
Regierungsstillstand lähmt US-Flughäfen: TSA-Wartezeiten explodieren
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Reisende in den USA müssen sich auf erhebliche Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen der Transportation Security Administration (TSA) einstellen. Ein teilweiser Regierungsstillstand hat dazu geführt, dass Tausende von TSA-Mitarbeitern ohne Bezahlung arbeiten, was zu Personalengpässen und unvorhersehbaren Verzögerungen an Flughäfen landesweit führt. Die Situation verschärft sich inmitten der Hochsaison der Frühlingsferien.
Chaos an US-Flughäfen: Ursachen der langen Wartezeiten
Die anhaltenden langen Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen der US-Flughäfen sind eine direkte Folge eines teilweisen Regierungsstillstands, der das Department of Homeland Security (DHS) und die Transportation Security Administration (TSA) ohne Finanzierung lässt. Dies bedeutet, dass die als "essenziell" eingestuften TSA-Mitarbeiter ohne Bezahlung arbeiten müssen und auf Nachzahlungen warten, sobald die Regierung wieder vollständig geöffnet ist. Viele haben seit dem 14. Februar ihren ersten vollen Gehaltsscheck verpasst.
Die Auswirkungen sind gravierend: An mehreren Tagen dieser Woche meldete das DHS, dass bis zu 10 % aller TSA-Agenten nicht zur Arbeit erschienen sind. An einigen Flughäfen lagen die Abwesenheitsraten sogar bei durchschnittlich 20 %. Über 300 TSA-Mitarbeiter haben während des Shutdowns bereits gekündigt.
Sheldon H. Jacobson, Professor für Ingenieurwesen an der University of Illinois Urbana-Champaign und Experte für Flughafensicherheitskontrollen, erklärte gegenüber Business Insider, dass die aktuelle Unvorhersehbarkeit der Wartezeiten durch die unregelmäßige Personalstärke bedingt sei. Die Anzahl der anwesenden TSA-Beamten sei der Schlüsselfaktor, da diese historisch für viele verschiedene Aufgaben geschult wurden.
Aktuelle Lage: Welche Flughäfen besonders betroffen sind
Die Verzögerungen an den TSA-Kontrollpunkten in den USA sind in den letzten Tagen unvorhersehbar gewesen, wobei einige Flughäfen deutlich stärker betroffen waren als andere. Am Donnerstag, dem 19. März 2026, waren die Wartezeiten am Houston George Bush International Airport (IAH) mit über zwei Stunden an einigen Kontrollpunkten am schlimmsten. Das Bush Airport riet Reisenden, sich ausreichend Zeit zu nehmen, da die Wartezeiten im Laufe des Tages schwanken.
Der Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport (ATL), der gemessen an den Passagierzahlen verkehrsreichste Flughafen der Welt, gehörte zu den am stärksten betroffenen. Hier kam es an den meisten Tagen dieser Woche zu Verzögerungen von über 90 Minuten, obwohl die längste Wartezeit am Donnerstagvormittag nur sieben Minuten betrug. Am Mittwoch riet der Flughafen Reisenden, mindestens drei Stunden vor ihrem Flug anzukommen. Am 17. März wurden morgens Spitzenwerte von drei Stunden gemeldet, während am 18. März die Wartezeiten an den internationalen Terminals über 90 Minuten erreichten, aber am späten Nachmittag auf etwa 20 Minuten sanken.
Weitere Flughäfen mit erheblichen Verzögerungen waren:
- Fort Lauderdale-Hollywood International Airport (FLL): Lange Schlangen am 19. März, Berichte über Schlangen, die aus dem Gebäude reichten.
- Houston William P. Hobby Airport (HOU): Bis zu drei Stunden Anfang März, über das Wochenende bis zu 3,5 Stunden.
- New Orleans Louis Armstrong International (MSY): Schlangen von bis zu zwei Stunden.
- Austin-Bergstrom International (AUS): Schlangen vom Terminal bis zum Parkplatz, verstärkt durch das SXSW Festival.
- Philadelphia International Airport (PHL): Schlangen, die Rolltreppen hinunterreichten, und geschlossene TSA-Kontrollpunkte.
- Dallas-Fort Worth (DFW): Über 25 Minuten im Morgenansturm, aber unter 15 Minuten am späten Vormittag. Am 18. März wurden 40 Minuten gemeldet, meist blieben die Wartezeiten jedoch unter 20 Minuten.
- Denver International Airport (DEN): Über 35 Minuten kurz nach Öffnung, sank aber schnell auf 20 Minuten oder weniger.
- New York (JFK, Newark, LaGuardia): Am JFK über 15 Minuten, am Newark ähnlich, LaGuardia bis zu 20 Minuten. Am 18. März wurden für JFK 23 Minuten und für LaGuardia 22 Minuten gemeldet, Newark 28 Minuten.
- Chicago O'Hare (ORD): Einige Kontrollpunkte erreichten stundenlange Verzögerungen.
- Salt Lake City International Airport (SLC): 39 Minuten am 18. März.
- Orlando International Airport (MCO): 32 Minuten am 18. März.
Einige Flughäfen blieben von den stundenlangen Warteschlangen verschont. So wurden am Montagabend am Flughafen Las Vegas und am 17. März am Los Angeles International Airport (LAX) nur minimale TSA-Schlangen oder Wartezeiten von 2-6 Minuten verzeichnet.
Die Fluggesellschaften American, Delta, United, Southwest und JetBlue erwarten in diesem Frühjahr 171 Millionen Passagiere, wobei die Frühlingsferien bereits in vollem Gange sind.
Politische Blockade und ihre Folgen
Der aktuelle Regierungsstillstand ist der dritte innerhalb eines Jahres, der TSA-Mitarbeiter betrifft. Die Finanzierung des Department of Homeland Security (DHS) lief am 13. Februar aus, nachdem der Kongress sich nicht auf Einwanderungsreformen einigen konnte. Demokratische Gesetzgeber haben die Freigabe von Mitteln verweigert und bestehen auf neuen Beschränkungen nach den tödlichen Schießereien von Alex Pretti und Renee Good in Minneapolis Anfang des Jahres.
Die CEOs mehrerer großer kommerzieller und Frachtfluggesellschaften, darunter American, Delta, United, Southwest und JetBlue, forderten in einem offenen Brief den Kongress dringend auf, die DHS-Finanzierung wiederherzustellen und eine überparteiliche Lösung zu finden. Sie wiesen darauf hin, dass 93 % der Wähler in einer AlphaROC-Umfrage vom März 2026 die Bezahlung von Bundesluftfahrtmitarbeitern während Regierungsstillständen unterstützten. Die CEOs betonten, dass es "schwierig, wenn nicht unmöglich ist, Essen auf den Tisch zu stellen, Benzin ins Auto zu füllen und Miete zu zahlen, wenn man nicht bezahlt wird."
So prüfen Sie die aktuellen Wartezeiten
Um den Stress zu vermeiden, einen Flug zu verpassen, sollten Reisende sich ausreichend Zeit am Flughafen nehmen. Viele Flughäfen raten diese Woche, bis zu drei Stunden vor dem Flug anzukommen, selbst bei Inlandsflügen.
Viele große Flughäfen, darunter Atlanta, Houston, JFK, Newark, Philadelphia, Dallas-Fort Worth und Denver, veröffentlichen die geschätzten TSA-Wartezeiten live auf ihren Websites. Diese bieten oft spezifische Einblicke, wie beispielsweise die Wartezeiten an jedem einzelnen Kontrollpunkt am DFW Airport. Auch Miami International (MIA) und Los Angeles (LAX) stellen solche Informationen bereit.
Alternativ können Reisende die mobile MyTSA App nutzen, die für iOS und Android verfügbar ist. Die App liefert geschätzte Wartezeiten in 15-Minuten-Intervallen, basierend auf durchschnittlichen Kontrollpunktdaten sowie crowd-sourced Informationen. Es ist jedoch zu beachten, dass die App bei fehlenden Live-Daten auf historische Informationen zurückgreifen kann. Die TSA hat zudem mitgeteilt, dass sie ihre Websites während des teilweisen Shutdowns nicht "aktiv" verwaltet, was die Aktualität der App-Daten beeinträchtigen könnte.
Ausblick: Droht eine weitere Eskalation?
Die Situation könnte sich in den kommenden Tagen noch verschärfen. Verkehrsminister Sean Duffy warnte am Donnerstag auf CNBC: "Wenn wir in die nächste Woche kommen und sie eine weitere Zahlung verpassen, wird das, was jetzt passiert, wie ein Kinderspiel aussehen."
Sowohl Duffy als auch Adam Stahl, der stellvertretende Administrator der TSA, äußerten die Befürchtung, dass einige Flughäfen sogar zur Schließung gezwungen sein könnten, falls die Finanzierungsprobleme anhalten. Angesichts der angespannten Lage haben Flughäfen wie Denver und Seattle die Öffentlichkeit bereits um Spenden in Form von Lebensmitteln, Geschenkkarten und grundlegenden Hilfsgütern gebeten, um die unbezahlt arbeitenden TSA-Mitarbeiter zu unterstützen.