fehler gemacht."
Das Refinanzierungsdilemma von MicroStrategy
Schiffs Hauptargument dreht sich um die Frage, ob Kreditgeber die Schulden von MicroStrategy refinanzieren würden, falls Bitcoin auf 8.000 US-Dollar fällt und dort verbleibt. Bei diesem Preis wären die Bitcoin-Bestände des Unternehmens deutlich weniger wert als seine Schuldenverpflichtungen. Laut Schiff würde dies ein erhebliches Problem für die Refinanzierungsfähigkeit darstellen.
MicroStrategy hält aktuell 714.644 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Einkaufspreis von 76.056 US-Dollar. Sollte der Bitcoin-Kurs auf 8.000 US-Dollar fallen, wären diese Bestände nur noch 5,7 Milliarden US-Dollar wert, verglichen mit den ursprünglichen Anschaffungskosten von 54,35 Milliarden US-Dollar. Dies würde einen nicht realisierten Verlust von 48,6 Milliarden US-Dollar bedeuten.
Saylors Verteidigung und die finanzielle Realität
Michael Saylor wies das Szenario eines Bitcoin-Kurses von 8.000 US-Dollar in einem früheren CNBC-Interview zurück. Er erklärte: "Wenn Sie denken, dass es auf Null geht, werden wir uns darum kümmern. Aber ich glaube nicht, dass es auf 8.000 US-Dollar geht." Saylor betonte, dass MicroStrategy über 2,5 Jahre Liquidität verfüge, um Schulden ohne Kapitalbeschaffung zu decken.
Er stellte die Verschuldung von MicroStrategy als halb so hoch dar wie die eines typischen Investment-Grade-Unternehmens und sprach von "50 Jahren Dividenden in Bitcoin". Schiff hingegen hinterfragte auch die Glaubwürdigkeit von Bitcoin, falls es im Jahr 2030 noch bei 8.000 US-Dollar gehandelt würde – ein Niveau, das einen Rückgang von 94 % gegenüber dem Rekordhoch von über 126.000 US-Dollar im Oktober und etwa 60 % unter dem Hoch von 2017 bedeuten würde.
Technische Analyse von Bitcoin: Ein Blick auf die Kursentwicklung
Aktuell erholt sich Bitcoin von einem Kapitulations-Tief im Bereich von 62.000 bis 63.000 US-Dollar. Der Supertrend bei 79.499 US-Dollar liegt weiterhin deutlich über dem aktuellen Preis und signalisiert einen bärischen Modus. Die kritische Unterstützung bei 80.000 bis 85.000 US-Dollar wurde entscheidend durchbrochen, was auf erhebliche technische Schäden hindeutet.
Die unmittelbare Unterstützung liegt bei 62.000 bis 65.000 US-Dollar. Ein Unterschreiten dieses Niveaus könnte Panikverkäufe in Richtung 60.000 US-Dollar oder potenziell 55.000 bis 58.000 US-Dollar auslösen. Der Relative Strength Index (RSI) bei 32,74 zeigt überverkaufte Bedingungen an, jedoch ohne bullische Divergenz, die eine größere Umkehr signalisieren würde.
Für eine Erholung müsste Bitcoin zunächst die Marke von 70.000 US-Dollar zurückerobern und sich dann in Richtung 80.000 bis 85.000 US-Dollar bewegen. Ein Überschreiten des Supertrends bei 79.499 US-Dollar würde eine Stabilisierung signalisieren.
Marktstimmung und Analystenprognosen
Die Stimmung unter den Kleinanlegern bleibt gedämpft. Eine laufende Stocktwits-Umfrage zeigte, dass viele Trader nicht erwarten, dass Bitcoin in den nächsten drei Monaten wieder über 80.000 US-Dollar steigt. Einige rechnen sogar mit einem Rückgang unter 50.000 US-Dollar, bevor eine Erholung einsetzt. Der Crypto Fear & Greed Index erreichte ebenfalls Rekordtiefs, die zuletzt während des COVID-19-Krypto-Crashs im März 2020 zu sehen waren.
Trotz der kurzfristig verhaltenen Erwartungen der Kleinanleger zeigen Wall-Street-Analysten eine positivere Haltung gegenüber MicroStrategy. Koyfin-Daten zufolge liegt das durchschnittliche Kursziel für die MSTR-Aktie bei über 402 US-Dollar, wobei 13 von 24 Analysten eine "Kaufen" oder "Stark Kaufen"-Empfehlung aussprechen. Dies würde ein potenzielles Aufwärtspotenzial von 219 % gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch bedeuten.