
Polymarket: Krypto-Wetten auf China-Märkte trotz Glücksspielverbot
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Polymarket, eine auf Kryptowährungen basierende Prognoseplattform, strebt trotz Chinas strenger Verbote für Online-Glücksspiele eine Expansion in den chinesischen Markt an. Das Unternehmen setzt auf kulturell spezifische Wettangebote und ein Team von Mandarin-sprachigen Mitarbeitern, um Nutzer in der Region anzusprechen.
Polymarket zielt auf den chinesischen Markt
Die Kryptowährungs-basierte Prognoseplattform Polymarket verfolgt das Ziel, den chinesischen Markt zu erschließen. Dies geschieht, obwohl das Land strenge Verbote für Online-Glücksspiele durchgesetzt hat. Laut Rest of World, einer technologieorientierten Publikation, hat Polymarket Mandarin-sprachige Mitarbeiter eingestellt und bietet Wetten im Zusammenhang mit dem chinesischen Neujahrsfest an, um chinesische Nutzer anzuziehen.
Justin Yang, der die Markteintrittsstrategie von Polymarket in Asien leitet, betont die wachsende Bedeutung Chinas für das Unternehmen. Er ist chinesisch-amerikanischer Herkunft und lebt in Kalifornien. Yang ist derzeit dabei, vier bis fünf weitere Mandarin-Sprecher für sein Team einzustellen, um die chinesischen Nutzer besser zu bedienen.
Kulturell relevante Wettmärkte
Auf Basis des Nutzerfeedbacks hat Polymarket mehrere China-zentrierte Märkte eingeführt. Dazu gehören Wetten, die an die jährliche Frühlingsfest-Gala gekoppelt sind, welche am Vorabend des chinesischen Neujahrs ausgestrahlt wird. Ein Markt mit der Frage „Welche Robotertänzer-Marken werden bei der Frühlingsfest-Gala 2026 auftreten?“ verzeichnete ein Handelsvolumen von über 590.000 US-Dollar.
Ein weiterer Markt befasste sich mit der Frage, ob die chinesische Sängerin Li Guyi bei der Gala auftreten würde, und generierte Wetten im Wert von rund 42.800 US-Dollar. Dieser Markt wurde mit „Nein“ aufgelöst, da Li Guyi nicht auftrat. Ein chinesischer Nutzer kommentierte dazu: „她年龄太大身体不好,去不了“ (Sie ist zu alt und bei schlechter Gesundheit, um hinzugehen). Das Mandarin-sprachige Team arbeitet zudem an einer chinesischsprachigen Benutzeroberfläche und überwacht Suchtrends, um weitere kulturell relevante Themen für Wetten hinzuzufügen.
Herausforderungen und regulatorische Hürden
In China sind alle Formen von Glücksspielen und Wetten, mit Ausnahme staatlich betriebener Lotterien, nach nationalem Recht illegal. Obwohl China nicht offiziell als eingeschränktes Land auf der Polymarket-Website gelistet ist, blockiert das Land den Zugang zu Polymarket sowie zu Konkurrenzplattformen wie Kalshi. Nutzer umgehen diese Blockaden jedoch oft mithilfe von Virtual Private Networks (VPNs), ähnlich wie es amerikanische Nutzer taten, bevor Polymarket die US-Regulierungszulassung erhielt.
Justin Yang konnte keine genaue Zahl der Polymarket-Nutzer in China nennen, gab jedoch an, dass die Website monatlich Millionen von Besuchen von Nutzern aus Asien verzeichnet. Das monatliche Handelsvolumen der Plattform liegt insgesamt im Bereich von Hunderten Millionen US-Dollar. China geht hart gegen illegales Glücksspiel vor und hat kürzlich mehrere Personen, die mit illegalen Glücksspieloperationen in Myanmar in Verbindung standen, hingerichtet.
Patrick Tan, General Counsel bei der Blockchain-Intelligence-Firma ChainArgos, äußerte die Einschätzung, dass es „wenig bis keine Chance“ gebe, dass China seinen Bürgern die Nutzung von Seiten wie Polymarket erlauben würde. Er kommentierte: „[China] ist in diesen Dingen nicht naiv. Es sieht aus wie eine Ente, es läuft wie eine Ente, es quakt wie eine Ente. … Ich glaube nicht einmal, dass wir zu dieser regulatorischen Konversation kommen werden.“