Red Lobster: "Endless Shrimp" kehrt zurück – Rettung oder erneutes Risiko?

Red Lobster: "Endless Shrimp" kehrt zurück – Rettung oder erneutes Risiko?

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Die US-amerikanische Restaurantkette Red Lobster wagt ein riskantes Manöver: Die berüchtigte "Endless Shrimp"-Aktion, die dem Unternehmen einst Millionenverluste bescherte und zur Insolvenz beitrug, kehrt zurück. Unter der Führung von CEO Damola Adamolekun soll das All-you-can-eat-Angebot nun als zeitlich begrenzte Aktion die angeschlagene Kette wiederbeleben.

Das Comeback der "Endless Shrimp"

Red Lobster hat die Rückkehr seines beliebten "Endless Shrimp"-Angebots angekündigt, das in der Vergangenheit für erhebliche finanzielle Probleme sorgte. Das All-you-can-eat-Angebot, das 2023 als dauerhaftes Menüelement eingeführt wurde und der Restaurantkette in nur drei Monaten 11 Millionen US-Dollar kostete, ist nun wieder verfügbar. Der aktuelle CEO Damola Adamolekun, der 2024 die Führung übernahm, hatte sich zuvor kritisch geäußert und erklärt, er "wisse, wie man rechnet".

Die Neuauflage des Angebots kommt jedoch mit wichtigen Einschränkungen. Der Preis wurde von 20 US-Dollar auf 24,99 US-Dollar erhöht. Zudem ist die Aktion nur für eine begrenzte Zeit und ausschließlich für Dine-in-Bestellungen gültig. Nur teilnehmende Restaurants müssen die Garnelen unbegrenzt servieren. Adamolekun kommentierte die Entscheidung mit den Worten: "Wenn unsere Fans sprechen, hören wir zu." Er hatte bereits 2024 angedeutet, dass ein Comeback möglich sei, aber "sicherlich nicht auf die Art und Weise, wie es gemacht wurde" und nicht "auf eine Weise, die Geld verliert".

Eine Geschichte voller finanzieller Turbulenzen

Die Entscheidung des früheren Managements im Jahr 2023, "Endless Shrimp" ganzjährig anzubieten, gilt als wesentlicher Faktor, der Red Lobster in die Insolvenz trieb. Vor dieser Änderung war die Aktion über zwei Jahrzehnte hinweg als zeitlich begrenztes Event erfolgreich. Die dauerhafte Verfügbarkeit führte zu einem erheblichen Cash-Engpass und "belastenden Lieferverpflichtungen", da die Garnelenbestände schnell aufgebraucht wurden.

Red Lobster meldete im Mai 2024 Insolvenz an, belastet durch Schulden in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar. Neben dem "Endless Shrimp"-Debakel trugen auch langfristige, kostspielige Mietverträge aus einem Immobiliengeschäft im Jahr 2014 sowie eine Reihe von Fehlentscheidungen wechselnder Eigentümer und CEOs über viele Jahre hinweg zu den finanziellen Schwierigkeiten bei.

Der Sanierungsversuch unter Damola Adamolekun

Nach dem Austritt aus der Insolvenz im September 2024 verfolgt Red Lobster unter CEO Damola Adamolekun das Ziel, "das größte Comeback in der Geschichte der Restaurantbranche" zu schaffen. Adamolekun, 37 Jahre alt, konzentriert sich auf Kostensenkungen und die Gewinnung neuer Kunden. Er berichtete von einem Umsatzanstieg von 10 %, obwohl die Kette weiterhin mit Herausforderungen kämpft.

Zu seinen Initiativen gehören die "Red Carpet Hospitality"-Initiative, eine Überarbeitung des Speiseangebots und eine Reduzierung der Speisekarte um 20 %. Ein früherer Versuch, mit "SpendLESS Shrimp" für etwa 15,99 US-Dollar Kunden anzulocken, fand jedoch offenbar nicht die gewünschte Resonanz. Trotz dieser Bemühungen verzeichnete Red Lobster im Jahr 2025 ein weiteres verlustreiches Jahr. Die systemweiten Umsätze sanken laut einer Technomic-Schätzung um 6,2 % auf 1,56 Milliarden US-Dollar, was den dritten jährlichen Umsatzrückgang in Folge markiert.

Herausforderungen im Markt für Meeresfrüchte

Red Lobster, obwohl immer noch die größte Meeresfrüchte-Kette der Nation, ist laut Technomic-Daten so klein wie seit mindestens 26 Jahren nicht mehr. Die Sanierungsbemühungen werden durch dieselben Faktoren gebremst, die zur Insolvenz führten: teure Mietverträge, veraltete Restaurants und eine nachlassende Verbrauchernachfrage nach Meeresfrüchten.

Seit 2024 hat die Kette über ein Fünftel ihrer Filialen geschlossen, darunter etwa 130 vor und während des Insolvenzverfahrens. Von den über 500 verbleibenden Standorten generieren rund 100 mehr Verluste, als der Rest des Systems einbringt. Die kostspieligen Mietverträge stammen aus einem Sale-Leaseback-Geschäft von 2014, als Darden Restaurants die Kette an Golden Gate Capital verkaufte. Die Umsätze bei Full-Service-Meeresfrüchte-Ketten fielen 2025 um 2 % und 2024 um 9 %, was einen Rückgang des Sektors um 800 Millionen US-Dollar seit 2015 bedeutet. Joseph Sabbagh, Präsident von Sax Maritime Associates, merkt an: "Es gibt einfach keine Nachfrage nach solchen Meeresfrüchte-Restaurants."

Reaktionen und Ausblick

Die Nachricht von der Rückkehr der "Endless Shrimp" löste gemischte Reaktionen aus. Während einige Fans in den sozialen Medien ihre Begeisterung äußerten, drückten ehemalige Mitarbeiter, wie ein langjähriger Red Lobster-Server auf X, ihre Besorgnis über die Belastung des Personals aus. Er beschrieb die Aktion als "krankhafte Abscheulichkeit", die "Kunden in Dämonen und das Restaurant in die Hölle verwandelt".

Trotz der Risiken und der anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten setzt Red Lobster auf die Anziehungskraft des beliebten Angebots, um Kunden zurückzugewinnen. Ob die neuen Einschränkungen ausreichen, um die Rentabilität zu sichern und die Kette langfristig zu stabilisieren, bleibt abzuwarten.

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