
Rivian Q1 2026: Umsatz steigt, Amazon-Abhängigkeit bleibt im Fokus
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Der Elektrofahrzeughersteller Rivian Automotive hat im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 1,381 Milliarden US-Dollar erzielt und damit die Markterwartungen übertroffen. Trotz positiver Finanzkennzahlen rückt die starke Abhängigkeit von Amazon in den Vordergrund, was bei einigen Marktbeobachtern Bedenken auslöst.
Rivians Abhängigkeit von Amazon im Fokus
Die Beziehung zu Amazon bleibt für Rivian von zentraler Bedeutung. CEO RJ Scaringe äußerte sich während des Earnings Calls "sehr stolz" auf die Partnerschaft und betonte, dass die Auslieferung von Lieferwagen an das E-Commerce-Unternehmen weiter hochgefahren werde. Amazon ist laut Scaringe "mit Abstand der größte Betreiber" im Bereich der kommerziellen Fahrzeuge für Rivian.
Obwohl Rivian "viele andere Möglichkeiten" für seine Fahrzeuge identifiziert hat, liegt der aktuelle Fokus des Unternehmens weiterhin auf Amazon und der Unterstützung von deren Bedarf. Diese Konzentration wurde vom Short-Seller James Chanos kritisch beleuchtet.
Chanos teilte auf der Social-Media-Plattform X mit, dass Amazons Bestellungen im ersten Quartal 2026 468 Millionen US-Dollar des gesamten Automobilumsatzes von Rivian in Höhe von 908 Millionen US-Dollar ausmachten. Er kommentierte dies mit "So they are only selling 5-6,000 vehicles per quarter in the open market? Yikes", was seine Besorgnis über den Absatz an Nicht-Amazon-Kunden ausdrückt.
Solide Quartalsergebnisse übertreffen Erwartungen
Rivian konnte im ersten Quartal 2026 positive Geschäftszahlen vorlegen. Der Gesamtumsatz stieg im Jahresvergleich um 11 % auf 1,381 Milliarden US-Dollar und übertraf damit den Konsens von 1,363 Milliarden US-Dollar. Auch der Umsatz aus Software und Dienstleistungen zeigte ein starkes Wachstum von 49 % gegenüber dem Vorjahr und erreichte 473 Millionen US-Dollar.
Der Verlust pro Aktie (EPS) lag bei 33 Cents pro Aktie, was eine deutliche Verbesserung gegenüber der Konsensschätzung eines Verlusts von 71 Cents pro Aktie darstellt. Im Berichtszeitraum produzierte Rivian insgesamt 10.236 Fahrzeuge.
Produktionsausbau und neue Modelle
Um die zukünftige Nachfrage zu decken, plant Rivian, die Kapazität seines Werks in Georgia um 50 % zu erhöhen. Dies soll es dem Unternehmen ermöglichen, jährlich bis zu 300.000 Einheiten zu produzieren.
Zusätzlich zu den bestehenden Modellen strebt Rivian mit dem R2 an, einen Anteil am Markt für Crossover-SUVs zu gewinnen und damit in direkte Konkurrenz zu Tesla zu treten. Für den R2 wird ein jährliches Verkaufsvolumen von 20.000 bis 25.000 Einheiten angestrebt.
Aktienkursentwicklung
Die Rivian-Aktie (RIVN) verzeichnete am Donnerstag zum Handelsschluss einen Anstieg von 2,12 % auf 16,40 US-Dollar. Im nachbörslichen Handel gab der Kurs jedoch um 5,01 % nach und schloss bei 15,58 US-Dollar. Laut Benzinga Edge Rankings weist Rivian ein "Satisfactory Momentum" und einen "favorable price trend" sowohl kurz- als auch langfristig auf.