PNC und Extend: Virtuelle Karten revolutionieren Unternehmenszahlungen

PNC und Extend: Virtuelle Karten revolutionieren Unternehmenszahlungen

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Virtuelle Karten, obwohl keine gänzlich neue Erfindung, erleben derzeit einen bemerkenswerten Aufschwung. Unternehmen suchen verstärkt nach Wegen, ihre Zahlungstechnologie effizienter zu gestalten, den Personalaufwand zu reduzieren und die Abhängigkeit von Drittanbietern zu minimieren. In diesem Kontext hat die PNC Bank ihre Geschäftszahlungseinheit modernisiert, um traditionelle Kartenkonten in virtuelle Karten umzuwandeln und so eine Reihe automatisierter Zahlungs-, Budgetierungs- und richtlinienbasierter Zahlungskontrollen anzubieten.

PNCs strategische Partnerschaft mit Extend

Die PNC Bank hat eine Partnerschaft mit Extend, einem Unternehmen für Ausgabenmanagement und Zahlungstechnologie, geschlossen. Ziel ist es, traditionelle Geschäftskreditkarten mit einer mobilen und webbasierten Plattform zu verknüpfen. Diese Integration ermöglicht es Unternehmen, virtuelle Karten für sich selbst oder ihre Mitarbeiter auszustellen und diese dann in mobile Wallets wie Apple Pay oder Google Pay zu integrieren.

Tom Lang, Executive Vice President und Leiter des Bereichs Treasury Management Product and Operations bei PNC, betonte gegenüber American Banker die wachsende Nachfrage: "Wir sehen eine starke und wachsende Nachfrage von Kunden, die Anbieterzahlungen vereinfachen, Remote- und projektbasiertes Einkaufen ermöglichen und Abteilungsbudgets verwalten möchten, ohne ihren physischen Kartenbestand zu erweitern."

Vorteile für Unternehmen und CFOs

Die von PNC und Extend angebotenen virtuellen Karten bieten detaillierte Ausgabenlimits, die auf Budgets und Unternehmensgenehmigungen basieren, sowie umfassende Tracking- und Fernsteuerungsfunktionen. Laut Lang ermöglicht die Treasury-Management-Plattform von PNC eine Budgetverwaltung und Ausgabentransparenz in Echtzeit. Andrew Jamison, CEO von Extend, identifiziert den Zielmarkt insbesondere bei kleineren Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern.

Extend nutzt interne künstliche Intelligenz, um Zahlungstrends zu "lernen", darunter Ausgabenarten, Reisebedürfnisse und Aktivitäten in verschiedenen Abteilungen. Jamison merkte an: "Man hat vielleicht zwei Leute, die Debitoren, Kreditoren und Gehaltsabrechnungen verwalten. Ich denke, das Büro des CFO wurde über die Jahre vergessen."

Herausforderungen im Zahlungsmanagement meistern

Unternehmen stehen bei der Verwaltung ihrer Unternehmenszahlungen vor zahlreichen Herausforderungen. Dazu gehören die dezentrale Einkaufskontrolle, das Management von Lieferantenkarten, die Erfassung von Belegen und der Monatsabschluss. Lang hebt hervor, dass Organisationen erhebliche Schwierigkeiten haben, Reise- und Geschäftsausgaben für Mitarbeiter zu verwalten, die keine Firmenkarten besitzen.

Ohne direkte Kartentransparenz müssen sich Unternehmen auf Einzelpersonen verlassen, die Belege aufbewahren und einreichen, oder bei Pauschalmodellen Bargeld auf persönliche Konten einzahlen und später versuchen, die tatsächlichen Geschäftsausgaben abzugleichen. "Dieser Prozess schafft Lücken in der Aufsicht und erhöht die administrative Komplexität", so Lang. Virtuelle Karten bieten hier eine Lösung, indem sie diese Prozesse digitalisieren und automatisieren.

Der globale Trend zu virtuellen Karten

Virtuelle Karten sind digital bereitgestellte Zahlungsmittel mit eigenen Nummern und Sicherheitscodes. Sie unterscheiden sich von der Nutzung einer traditionellen Karte in einer mobilen App oder auf einer Website. Ihre Attraktivität für Unternehmen resultiert aus einem breiten Übergang zu digitalen Zahlungen in den letzten zehn Jahren sowie aus aktuellen geschäftlichen Herausforderungen wie Inflation und veränderten Arbeitsmodellen nach der COVID-19-Pandemie.

Zahlungsdienstleister und Banken erweitern ihr Produktportfolio um virtuelle Karten:

  • Mastercard nutzt seine Open-Banking-Technologie zur Unterstützung virtueller Karten.
  • Visa hat Visa AR Manager eingeführt, der Händlern die Akzeptanz virtueller Karten ermöglicht und Abgleichdaten für ERP-Systeme bereitstellt.
  • BMO arbeitet mit Mastercard zusammen, um US-amerikanischen und kanadischen Unternehmen die Ausgabe virtueller Karten an mobile Wallets ihrer Mitarbeiter zu ermöglichen.
  • Citizens Financial Group kombiniert virtuelle Karten mit Buy Now, Pay Later-Finanzierungen.

Eine interne Studie von Mastercard ergab, dass zwei Drittel der Unternehmensreiseplaner angeben, dass Remote- oder Hybridarbeit das Management von Geschäftsreisekosten erschwert. 90 % erwarten, dass virtuelle Karten innerhalb der nächsten fünf Jahre die primäre Methode zur Buchung und Bezahlung von Geschäftsreisen sein werden.

Beeindruckendes Marktwachstum und Zukunftsaussichten

Die Anzahl der Transaktionen mit virtuellen Karten wird voraussichtlich von 36 Milliarden im Jahr 2023 auf 175 Milliarden im Jahr 2028 ansteigen, so Juniper Research. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 gab es laut Capital One weltweit 678 Milliarden traditionelle In-Store- oder E-Commerce-Kartenzahlungen.

Gilles Ubaghs, strategischer Berater für Commercial Banking und Payments bei Datos Insights, bestätigt das gesunde Wachstum: "Virtuelle Karten sind in den letzten Jahren sehr stark gewachsen, und es gibt kaum Anzeichen für eine Verlangsamung." Die jüngste globale Umfrage von Datos unter mittelgroßen bis großen Organisationen ergab, dass etwa 35 % von ihnen in den letzten 12 Monaten eine virtuelle Karte verwendet haben (38 % in den USA), und das Wachstum wird voraussichtlich anhalten. "Es ist noch nicht ganz allgegenwärtig, aber es expandiert", so Ubaghs.

Virtuelle Karten bieten erhebliche Vorteile im Bereich der Einkaufskarten, insbesondere für einmalige Transaktionen, die den Betrugsschutz erheblich verbessern und den späteren Abgleich erleichtern können. "Dies ist seit vielen Jahren ein zentraler Anwendungsfall und expandiert weiter, insbesondere über Kreditoren- und integrierte Zahlungslösungen", erklärt Ubaghs. Die größte Herausforderung sei bisher die Akzeptanz durch Lieferanten gewesen, doch auch hier gebe es Fortschritte.

Die Entwicklung virtueller Karten geht über reine Einkaufsanwendungen hinaus. Sie finden zunehmend Anwendung im täglichen Gebrauch und in operativen Prozessen, einschließlich der sofortigen Ausstellung direkt auf mobile Wallets oder Desktops und spezifischer Anwendungen wie dem Abonnementmanagement. Fintechs treiben diese Entwicklung seit Jahren voran und betonen ihre Fähigkeit, unbegrenzt virtuelle Kartennummern sofort auszustellen. Für viele von ihnen sind virtuelle Karten ein Kernbestandteil kommerzieller Karten als breiteres digitales Zahlungsinstrument, das über eine einfache ungesicherte Kreditlinie der Bank hinausgeht.

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