
Philip Morris strebt FDA-Label für ZYN an: Weniger Risiko für Raucher?
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Philip Morris International (NYSE:PM) drängt die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA, seinen ZYN Nikotin-Pouches ein Label für modifiziertes Risiko (MRTP) zu erteilen. Dies würde es dem Unternehmen ermöglichen, erwachsenen Rauchern mitzuteilen, dass ein vollständiger Umstieg auf ZYN die mit dem Rauchen verbundenen Krankheitsrisiken senkt. Die Aktie von Philip Morris verzeichnete daraufhin einen leichten Anstieg.
Philip Morris International beantragt MRTP-Status für ZYN
Philip Morris International (PMI) hat der FDA's Tobacco Products Scientific Advisory Committee wissenschaftliche Erkenntnisse vorgelegt, um einen MRTP-Status für seine ZYN Nikotin-Pouches zu erhalten. Ein solcher Status würde es dem US-Geschäft von PMI, Swedish Match USA Inc., erlauben, erwachsene Raucher darüber zu informieren, dass ein vollständiger Wechsel zu ZYN die Risiken von Krankheiten, die mit dem Rauchen verbunden sind, reduziert.
Die Präsentation am 22. Januar konzentrierte sich auf die Behauptung, dass der Umstieg auf ZYN das Risiko von sechs großen rauchbedingten Erkrankungen verringert. Dazu gehören Mundkrebs, Herzkrankheiten, Lungenkrebs, Schlaganfall, Emphysem und chronische Bronchitis.
Wissenschaftliche Belege und FDA-Bewertung
Die FDA-Materialien stellten fest: "Die Beweise legen nahe, dass die vorgeschlagene modifizierte Risikobehauptung wissenschaftlich korrekt ist." Die Behörde merkte auch an, dass die Nutzung von Nikotin-Pouches durch Jugendliche relativ gering bleibt. Das Beratungsgremium hörte zudem, dass die Kenntnis der Behauptung das Bewusstsein dafür erhöhte, dass ein Wechsel von Zigaretten zu ZYN das Krankheitsrisiko mindern kann.
PMI präsentierte Daten, die zeigten, dass Verbraucher ZYN als risikoärmer als Zigaretten, aber nicht als risikofrei, wahrnehmen. Das Gremium prüfte Beweise, die belegen, dass ZYN deutlich geringere Mengen schädlicher Chemikalien als Zigaretten enthält. Es wurde auch diskutiert, dass ZYN einen vollständigen Umstieg von brennbaren Produkten fördert und gleichzeitig den unbeabsichtigten Gebrauch begrenzt.
Ein ähnliches Produkt, schwedischer Snus, erhielt bereits 2019 eine MRTP-Zulassung und wird in Schweden mit niedrigen Raucherquoten in Verbindung gebracht. ZYN liefert Nikotin durch Absorption im Mund, wodurch die Exposition gegenüber Teer, Kohlenmonoxid und zahlreichen krebserregenden Stoffen, die mit Rauch verbunden sind, entfällt.
ZYN im Markt: Wachstum und Verbraucherprofil
ZYN, erhältlich in zehn Geschmacksrichtungen wie Minze, Kaffee und Zitrus, hat sich zu einer seltenen Wachstumsquelle in der Tabakindustrie entwickelt. Diese Branche kämpft damit, schrumpfende Einnahmen aus Zigaretten und anderen traditionellen Tabakprodukten auszugleichen. ZYN hat Milliardenumsätze generiert und ist in sozialen Medien viral gegangen.
Obwohl Nikotin-Pouches weniger als 1 % der erwachsenen Nutzer in den USA ausmachen, sind sie das am schnellsten wachsende Segment in einem schrumpfenden Tabakmarkt. Im Jahr 2022 erzielte ZYN über 3,24 Milliarden US-Dollar Umsatz, was über zwei Drittel des Nikotin-Pouch-Marktes ausmachte. Der typische ZYN-Konsument ist in den 30ern oder 40ern und verfügt im Allgemeinen über ein höheres Einkommen als traditionelle Zigarettennutzer.
Bedenken hinsichtlich der Jugendnutzung
Trotz der positiven Einschätzung der FDA-Wissenschaftler äußerten unabhängige Experten des Gremiums gezielte Fragen zur Forschung des Unternehmens und zu den Risiken der Nutzung durch Minderjährige. Anti-Tabak-Organisationen haben besorgniserregende Trends festgestellt, insbesondere unter jungen Menschen, die durch soziale Medien beeinflusst werden.
Umfragen zeigen jedoch, dass die Nutzungsrate bei Teenagern mit 2,4 % unter Highschool-Schülern vergleichsweise niedrig bleibt. Die FDA muss diese Bedenken abwägen, auch wenn die Behörde feststellte, dass die Nutzung von Nikotin-Pouches durch Jugendliche relativ gering ist.
Regulatorischer Ausblick und Aktienentwicklung
Die FDA hatte ZYN Nikotin-Pouches bereits im Januar 2025 über den PMTA-Weg (Premarket Tobacco Product Application) für den Verkauf zugelassen. Sollte die FDA nun den MRTP-Status gewähren, könnte Philip Morris die Botschaft des reduzierten Risikos an erwachsene Raucher, die vollständig umsteigen, kommunizieren.
Die FDA ist nicht an die Empfehlungen des Beratungsgremiums gebunden und wird die endgültige Entscheidung über die Genehmigung der Marketingaussagen treffen. Es gibt keine Frist für eine Entscheidung. Die Aktien von Philip Morris International (NYSE:PM) notierten am Freitag bei Veröffentlichung um 1,09 % höher bei 171,91 US-Dollar.