
Qnity Electronics: KI-Profiteur mit starken Zahlen und ambitioniertem Plan
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Qnity Electronics, ein kürzlich von DuPont abgespaltenes Unternehmen, hat mit seinen jüngsten Quartalsergebnissen und einem positiven Ausblick seine Position als wichtiger Profiteur des Booms im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) untermauert. Das Unternehmen, das essenzielle Materialien für die Halbleiterfertigung liefert, übertraf die Erwartungen der Analysten und kündigte gleichzeitig einen mehrjährigen Transformationsplan an.
Starke Ergebnisse im vierten Quartal 2025
Im vierten Quartal 2025 verzeichnete Qnity Electronics einen Umsatz von 1,19 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und die LSEG-Schätzung von 1,16 Milliarden US-Dollar übertraf. Der Gewinn pro Aktie (EPS) lag bei 82 Cents, obwohl dies einen Rückgang von 5,7 % gegenüber dem Vorjahr darstellt, übertraf es die Konsensschätzung von 64 Cents deutlich. CEO Jon Kemp betonte, dass die Ergebnisse die disziplinierte Umsetzung und das starke organische Wachstum in beiden Segmenten widerspiegeln, angetrieben durch differenzierte Lösungen für die fortschrittlichsten Technologien der Branche.
Die Nettoerlöse für das Gesamtjahr 2025 beliefen sich auf 4,75 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 10 % gegenüber dem Vorjahr, wobei die organischen Umsätze ebenfalls um 10 % stiegen. Das Unternehmen meldete ein GAAP-Nettoeinkommen von 729 Millionen US-Dollar und ein bereinigtes Pro-Forma-EPS von 3,35 US-Dollar, was einem Anstieg von 12 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Qnity als Schlüsselakteur im KI-Boom
Qnity Electronics spielt eine entscheidende Rolle in der Wertschöpfungskette der Künstlichen Intelligenz, indem es Chemikalien und andere Materialien für die Herstellung und komplexe Verpackung von Halbleitern bereitstellt. Dazu gehören beispielsweise Photoresists, die für das "Drucken" von Chip-Schaltkreisdesigns auf Siliziumwafer unerlässlich sind, sowie Chemikalien für das Wärmemanagement elektronischer Komponenten.
Das Unternehmen profitiert von der steigenden Nachfrage nach Rechenleistung im KI-Bereich, unabhängig davon, ob diese von Nvidia-GPUs, kundenspezifischen Chips wie Alphabets TPUs oder dem Mangel an Speicherchips herrührt. Zu den Kunden von Qnity zählen führende Chiphersteller wie TSMC, Samsung und SK Hynix. Mit fortschreitenden Fertigungsprozessen steigt zudem der Bedarf an Qnity-Materialien pro Chip, was das Wachstum weiter antreibt.
Strategische Segmente und Wachstumstreiber
Qnity Electronics operiert in zwei Hauptsegmenten: Semiconductor Technologies und Interconnect Solutions. Das Segment Semiconductor Technologies umfasst Produkte, die direkt im komplexen Herstellungsprozess von Halbleitern sowie in bestimmten TV-Bildschirmen und anderen elektronischen Displays eingesetzt werden.
Das Segment Interconnect Solutions konzentriert sich auf fortschrittliche Verpackungstechnologien, Wärmemanagement und die Herstellung von "Interconnect"-Produkten, die verschiedene Teile von Rechenzentren miteinander verbinden. Die zunehmende Komplexität von KI-Chips treibt die Nachfrage in beiden Segmenten an. Obwohl die bereinigten EBITDA-Margen beider Segmente leicht unter den Konsensschätzungen lagen, wird dies als Investition in zukünftiges Wachstum gewertet.
Ambitionierter Transformationsplan und Kapitalrückführung
Das Management von Qnity hat einen mehrjährigen Transformationsplan vorgestellt, der darauf abzielt, die Betriebsabläufe zu vereinfachen, die Produktivität zu steigern und Kosten zu senken. Dieser Plan soll bis Ende 2028 zu einer Steigerung des EBITDA-Run-Rate um 100 Millionen US-Dollar führen. Die Umsetzung des Plans wird voraussichtlich einmalige Kosten von rund 140 Millionen US-Dollar über die nächsten zwei bis drei Jahre verursachen, wobei der Großteil in diesem und im nächsten Jahr anfallen wird.
Zu den Säulen des Plans gehören der Einsatz von Automatisierung und maßgeschneiderten KI-Anwendungen sowie die Stärkung des "local-for-local"-Betriebsmodells, das die Nähe zu den Endkunden priorisiert. Zusätzlich zur strategischen Neuausrichtung hat Qnity eine vierteljährliche Dividende von 0,08 US-Dollar pro Aktie angekündigt, was einer annualisierten Dividende von 0,32 US-Dollar und einer Rendite von 0,3 % entspricht. Das Unternehmen hat zudem den Rückkauf eigener Aktien im Wert von bis zu 500 Millionen US-Dollar genehmigt.
Ausblick und Analystenbewertungen für 2026
Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert Qnity Electronics einen Umsatz zwischen 4,97 Milliarden und 5,17 Milliarden US-Dollar, wobei der Mittelwert die Konsensschätzung von 5,06 Milliarden US-Dollar übertrifft. Die bereinigten Gewinne werden voraussichtlich zwischen 3,55 und 3,95 US-Dollar pro Aktie liegen, was ebenfalls über der Konsensschätzung von 3,14 US-Dollar liegt.
Analysten haben ihre Kursziele für Qnity angepasst, wobei das Kursziel von CNBC auf 140 US-Dollar von zuvor 110 US-Dollar angehoben wurde. Der Konsens der Analysten liegt laut MarketBeat bei "Moderate Buy" mit einem durchschnittlichen Kursziel von 116,50 US-Dollar. Trotz eines anfänglichen Kursanstiegs am Donnerstag gab die Aktie im Laufe des Tages einen Großteil ihrer Gewinne wieder ab, was jedoch eher auf einen breiteren Ausverkauf im Datacenter-Hardware-Sektor zurückgeführt wurde.
Insider-Transaktionen
Im Dezember 2025 verkaufte CEO Jon D. Kemp 5.655 Aktien des Unternehmens zu einem Durchschnittspreis von 85,01 US-Dollar, was einem Transaktionswert von 480.731,55 US-Dollar entspricht. Nach dieser Transaktion hielt der CEO noch 89.177 Aktien im Wert von rund 7,58 Millionen US-Dollar. Auch VP Michael G. Goss veräußerte 1.895 Aktien von Qnity Electronics.