
Rekordjahr für Milliardäre: 15,8 Billionen USD Vermögen, 287 neue Gesichter
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Die globalen Aktienmärkte und eine Welle von Börsengängen haben in diesem Jahr zu einem Rekordanstieg des Milliardärsvermögens geführt. Laut dem UBS Billionaire Ambitions Report 2025 stieg die Gesamtzahl der Milliardäre auf über 2.900, wobei 287 neue Individuen den exklusiven Kreis betraten. Dieses Wachstum wird nicht nur von Tech-Innovationen, sondern auch von einem bedeutenden Generationenvermögenstransfer angetrieben.
Milliardärsvermögen erreicht Rekordhöhe
Das globale Milliardärsvermögen hat einen neuen Höchststand erreicht und belief sich Ende des dritten Quartals auf 15,8 Billionen US-Dollar, ein Anstieg von 13 Prozent. Dies geht aus dem aktuellen UBS Billionaire Ambitions Report 2025 hervor. Insgesamt zählt die Welt nun 2.919 Milliardäre, was einem Zuwachs von 27 Prozent in den letzten vier Jahren entspricht, in denen 727 Personen zu Milliardären wurden.
Im Jahr 2025 wurden 287 neue Milliardäre verzeichnet, die zweithöchste Zahl seit Beginn der UBS-Erhebung im Jahr 2015. Nur im Jahr 2021, als 360 neue Milliardäre hinzukamen, war der Zuwachs noch größer. Damals trugen staatliche Konjunkturprogramme und niedrige Zinsen maßgeblich zur Wertsteigerung von Vermögenswerten bei.
Vielfältige Quellen neuen Reichtums
Von den weltweit 2.919 Milliardären haben 2.059 ihr Vermögen selbst aufgebaut, während 860 es geerbt haben. Die neuen Milliardäre des Jahres 2025 schöpften ihren Reichtum aus einer breiten Palette von Branchen, die über den oft zitierten Tech-Sektor hinausgehen. Dazu gehören Software, Genetik, Gastronomie, Infrastruktur und Erdgas.
Zu den prominenten Beispielen der neuen Self-made-Milliardäre zählen Ben Lamm, Mitbegründer des Genetik- und Biowissenschaftsunternehmens Colossal, sowie Michael Dorrell, Mitbegründer und CEO der Infrastruktur-Investmentfirma Stonepeak. Auch Bob Pender und Mike Sabel, die Venture Global, einen Flüssigerdgasexporteur, mitbegründeten und im Januar an die Börse brachten, gehören zu dieser Gruppe. John Mathews, Leiter des Private-Wealth-Managements bei UBS in den USA, kommentiert: "Man hat diese Beschleunigung des Milliardärswachstums gesehen, und sie kommt tatsächlich aus allen Bereichen." Judy Spalthoff, Leiterin der UBS Family Office Solutions Group, fügt hinzu: "Es gibt viel Raum für neue, selbstgemachte Unternehmer, um Vermögen zu schaffen."
Die USA als Motor des Self-made-Reichtums
Die Vereinigten Staaten sind führend beim Zuwachs an Self-made-Milliardären. 92 neue Self-made-Milliardäre in den USA trugen zu einem Vermögenszuwachs von 180 Milliarden US-Dollar bei. Fast ein Drittel der weltweiten Milliardäre, nämlich 924 Personen, leben in den USA. Ihr Gesamtvermögen stieg im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 17,5 Billionen US-Dollar.
Drei Viertel der amerikanischen Milliardäre sind Self-made-Unternehmer. Dieser Anstieg ist auf Unternehmensgründungen und unternehmerische Leistungen zurückzuführen, insbesondere im Tech-Sektor. Investoren in Unternehmen wie Nvidia und Oracle verzeichneten in den letzten Jahren besonders hohe Gewinne. Charles Otton, Leiter von Ultra-High Net Worth Plus bei UBS, merkt an: "Es ist erstaunlich, wie viel Vermögen in den USA geschaffen wurde, und es konzentriert sich auf Tech, Konsum, Einzelhandel und, in geringerem Maße, auf die Industrie."
Der "Great Wealth Transfer": Erbschaften prägen die Landschaft
Der "Great Wealth Transfer" spielt eine immer größere Rolle bei der Entstehung neuer Milliardäre. Im vergangenen Jahr wurden 91 Personen durch Erbschaften zu Milliardären, die zusammen fast 300 Milliarden US-Dollar erhielten. Dies entspricht einem Anstieg von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von diesen Erben waren 64 Männer und 27 Frauen.
Während in den USA vor allem Self-made-Milliardäre dominieren, wurde ein Großteil der neuen Milliardäre in Westeuropa durch Erbschaften reich. Über die nächsten 15 Jahre wird geschätzt, dass 5,9 Billionen US-Dollar von Milliardären an Kinder und Ehepartner vererbt werden, hauptsächlich in den USA. Bis 2040 könnten es global sogar rund 6,9 Billionen US-Dollar sein. John Mathews betont: "Wir sprechen seit über einem Jahrzehnt über den großen Vermögenstransfer, und jetzt beginnt er sich zu verwirklichen."
Globale Perspektiven und Investitionstrends
Der UBS Billionaire Ambitions Report 2025 beleuchtet auch Veränderungen in den Investitionspräferenzen der Milliardäre. Die Attraktivität Nordamerikas als bester Investitionsstandort sank von 81 Prozent im Vorjahr auf 63 Prozent. Gleichzeitig gewann das Interesse an Investitionen in anderen Regionen wie Westeuropa, Greater China und dem asiatisch-pazifischen Raum (ohne Greater China) an Bedeutung.
Asiatische Milliardäre äußerten als größte Sorge für das kommende Jahr Zölle. Der Bericht zeigt zudem, dass Milliardäre wieder verstärkt in Private Equity und Private Credit investieren, was eine leichte Abkehr von früheren Trends darstellt. Charles Otton hebt hervor, dass Kunden die Verantwortung für die Weitergabe ihres Vermögens an jüngere Generationen ernster nehmen als je zuvor, was sich auch in der regelmäßigen Aktualisierung von Testamenten und Trusts widerspiegelt.