
Private Märkte vor "Shakeout": Apollo-CEO Rowan warnt vor Marktbereinigung
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Marc Rowan, CEO des Private-Credit-Riesen Apollo Global Management, hat auf der Bloomberg Invest Konferenz eine bevorstehende "Marktbereinigung" im Bereich der alternativen Anlagen prognostiziert. Diese Warnung kommt inmitten wachsender Bedenken hinsichtlich der außerbanklichen Kreditvergabe und steigender Rückzugsanfragen von Anlegern aus semi-liquiden Retailfonds bei Firmen wie Blackstone und Blue Owl.
Die Warnung vor dem "Shakeout"
Rowan äußerte sich gegenüber John Micklethwait, dem Chefredakteur von Bloomberg News, und betonte, dass ein "Shakeout" in den privaten Märkten unvermeidlich sei. Diese Einschätzung wird von Michael Arougheti, CEO von Ares Management, geteilt, der ebenfalls eine Marktbereinigung erwartet. Die Branche, insbesondere der Private-Credit-Sektor, sieht sich zunehmendem Druck ausgesetzt.
Gründe für die erwartete Marktbereinigung
Als Hauptfaktoren für die bevorstehende Marktbereinigung nannte Rowan geopolitische Instabilität, Inflation und den technologischen Wandel. Insbesondere die weitreichende KI-Disruption in der Softwarebranche wird als erhebliches Risiko betrachtet. Die Aktienkurse der Private-Markets-Akteure haben im letzten Jahr bereits erhebliche Einbrüche erlebt:
- Apollo's Aktienkurs ist in diesem Jahr bisher um über 27 % gefallen.
- Blue Owl verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Rückgang von über 33 % und notiert nun unter seinem Emissionspreis von 2020.
Rowan betonte, dass die Performance der Branche nicht mehr primär von "strukturellen" Kräften abhängen wird, sondern von den tatsächlichen Fähigkeiten der einzelnen Firmen.
Auswirkungen auf die Branche und Anleger
Die Marktbereinigung wird laut Rowan und Arougheti Gewinner und Verlierer hervorbringen. Rowan zitierte Jamie Dimon mit den Worten: "Es wird immer Betrug geben, es wird immer Underwriting-Fehler geben. Aber die Frage ist, wer ein guter Risikomanager ist und wer nicht." Er fügte hinzu: "Wenn 30 % Ihres Portfolios in einer Branche liegen und diese Branche von Technologie betroffen ist, waren Sie kein guter Risikomanager." Der 1,8 Billionen US-Dollar schwere Private-Credit-Sektor sieht sich bereits mit Fragen zu steigenden Kreditausfällen bei Softwareunternehmen konfrontiert, und Business Development Companies (BDCs) wurden in den letzten Wochen von Rücknahmen getroffen.
Risikomanagement und Diversifikation als Schlüssel
Michael Arougheti von Ares Management unterstrich die Bedeutung von Diversifikation als Hauptweg zur Risikominderung. Er betonte, wie wichtig es sei, "tief zu verstehen, was man besitzt". Gleichzeitig warnte er davor, in einem Sektor wie Software "konzentriert" zu sein, da dies ein erhebliches Risiko darstelle. Arougheti ist überzeugt: "Im Allgemeinen werden diejenigen, die stärker diversifiziert sind, überleben, konsolidieren und wahrscheinlich überproportional wachsen."
Konsolidierung statt Mega-Fusionen
Rowan erwartet keine Mega-Fusionen als Folge dieser Marktbereinigung. Das Problem sei nicht die Kapitalbeschaffung, sondern das Finden guter Investitionsmöglichkeiten. "Im Gegensatz zu einem öffentlichen Vermögensverwalter, der jeden Tag alles kaufen kann, können wir nur so schnell wachsen, wie wir gute Risiken tatsächlich generieren", erklärte Rowan. Ein zu schnelles Wachstum würde das Geschäft "kommodifizieren", da man gezwungen wäre, unerwünschte Dinge anzunehmen. Arougheti sieht diese Dynamik bereits in der Konsolidierung, die seine Firma vorantreibt, beispielsweise durch den Kauf von Secondaries-Spezialist Landmark Partners und des Infrastruktur- und Logistikmanagers GCP in den letzten Jahren.