Ripplings CPO: Warum bewusste Unterbesetzung Teams zur Höchstleistung treibt

Ripplings CPO: Warum bewusste Unterbesetzung Teams zur Höchstleistung treibt

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Matt MacInnis, Chief Product Officer (CPO) des HR-Software-Startups Rippling, verfolgt eine unkonventionelle Strategie: Er besetzt Projekte bewusst mit weniger Personal, als eigentlich benötigt wird. Diese Methode, die er in einem Podcast von "Lenny's" erläuterte, zielt darauf ab, Teams zu maximaler Leistung und Effizienz anzuspornen, ein Ansatz, der im gesamten Silicon Valley zunehmend Anklang findet.

Die Strategie des bewussten Unterbesetzens bei Rippling

MacInnis, der 2019 als Chief Operating Officer (COO) zu Rippling kam, bevor er kürzlich zum CPO ernannt wurde, vertritt die Ansicht, dass Teams absichtlich unterbesetzt sein sollten. "Jeder fragt ständig nach mehr Ressourcen", sagte er. Er fügte hinzu, dass es ihm "wirklich wichtig ist, dass wir das Gefühl haben, jedes Projekt im Unternehmen bewusst unterbesetzt zu haben." Zuvor war MacInnis Mitbegründer und Leiter von Inkling, einer Lernplattform, die 2018 übernommen wurde.

Warum "Redline" statt Entspannung?

Die Philosophie hinter dieser Strategie ist klar: Außergewöhnliche Ergebnisse erfordern außergewöhnliche Anstrengungen. MacInnis betont, dass das Arbeiten bis spät in die Nacht und an Wochenenden, wenn Probleme auftreten, sowie das Betreiben eines Teams an seiner Kapazitätsgrenze, gute von großartigen Teams unterscheidet. "Man muss den Motor jederzeit am roten Bereich laufen lassen", so MacInnis. Er warnt davor, dass Wettbewerber jede Schwäche ausnutzen würden: "In dem Moment, in dem man die Wachsamkeit verliert, in dem man langsamer wird, in dem man sich entspannt, in dem man eine Lücke für die Konkurrenz lässt, werden die großartigen Teams kommen und den guten Teams in den Arsch treten."

Er argumentiert, dass Mitarbeiter abgelenkt werden und die Moral sinkt, wenn Teams Raum zum "Däumchendrehen" haben. Während Einzelpersonen "Urlaub nehmen und ihr Leben leben" sollten, darf es in der Organisation als Ganzes keine Entspannung geben. "Man kann die Einzelpersonen nicht zermürben, aber das Team als kollektive Gruppe von Menschen muss ständig am Ball sein", erklärte MacInnis. Diese "gnadenlose Energie und Intensität" sei entscheidend, um Entropie in der Organisation zu bekämpfen.

Rippling: Ein Unicorn im HR-Tech-Bereich

Rippling, 2017 gegründet, ist eine Plattform für einheitliches Workforce Management, die sich auf HR-Software spezialisiert hat. Das Unternehmen wird von namhaften Investoren wie Kleiner Perkins, Sequoia Capital, Greenoaks und Y Combinator unterstützt. Im Mai dieses Jahres schloss Rippling eine Finanzierungsrunde über 450 Millionen US-Dollar ab, wodurch die Bewertung des Unternehmens auf 16,8 Milliarden US-Dollar stieg.

Ein Branchentrend im Silicon Valley

Die Ansichten von Matt MacInnis spiegeln einen breiteren Trend wider, der sich in den letzten zwei Jahren in der Tech-Branche des Silicon Valley etabliert hat. Unternehmen priorisieren schnelles Wachstum und das Prinzip "mehr mit weniger". Dies führte zu einer Reduzierung des mittleren Managements zugunsten schlankerer Teams und weniger Hierarchieebenen, was zu weniger Bürokratie führen soll.

Führungskräfte in der gesamten Branche verbreiten Memos, die Begriffe wie "Effizienz", "Scrappiness" und "Frugalität" betonen. Im April skizzierte Intel-CEO Lip-Bu Tan seinen Plan für die Unternehmenskultur, der mehr Präsenz im Büro, weniger administrative Arbeit und schlankere Teams umfasste. Tan schrieb: "Der wichtigste KPI für viele Manager bei Intel war die Größe ihrer Teams. Zukünftig wird dies nicht mehr der Fall sein. Die besten Führungskräfte erreichen am meisten mit den wenigsten Leuten."

Auch Amazon-CEO Andy Jassy äußerte sich in einem Brief vom September 2024 ähnlich: "Wir wollen wie das größte Startup der Welt agieren. Das bedeutet eine Leidenschaft für ständiges Erfinden für Kunden, große Dringlichkeit (bei den meisten großen Gelegenheiten ist es ein Wettlauf!), hohe Eigenverantwortung, schnelle Entscheidungsfindung, Scrappiness und Frugalität, tief vernetzte Zusammenarbeit." Ende Oktober entließ Amazon 14.000 Unternehmensmitarbeiter, unter Verweis auf den schnellen Fortschritt der KI.

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