Powell-Untersuchung schockt US-Märkte: Fed-Unabhängigkeit in Gefahr?

Powell-Untersuchung schockt US-Märkte: Fed-Unabhängigkeit in Gefahr?

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US-Aktienfutures sind am Sonntagabend scharf gefallen, nachdem Federal Reserve Chair Jerome Powell eine Untersuchung gegen sich bestätigt hatte. Die Nachricht, die Ängste vor einem Angriff auf die Unabhängigkeit der Fed schürt, ließ Anleger in sichere Häfen wie Gold und Silber flüchten, während der US-Dollar nachgab. Die Märkte reagieren sensibel auf die mögliche politische Einflussnahme auf die Zinspolitik.

Untersuchung gegen Fed-Chef Powell erschüttert Märkte

Die Nachricht über die Untersuchung, die zuerst von der New York Times gemeldet und später von Powell selbst bestätigt wurde, versetzte die Märkte in Aufruhr. Sie belebte Befürchtungen, dass die jahrelange politische Einflussnahme von Präsident Donald Trump auf die Federal Reserve nun in einem direkten Angriff auf deren Unabhängigkeit münden könnte.

Futures auf den Nasdaq 100 führten den Rückgang an und fielen um etwa 0,8 Prozent, da zinsreagible Technologieaktien die Hauptlast des Ausverkaufs trugen. S&P 500 Futures gaben rund 0,5 Prozent nach, während Dow Jones Industrial Average Futures laut späten Kursen um etwa 0,4 Prozent sanken.

Flucht in sichere Häfen: Gold und Silber gefragt

Angesichts der Unsicherheit suchten Anleger Schutz in traditionellen sicheren Häfen. Goldfutures stiegen um 1,7 Prozent auf rund 4.578 US-Dollar pro Unze, während Silber um mehr als 4 Prozent zulegte. Dies spiegelt eine erneute Nachfrage nach Absicherung gegen politische und monetäre Instabilität wider. Der US-Dollar schwächte sich moderat gegenüber mehreren wichtigen Währungen ab, darunter dem Schweizer Franken und dem japanischen Yen.

Die Unabhängigkeit der Federal Reserve im Fokus

Nach Jahren des weitgehenden Schweigens, während Trump ihn wiederholt verspottete und bedrohte, schien Powell einen Wendepunkt erreicht zu haben. Er gab eine seltene und deutliche Erklärung ab. Darin schrieb er, dass zwar "niemand – sicherlich nicht der Vorsitzende der Federal Reserve – über dem Gesetz steht", der Angriff jedoch im "breiteren Kontext der Drohungen und des anhaltenden Drucks der Regierung" zu sehen sei.

Powell betonte: "Diese neue Bedrohung betrifft nicht meine Aussage vom letzten Juni oder die Renovierung der Federal Reserve Gebäude… Das sind Vorwände. Die Drohung mit strafrechtlichen Anklagen ist eine Konsequenz daraus, dass die Federal Reserve die Zinsen auf der Grundlage unserer besten Einschätzung dessen festlegt, was der Öffentlichkeit dient, anstatt den Präferenzen des Präsidenten zu folgen."

Ökonomen und Banken warnen vor weitreichenden Folgen

Ökonomen warnen davor, dass eine erfolgreiche Vereinnahmung der Fed durch die Exekutive eine "sich selbst erfüllende Prophezeiung" einer höheren langfristigen Inflation schaffen könnte. Oxford Economics merkte kürzlich an, dass "Risse in der Unabhängigkeit der Fed" sich schnell auf die Märkte ausbreiten und letztendlich die Kreditkosten für Unternehmen erhöhen könnten, die die Regierung eigentlich mit niedrigen Zinsen schützen möchte.

Bereits im Juli, als Trump öffentlich drohte, Powell zu entlassen, warnte die Deutsche Bank in einer Notiz, dass ein solcher Schritt schwere Marktstörungen auslösen könnte. Die Bank schrieb, dass "sowohl der Währungs- als auch der Anleihemarkt zusammenbrechen können", und verwies auf erhöhte Risiken von Inflation und finanzieller Instabilität. Sie fügte hinzu: "Die empirischen und akademischen Beweise für die Auswirkungen eines Verlusts der Zentralbankunabhängigkeit sind ziemlich eindeutig."

Auch Wall-Street-Führungskräfte äußerten ähnliche Bedenken. Brian Moynihan, CEO der Bank of America, sagte kürzlich, dass die Erosion der Fed-Unabhängigkeit schwerwiegende Folgen hätte. Moynihan erklärte: "Der Markt wird die Menschen bestrafen, wenn wir keine unabhängige Fed haben."

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