
PSLF-Programm: Trump-Regel ändert Schuldenerlass für öffentliche Dienste
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Das Public Service Loan Forgiveness (PSLF)-Programm, das Millionen von US-Bürgern im öffentlichen Dienst einen Schuldenerlass für ihre Studentendarlehen verspricht, steht vor tiefgreifenden Änderungen. Eine von der Trump-Regierung erlassene Regelung, die die Berechtigungskriterien neu definiert, soll ab Juli 2026 in Kraft treten und sorgt bereits jetzt für erhebliche Bedenken bei Kreditnehmern und Interessenvertretern.
Hintergrund des PSLF-Programms
Das PSLF-Programm wurde 2007 vom US-Kongress ins Leben gerufen. Es soll Studentendarlehen für Angestellte im öffentlichen Dienst – sowohl bei Regierungsbehörden als auch bei gemeinnützigen Organisationen – erlassen, nachdem diese zehn Jahre lang qualifizierende Zahlungen geleistet haben. Ziel war es, Personen zu unterstützen, die sich beruflich dem öffentlichen Dienst widmen. Aktuell sind etwa 7 Millionen Kreditnehmer in diesem Programm eingeschrieben.
Die geplanten Änderungen ab 2026
Die Regierung von Präsident Donald Trump hat das beliebte Programm neu ausgerichtet. Ende Oktober finalisierte das Bildungsministerium eine Regelung, die die Berechtigung für PSLF einschränkt. Dies geschah als Reaktion auf eine Exekutivverordnung von Präsident Trump vom März, die den Bildungsminister anwies, die Definition von "öffentlichem Dienst" neu zu fassen. Die endgültige Regelung soll im Juli 2026 in Kraft treten. Kreditdienstleister wie Aidvantage haben jedoch klargestellt, dass es "vorerst keine Auswirkungen auf Kreditnehmer, Zahlungszählungen oder Entlastungen" gibt und Aktualisierungen erfolgen, sobald die Vorschriften wirksam werden.
Definition von "qualifizierenden Arbeitgebern" wird angepasst
Die zentrale Änderung der PSLF-Regel betrifft die Definition eines "qualifizierenden Arbeitgebers". Während zuvor jeder Arbeitgeber im öffentlichen Dienst für das Programm qualifiziert war, wird die neue Regelung Arbeitgeber ausschließen, die "wesentliche illegale Aktivitäten" oder einen "wesentlichen illegalen Zweck" verfolgen. Das Bildungsministerium nannte als Beispiele für solche Aktivitäten die Unterstützung von Terrorismus oder geschlechtsangleichender Behandlungen. Laut Unterstaatssekretär für Bildung, Nicholas Kent, sollen die Änderungen sicherstellen, dass "Bundesleistungen unseren Lehrern, Ersthelfern und Beamten zugutekommen, die ihren Gemeinden unermüdlich dienen."
Auswirkungen auf Arbeitgeber und Kreditnehmer
Sollte das Bildungsministerium feststellen, dass ein Arbeitgeber illegale Aktivitäten ausgeübt hat, werden die betroffenen Arbeitgeber benachrichtigt und erhalten die Möglichkeit, die Feststellungen zu widerlegen. Kreditnehmer werden ebenfalls informiert, können die Feststellungen jedoch nicht selbst anfechten. Ein disqualifizierter Arbeitgeber kann innerhalb von zehn Jahren erneut die Qualifizierung beantragen oder einen "Korrekturmaßnahmenplan" mit dem Ministerium vereinbaren. Sobald ein Arbeitgeber als nicht qualifiziert gilt, zählen alle zukünftigen Zahlungen, die Kreditnehmer bei diesem Arbeitgeber leisten, nicht mehr für PSLF. Rückwirkende Zahlungen, die vor der Disqualifikation geleistet wurden, bleiben jedoch gültig.
Kritik und Bedenken der Betroffenen
Die bevorstehenden Änderungen haben bei Kreditnehmern und Interessenvertretern im öffentlichen Dienst Besorgnis ausgelöst. Megan Flocken, eine Mitarbeiterin einer gemeinnützigen Organisation, äußerte gegenüber Business Insider: "Ich bin froh, dass die Möglichkeit besteht, dass dieses PSLF-Programm intakt bleibt, denn ich habe mein ganzes Berufsleben dem öffentlichen Dienst gewidmet." Kritiker befürchten, dass die Änderungen öffentliche Bedienstete vom Schuldenerlass ausschließen könnten, wenn ihre Arbeitgeber nicht mit den politischen Ansichten der jeweiligen Regierung übereinstimmen. Kurz nach Veröffentlichung der endgültigen Regelung reichte eine Koalition von Interessenvertretern und gemeinnützigen Organisationen Klage gegen die Regierung ein. Sie werfen ihr vor, gegen das Gesetz zu verstoßen und die Rekrutierung im öffentlichen und gemeinnützigen Sektor zu schädigen. Auch demokratische Gesetzgeber forderten die Aufhebung der Regelung. Senator Bernie Sanders schrieb am 1. November auf X, die Regierung habe "nicht das Recht, Lehrern, Krankenschwestern, Veteranen und anderen Beamten den Schuldenerlass zu entziehen, wenn sie Ihrer rechten politischen Agenda keine Loyalität zeigen."