Prognosemärkte: Wie Laien Finanzexperten übertreffen und Kalshi die Regulierung herausfordert

Prognosemärkte: Wie Laien Finanzexperten übertreffen und Kalshi die Regulierung herausfordert

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Prognosemärkte revolutionieren die Art und Weise, wie wir zukünftige Ereignisse bewerten, und zeigen dabei überraschende Muster: Oft sind es nicht die etablierten Experten, sondern "zufällige Leute", die die präzisesten Vorhersagen treffen. Dies berichten die Mitbegründer von Kalshi, Tarek Mansour und Luana Lopes Lara, in einem Gespräch mit Stripe-Mitbegründer John Collison im Podcast "Cheeky Pint". Ihr Unternehmen, ein Pionier unter den US-Prognosemärkten, hat sich zum Ziel gesetzt, komplexes Wissen einfach zu monetarisieren.

Wenn Laien die Experten schlagen: Kalshis Super-Forecaster

Tarek Mansour, CEO von Kalshi, betont, dass die besten Preisgestalter in Prognosemärkten nicht unbedingt die Autoritätspersonen oder Experten sind, die man erwarten würde. Es gebe kein einheitliches demografisches Profil für diese "Super-Forecaster", die zu den wichtigsten Nutzern der Plattform gehören. Mansour und Lopes Lara haben dabei ihre persönlichen Favoriten.

Einer von Mansours Top-Nutzern ist ein Mann aus Kansas, der sich als bester Inflationsprognostiker auf Kalshi in den letzten Jahren erwiesen hat. Dieser Nutzer hatte zuvor nie Finanzmärkte gehandelt, liest lediglich Nachrichten und "fühlt" die Inflation. Luana Lopes Laras Favorit ist ein "Ariana Grande Superfan", der Kalshi während der Wahlsaison entdeckte und dann auf die Billboard-Ranking-Märkte wechselte. Dieser Nutzer hat über 150.000 US-Dollar verdient, womit er Studienkredite zurückzahlte, ein Masterstudium finanzierte und ein Auto kaufte. Er monetarisiert so ein "sehr zwanghaftes Hobby" im Bereich der Musikcharts.

Wissen monetarisieren: Mehr als nur Hobbys

Neben diesen überraschenden Talenten gibt es auch professionelle Anwender wie Alan Cole, einen 37-jährigen Ökonomen aus Washington D.C. Cole setzte laut Berichten des Wall Street Journal seine gesamten Ersparnisse gegen DOGE, indem er auf einem Kalshi-Prognosemarkt auf eine Erhöhung der Staatsausgaben wettete. Mansour hebt hervor, dass solche Märkte es ermöglichen, auch esoterisches Wissen zu belohnen, das oft durch eigene Recherche erworben wird.

Das Prinzip ist klar: Wer sich intensiv mit einem Thema auseinandersetzt und fundiertes Wissen besitzt, kann dieses auf Kalshi in finanzielle Gewinne umwandeln. Dies schafft Anreize, sich über die Welt zu informieren und smarter zu werden.

Kalshis Weg durch den Regulierungsdschungel

Die Gründung von Kalshi war von Anfang an von einem "permission not forgiveness"-Ansatz geprägt, wie Lopes Lara im Podcast erklärte. Angesichts der potenziellen finanziellen Risiken im Fintech-Bereich sei es unerlässlich, zuerst die Genehmigung der Regulierungsbehörden einzuholen. Beide Gründer, Absolventen des MIT in Mathematik und Informatik, ergänzen sich dabei: Lopes Lara ist optimistisch und risikofreudig, während Mansour als "paranoid" gilt und sich auf negative Risiken konzentriert.

Der Weg zur Zulassung war langwierig: Es dauerte drei Jahre ab 2019, um die regulatorische Genehmigung der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zu erhalten. Weitere zwei Jahre Rechtsstreit waren nötig, um die Zulassung für Wahlmärkte zu erkämpfen. Kalshi verklagte die US-Regierung erfolgreich, um Wetten auf US-Wahlergebnisse zu ermöglichen, was zuvor nur im Ausland erlaubt war. Dieser Sieg Ende 2024 führte zu einem explosionsartigen Anstieg der Popularität von Kalshi.

Die Zukunft der Prognosemärkte: Chancen und Herausforderungen

Die Trump-Regierung hat signalisiert, die Regulierung von Prognosemärkten erleichtern zu wollen. Michael Selig, Vorsitzender der CFTC, hat sich zudem bereit erklärt, gegen staatliche Regulierungsbehörden vorzugehen, die die Befugnis zur Regulierung von Plattformen wie Kalshi oder dem Konkurrenten Polymarket beanspruchen.

Gleichzeitig gibt es Bedenken im Kongress. Nach Berichten über potenziellen Insiderhandel und Wetten auf sensible Ereignisse wie den Krieg im Iran, prüfen Gesetzgeber Maßnahmen zur Eindämmung von Prognosemärkten. Kalshi betont jedoch, strenge Richtlinien gegen Insiderhandel zu haben und erlaubt keine Wetten auf Kriegsereignisse oder Todesfälle. Die Debatte um die Balance zwischen Finanzinnovation und notwendiger Aufsicht bleibt somit ein zentrales Thema für die Zukunft der Prognosemärkte.

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