Pfizer gewinnt Bieterkampf um Metsera: Milliarden-Deal im Adipositas-Markt
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Pfizer hat den Bieterkampf um den Adipositas-Spezialisten Metsera gewonnen und sich das Unternehmen für rund 9,2 Milliarden US-Dollar gesichert. Die Übernahme, die einen intensiven Wettstreit mit Novo Nordisk beendete, stärkt Pfizers Position im lukrativen Markt für Medikamente gegen Fettleibigkeit. Metsera wird als Tochtergesellschaft von Pfizer agieren und dessen Pipeline mit vielversprechenden Wirkstoffen erweitern.
Pfizer sichert sich Metsera nach Bieterkampf
Pfizer hat den Bieterkampf um Metsera, einen auf Adipositas-Medikamente spezialisierten Entwickler, erfolgreich für sich entschieden. Die Akquisition beendet einen intensiven Wettstreit mit dem dänischen Pharmariesen Novo Nordisk. Metsera hatte zuvor ein Angebot von Novo Nordisk zugunsten des neuen Übernahmeangebots von Pfizer aufgegeben.
Die Einigung wurde am späten Freitag bekannt gegeben, nachdem Metseras Vorstand die Unterstützung für das neue Angebot von Pfizer erklärt hatte. Der Deal, der bereits die Freigabe der Federal Trade Commission (FTC) erhalten hatte, wurde am 13. November 2025 abgeschlossen. Metsera wird fortan als hundertprozentige Tochtergesellschaft von Pfizer operieren.
Die Details des Übernahmeangebots
Pfizer erwirbt Metsera für bis zu 86,25 US-Dollar pro Aktie, was einem Gesamtwert von über 10 Milliarden US-Dollar entspricht. Die anfängliche Zahlung beträgt 65,60 US-Dollar pro Aktie. Zusätzlich sind "Contingent Value Right" (CVR)-Zahlungen von bis zu 20,65 US-Dollar pro Aktie möglich, die an das Erreichen spezifischer klinischer und regulatorischer Meilensteine gebunden sind.
Die endgültige Transaktion belief sich auf etwa 9,2 Milliarden US-Dollar, davon 7 Milliarden US-Dollar als Vorauszahlung und etwa 2,2 Milliarden US-Dollar in CVR-Zahlungen. Diese CVRs sind an drei klinische und regulatorische Meilensteine geknüpft. Metsera war Anfang des Jahres zu einem Preis von 18 US-Dollar pro Aktie an die Börse gegangen.
Warum Pfizer den Zuschlag erhielt
Metseras Vorstand begründete die Entscheidung für Pfizer mit dem "Wert und der Sicherheit des Abschlusses" des Angebots. Das ungewöhnliche zweistufige Angebot von Novo Nordisk, das bis zu 9 Milliarden US-Dollar wert war, wurde aufgrund "inakzeptabel hoher rechtlicher und regulatorischer Risiken" abgelehnt. Die Federal Trade Commission (FTC) hatte Bedenken hinsichtlich der Struktur von Novo Nordisks Vorschlag geäußert.
Analysten und Metsera selbst schätzten, dass Novo Nordisks Angebot eine regulatorische Überprüfung von etwa zwei Jahren erfordert hätte. Pfizer hingegen konnte mit seinem Angebot regulatorische Sicherheit bieten, da es bereits die FTC-Freigabe erhalten hatte. Dies war ein entscheidender Faktor im Bieterkampf.
Novo Nordisks Rückzug und strategische Ausrichtung
Novo Nordisk erklärte in einer separaten Mitteilung, kein weiteres Angebot abzugeben. Das Unternehmen betonte, dass diese Entscheidung im Einklang mit seinem "Engagement für finanzielle Disziplin und den Shareholder Value" stehe. Novo Nordisk ist bereits stark im Markt für Gewichtsverlustmedikamente mit seinem wöchentlich injizierbaren GLP-1-Medikament Wegovy vertreten.
Der CEO von Pfizer, Albert Bourla, äußerte sich auf der Yahoo Finance Invest Konferenz, dass sein Unternehmen die richtige Wahl für Metsera sei, da Pfizer "weiß, wie man massive Impfstoffstudien durchführt" und "in großem Maßstab produzieren kann". Novo Nordisk wird weiterhin Gelegenheiten für Geschäftsentwicklung und Akquisitionen prüfen, die seine Kriterien für Renditen und Kapitalallokation erfüllen. Im September 2025 hatte Novo Nordisk eine Umstrukturierung mit dem Abbau von rund 9.000 Stellen angekündigt.
Metseras Wert und Pfizers Ambitionen im Adipositas-Markt
Metsera bringt eine vielversprechende Pipeline an Medikamenten der nächsten Generation für Gewichtsverlust mit sich. Dazu gehören der wöchentlich und monatlich injizierbare GLP-1-Rezeptor-Agonist MET-097, der kurz vor Phase-III-Studien steht, sowie der monatliche Amylin-Analog-Kandidat MET-233 in Phase I. Auch ein oraler GLP-1-RA-Kandidat in Phase I und weitere präklinische Therapeutika sind Teil des Portfolios.
Pfizer, das derzeit keine kommerziell erhältlichen Adipositas-Medikamente hat und mit eigenen Forschungsergebnissen zu kämpfen hatte (Einstellung von Lotiglipron 2023 und Danuglipron im April 2025), sieht in Metsera einen schnellen Weg, eine führende Position in diesem lukrativen und wettbewerbsintensiven Markt zu erlangen. Die Therapien aus der Metsera-Akquisition könnten laut Bourla bereits 2028 auf den Markt kommen.
Ausblick und zukünftige Entwicklungen
Die Übernahme von Metsera durch Pfizer unterstreicht den anhaltenden Wettlauf um die Entwicklung von Adipositas-Medikamenten der nächsten Generation. Der Fokus liegt auf Vorteilen wie seltenerer Dosierung, niedrigeren Herstellungskosten, oralen Formulierungen und zusätzlichen Zielen über GLP-1 hinaus. Metsera erfüllt all diese Kriterien.
Die Integration von Metsera als Tochtergesellschaft von Pfizer wird voraussichtlich die Entwicklung dieser innovativen Medikamente beschleunigen. Die Aktionäre von Metsera hatten der Übernahme auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 13. November zugestimmt, was den Weg für den schnellen Abschluss der Transaktion ebnete.