
PMI im Wandel: Stacey Kennedys CEO-Alltag und die rauchfreie Strategie
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Stacey Kennedy, die US-Geschäftsführerin von Philip Morris International (PMI), managt nicht nur ein globales Geschäft, sondern treibt auch die Transformation des Tabakkonzerns hin zu einer rauchfreien Zukunft voran. Ihr Arbeitsalltag ist geprägt von strategischen Entscheidungen und einem klaren Fokus auf innovative Alternativprodukte wie IQOS und ZYN.
Stacey Kennedys Weg an die Spitze von PMI
Stacey Kennedy begann ihre Karriere bei Philip Morris International (PMI) im Jahr 1995 als Gebietsverkaufsleiterin. Nach verschiedenen Positionen, darunter Vizepräsidentin des Vertriebs für die Südostregion in Atlanta und Managing Director für mehrere europäische Länder, wurde sie Präsidentin der Region Süd- und Südostasien. Im Januar 2023 übernahm sie die Rolle der CEO des US-Geschäfts von PMI.
Kennedy feierte kürzlich ihr 30-jähriges Jubiläum bei PMI und verbrachte die Hälfte ihrer Karriere in den USA und die andere Hälfte im Ausland. Sie ist selbst eine ehemalige Raucherin, die vor über einem Jahrzehnt auf das Tabakerhitzungsprodukt IQOS umgestiegen ist.
Einblicke in den Arbeitsalltag einer CEO
Stacey Kennedys Tag beginnt typischerweise zwischen 6:30 und 7:00 Uhr morgens. Nach einem kurzen Blick auf das Telefon für dringende globale Angelegenheiten folgt ihr Mantra "pay myself first", das sie mit dem Bild der Sauerstoffmaske im Flugzeug vergleicht. Idealerweise startet sie mit einem achtsamen Spaziergang und einer 15-minütigen Yoga-Routine, wobei sie bei schlechtem Wetter oder für zusätzlichen Schlaf auch mal den Spaziergang auslässt.
Ihr Frühstück ist leicht, oft nur Beeren oder Feigen, begleitet von einem doppelten Espresso oder gelegentlich einem Matcha. Gegen 8:00 Uhr fährt sie ins Büro nach Stamford, eine etwa 25-minütige Fahrt. Kennedy verbringt durchschnittlich vier Tage pro Woche im Büro, das mit offenen Räumen, einer Barista-Bar und Kaffee-Ecken ausgestattet ist.
Ihre Vormittage sind von Besprechungen mit ihren direkten Untergebenen geprägt, in denen strategische Pläne erarbeitet werden. Reisen zu den Produktionsstätten in Owensboro, Kentucky, und der neuen Fabrik in Aurora, Colorado, sowie zum Büro in Washington, D.C., für politische und regulatorische Angelegenheiten, sind ebenfalls Teil ihres Arbeitsalltags. Dort arbeitet sie mit Teams, politischen Entscheidungsträgern und Regulierungsbehörden wie der FDA zusammen, um erwachsenen Rauchern Zugang zu besseren Alternativen zu ermöglichen.
Terminplanung und Führungsstil
Kennedys Kalender ist in der Regel ein Jahr im Voraus ausgebucht, wobei globale Management- und Vorstandssitzungen feste Termine sind. Für nicht-fixe Angelegenheiten gibt es einen Vorlauf von etwa sechs Wochen. PMI nutzt "P.O.D.D.-Meetings" (Problem, Opportunity, Discussion, Decision), um aufkommende Probleme zu lösen und Chancen zu nutzen.
Ein zentrales Führungsprinzip von Kennedy ist es, die eigenen Stärken zu identifizieren und von dort aus zu agieren, während man Schwächen anerkennt. Sie selbst beschreibt sich als nicht besonders pünktlich, da sie in tiefen Diskussionen oder Problemlösungen das Zeitgefühl verlieren kann.
Mittagspause und Nachmittags-Meetings
Die Mittagspause nutzt Kennedy für einstündige Meetings, um verschiedene Themen von unterschiedlichen Gruppen zu hören. Sie isst oft in einem Konferenzraum oder einem offenen Bereich, bevorzugt in kleineren Gruppen für bessere Gespräche. Ihre Wahl fällt meist auf einen Salat mit gegrilltem Hähnchen und Olivenöl; bei größeren Meetings überlässt sie die Essenswahl gerne ihrer Assistentin.
Die Nachmittage sind ebenfalls mit zahlreichen Besprechungen gefüllt. Am Ende des Tages reflektiert sie mit ihrem Stabschef und ihrer Assistentin die Tageserfolge und plant die restliche Woche. Ein starker Espresso und eine IQOS-Pause sind ihre "nicht verhandelbare Belohnung", um den anspruchsvollen Tag zu meistern. In überwältigenden Momenten praktiziert sie Dankbarkeit, um ihre Perspektive zu ändern.
Feierabend und Familienleben
Gegen 18:30 Uhr verlässt Kennedy das Büro und versucht, um 19:00 Uhr mit ihrer Familie zu Abend zu essen, wobei es aufgrund der Sportaktivitäten ihrer 16-jährigen Zwillinge auch 19:30 Uhr werden kann. Sie kocht meist selbst, bevorzugt mediterrane Gerichte wie Salat mit gegrilltem Fisch und Reis.
Die Familie hat eine "Handy-am-Eingang-Regel", die sich als sehr vorteilhaft erwiesen hat. Ihr Mann bringt oft interessante Gesprächsthemen an den Tisch, was den Kindern hilft, eigene Perspektiven zu entwickeln. Abends liest Kennedy 30 bis 60 Minuten, wobei sie sich zwei Belletristik- und ein Sachbuch erlaubt, Belletristik aber für das Wochenende aufhebt.
Sie geht typischerweise gegen 23:00 Uhr ins Bett, nachdem sie noch einmal kurz das Telefon auf Dringendes überprüft hat. Sie begrenzt arbeitsbezogene Aufgaben am Abend auf maximal fünf bis zehn Minuten. Kennedy beschreibt sich als gute Schläferin, die einschläft, sobald ihr Kopf das Kissen berührt.
Wochenenden und persönliche Balance
Auch wenn sie versucht, am Wochenende nicht zu arbeiten, kommen immer wieder Aufgaben auf. Sie geht selten ins Büro, plant aber notwendige Aufgaben um den Familienplan herum. Kennedy besucht so viele Regatten wie möglich, da ihr Sohn Ruderer ist, und engagiert sich als Eltern-Jurorin bei Debattierwettbewerben ihrer Tochter.
Ihre "nicht-routinierte Routine" hilft ihr, ihr Bestes zu geben. Sie braucht Freiraum und Neugier, um sich nicht eingeengt zu fühlen.
PMI's Strategische Neuausrichtung: Fokus auf eine rauchfreie Zukunft
Philip Morris International (PMI) hat ein neues Organisationsmodell detailliert, das zum 1. Januar 2026 in Kraft tritt. Diese Struktur soll die Agilität des Unternehmens erhöhen und die Transformation zu einem rauchfreien Unternehmen unter der Führung von Group CEO Jacek Olczak unterstützen. PMI strebt an, ein "globaler Champion für rauchfreie Produkte" zu werden.
Das rauchfreie Geschäft von PMI operiert bereits in großem Umfang weltweit, mit erheblichem Wachstum aus den USA. Es werden zwei neue primäre Geschäftseinheiten eingeführt, die an Jacek Olczak berichten: PMI International und PMI U.S. Zusätzlich wird die Wellness-Einheit Aspeya weiterhin an Olczak berichten.
Für Berichterstattungszwecke werden die bisherigen vier geografischen Segmente durch drei neue, berichtspflichtige Segmente ersetzt: International Smoke-Free, International Combustibles und U.S. PMI plant, seine Finanzergebnisse ab dem ersten Quartal 2026 nach diesen neuen Segmenten zu veröffentlichen.
Das US-Geschäft als Wachstumsmotor
Die neue Geschäftseinheit PMI U.S. wird sich auf die ehrgeizigen Pläne in den Vereinigten Staaten konzentrieren. Ziel ist es, das Wachstum von ZYN im Nikotinbeutel-Segment fortzusetzen und das Heat-not-Burn-Geschäft (IQOS) auszubauen, was als entscheidender Treiber für PMIs langfristige Wachstumsstrategie gilt. Stacey Kennedy bleibt in ihrer Rolle als CEO PMI U.S.
Jacek Olczak betonte auf der Morgan Stanley Global Consumer & Retail Conference, dass der Übergang zu rauchfreien Produkten ein struktureller, irreversibler Wandel sei. Raucher, die auf Alternativen umsteigen, kehren "sehr selten" zu brennbaren Zigaretten zurück; "rauchfrei ist im Wesentlichen eine Einbahnstraße", so Olczak.
PMI's "Smoke-Free Champion"-Strategie
PMI setzt auf ein Drei-Plattformen-System – IQOS, ZYN und Vapor – als effektivsten Weg, brennbare Zigaretten in allen Nutzungssituationen zu ersetzen. Olczak erklärte: "Unser Ziel ist es, den Raucher mit allen drei Plattformen auszustatten. Das ist der beste Weg, sie vom Rauchen fernzuhalten."
ZYN bleibt der zentrale Wachstumsmotor von PMI in den USA. Nach einer einmaligen Aktivierung von 100 Millionen US-Dollar zur Behebung von Lieferengpässen stiegen die Markenwertparameter von ZYN zweistellig an. Das Produkt eroberte mehr als die Hälfte des Kategoriewachstums, trotz eines Premiumpreises.
International verzeichnet IQOS das elfte Wachstumsjahr in Folge. In Japan nähert sich das Verhältnis zwischen brennbaren und rauchfreien Produkten einer 50/50-Aufteilung. Bevorstehende japanische Steueranpassungen und europäische Geschmacksverbote werden als vorübergehende Störungen und nicht als strukturelle Bedrohungen betrachtet.
Olczak betonte, dass der Kapitalbedarf für den Ausbau der Kapazitäten mit "nur wenigen hundert Millionen Dollar" moderat sei und kein störender Faktor darstelle. Seine Botschaft an die Investoren war klar: Der rauchfreie Wandel ist eine Einbahnstraße, und PMI verfügt über die Plattformen, die Struktur und das regulatorische Umfeld, um ihn zu beschleunigen.