Powell bleibt Fed-Gouverneur: Kontinuität trotz Führungswechsel und Kritik

Powell bleibt Fed-Gouverneur: Kontinuität trotz Führungswechsel und Kritik

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Jerome Powell, der amtierende Vorsitzende der Federal Reserve, hat angekündigt, auch nach dem Ende seiner Amtszeit als Chair am 15. Mai weiterhin als Gouverneur im Vorstand der Zentralbank zu dienen. Diese Entscheidung, die für eine unbestimmte Zeit gelten soll, ist eng mit einer laufenden Untersuchung zur Renovierung des Hauptsitzes der Fed verknüpft und soll die Stabilität und Unabhängigkeit der Institution gewährleisten.

Powell bleibt im Amt als Gouverneur

Jerome Powell bestätigte am Mittwoch nach einer Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC), dass er dem Board of Governors erhalten bleiben wird. "Ich habe gesagt, dass ich den Vorstand nicht verlassen werde, bis diese Untersuchung wirklich und wahrhaftig mit Transparenz und Endgültigkeit abgeschlossen ist, und dazu stehe ich", erklärte Powell. Er fügte hinzu, dass seine Entscheidungen weiterhin ausschließlich vom besten Interesse der Institution und der Menschen geleitet würden, denen die Fed dient. Powells Amtszeit als Vorsitzender endet im Mai, sein Sitz als Gouverneur läuft jedoch noch zwei Jahre bis 2028.

Hintergrund der Entscheidung: Die Renovierungsuntersuchung

Die Entscheidung Powells, im Amt zu bleiben, ist direkt an eine Untersuchung des Justizministeriums bezüglich der Renovierung des Hauptsitzes der Zentralbank gekoppelt. US-Staatsanwältin Jeanine Pirro hatte Powell vorgeladen, doch ein Gericht wies diesen Versuch ab. Pirro verwies die Untersuchung kürzlich an den Generalinspekteur der Fed, wodurch das kriminelle Element entfernt und ein politisches Hindernis für die Bestätigung von Powells Nachfolger beseitigt wurde. Powell äußerte sich zufrieden über die jüngsten Entwicklungen, betonte jedoch, dass die Ereignisse der letzten Monate ihm "keine Wahl" gelassen hätten, als zu bleiben.

Kritik von Trump und die Unabhängigkeit der Fed

Powell sprach auch die intensive Kritik an, die er von Präsident Donald Trump erfahren hat, der ihn in seiner ersten Amtszeit ernannt hatte. Er bezeichnete Trumps oft persönliche Angriffe als "beispiellos in unserer 113-jährigen Geschichte" und äußerte Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Institution. "Ich mache mir Sorgen, dass diese Angriffe die Institution erschüttern und das aufs Spiel setzen, was der Öffentlichkeit wirklich wichtig ist: die Fähigkeit, Geldpolitik zu betreiben, ohne politische Faktoren zu berücksichtigen", so Powell. Er betonte die Bedeutung einer Zentralbank, die frei von politischem Einfluss agiert, für die Wirtschaft und die Menschen.

Auswirkungen auf die Geldpolitik und Märkte

Powells Verbleib als Fed-Gouverneur könnte den Finanzmärkten ein Signal der Kontinuität hinsichtlich des Ansatzes der Fed bei Inflation und Wirtschaftsrisiken senden. Obwohl er ohne die Autorität des Vorsitzenden keine Tagesordnung festlegen oder Pressekonferenzen abhalten wird, behält er sein Stimmrecht bei Zinsentscheidungen und der Geldpolitik. Seine Präsenz könnte somit weiterhin die Herangehensweise der Zentralbank an Zinsänderungen beeinflussen und auf Verbraucherseite zu mehr wirtschaftlicher Stabilität führen. Powell plant, als Gouverneur ein "niedriges Profil" zu bewahren, da es "immer nur einen Vorsitzenden" gibt.

Der neue Vorsitzende: Kevin Warsh

Powell gratulierte seinem designierten Nachfolger Kevin Warsh, dessen Nominierung am Mittwoch eine wichtige Hürde nahm, als der Senatsbankenausschuss für seine Weiterleitung an das Plenum stimmte. "Wenn Kevin Warsh bestätigt und vereidigt wird, wird er dieser Vorsitzende sein", erklärte Powell. Durch Powells Verbleib wird Präsident Trump vorerst eine Mehrheit seiner ernannten Gouverneure im siebenköpfigen Vorstand verwehrt. Zu Trumps weiteren Ernennungen gehören Christopher Waller und Michelle Bowman, sowie Stephen Miran, dessen Amtszeit abgelaufen ist, der aber bis zur Bestätigung eines neuen Mitglieds weiter dient.

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