
Rivian und Redwood Materials: Zweitlebens-Batterien für die Energiewende
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Der Elektrofahrzeughersteller Rivian hat eine strategische Partnerschaft mit Redwood Materials, dem Unternehmen des Tesla-Mitbegründers JB Straubel, bekannt gegeben. Ziel ist der Aufbau eines Energiespeichersystems am Rivian-Werk in Normal, Illinois, das über 100 wiederaufbereitete EV-Batteriepakete nutzen wird, um 10 Megawattstunden (MWh) Energie bereitzustellen. Dieses System soll Kosten senken, das Stromnetz entlasten und die Stabilität der Energieversorgung verbessern.
Rivian und Redwood Materials: Eine strategische Partnerschaft
Rivian und Redwood Materials haben eine Kooperation zur Implementierung eines Batteriespeichersystems in Rivians Produktionsstätte in Normal, Illinois, angekündigt. Dieses Projekt, das als das größte wiederaufbereitete Batteriespeichersystem in einer US-Automobilproduktionsanlage beschrieben wird, nutzt über 100 gebrauchte Rivian-Batteriepakete. Die Anlage soll anfänglich 10 Megawattstunden (MWh) an abrufbarer Energie liefern.
Rivian liefert die gebrauchten EV-Batteriepakete an Redwood Materials, welches diese in ein Redwood Energy Speichersystem integriert. Angetrieben von Redwoods "Pack Manager"-Technologie, ermöglicht die Einrichtung die Nutzung der gespeicherten Energie direkt vor Ort im Rivian-Werk.
Zweitlebens-Batterien für die Energiewende
Das System ist darauf ausgelegt, erhebliche Kosteneinsparungen durch die Wiederverwendung zuverlässiger EV-Batterien zu erzielen. Es ermöglicht einen schnellen und flexiblen Einsatz von Energiekapazitäten in Umgebungen mit hohem Bedarf, wie beispielsweise Fertigungsanlagen. Die Nutzung von Zweitlebens-Batterien trägt dazu bei, den Druck auf das Stromnetz während Spitzenlastzeiten zu mindern und die allgemeine Netzstabilität und -zuverlässigkeit zu verbessern.
Elektrofahrzeugbatterien sind für eine Lebensdauer von Hunderttausenden von Meilen konzipiert und behalten am Ende der Fahrzeuglebensdauer typischerweise noch eine erhebliche Kapazität. Dies macht sie ideal für stationäre Speicheranwendungen, bei denen die Anforderungen an die Energiedichte geringer sind als in einem fahrenden Fahrzeug. Redwood Materials, gegründet von Tesla-Mitbegründer JB Straubel, konzentriert sich darauf, über 95 % wertvoller Metalle wie Lithium, Nickel, Kobalt und Kupfer aus Altbatterien und Produktionsabfällen zurückzugewinnen.
Energiebedarf im Fokus: Rivians R2-Produktionshochlauf
Das Rivian-Werk in Normal, Illinois, erhöht seine Produktion durch die Einführung des R2-Modells, was den Energiebedarf des Werks steigert. Die Installation eines Batteriespeichers soll dazu beitragen, Spitzenstromkosten zu senken und einen stabilen Betrieb bei Netzbelastungen zu gewährleisten, ohne in kritischen Zeiten zusätzlichen Strom aus dem Netz zu ziehen.
RJ Scaringe, Gründer und CEO von Rivian, betonte: "EVs stellen eine massive, verteilte und hoch wettbewerbsfähige Energieressource dar. Unsere Partnerschaft mit Redwood ermöglicht es uns, die Batterien unserer Fahrzeuge über die Lebensdauer eines Fahrzeugs hinaus zu nutzen und zur Netzgesundheit sowie zur amerikanischen Wettbewerbsfähigkeit beizutragen." Diese Initiative löst zudem ein Problem für Automobilhersteller: den Umgang mit Garantie-Rücksendungen, Entwicklungsfahrzeugen und frühen Hochleistungsbatterien, die noch viel Lebensdauer haben.
Die Vision von JB Straubel: Von Tesla zur Kreislaufwirtschaft
JB Straubel, Mitbegründer von Tesla und dessen CTO für 15 Jahre, verließ das Unternehmen 2019, um sich auf Redwood Materials zu konzentrieren, das er 2017 als Batterierecycling-Startup gründete. Redwood hat sich in den letzten Jahren aggressiv als Energiespeicher-Akteur positioniert und Mitte 2025 die Sparte Redwood Energy ins Leben gerufen. Im Oktober wurden weitere 350 Millionen US-Dollar zur Skalierung des Geschäfts aufgenommen.
Straubel erklärte: "Der Strombedarf beschleunigt sich schneller, als das Netz erweitert werden kann, was ein Hindernis für industrielles Wachstum darstellt. Gleichzeitig stellt die enorme Menge an heimischen Batterieanlagen, die bereits auf dem US-Markt sind, eine strategische Energieressource dar." Redwoods größtes Zweitlebens-Projekt ist ein 12 MW / 63 MWh Microgrid, das aus 792 Zweitlebens-EV-Paketen auf seinem Campus in Sparks, Nevada, gebaut wurde, um ein Crusoe AI-Rechenzentrum zu versorgen.
Wettbewerbsvorteile des Rivian R2
Die erhöhte Energieanforderung im Rivian-Werk ist eng mit dem Produktionsstart des neuen R2 SUV verbunden. Eine kürzliche EPA-Zertifizierungsanmeldung für den Rivian R2 SUV deutete auf eine Reichweite von bis zu 335 Meilen hin, leicht über der zuvor geschätzten Reichweite von 330 Meilen. Die Anmeldung weist auch auf eine verbesserte Wärmepumpe für eine bessere Batterieeffizienz hin.
Der R2 Performance, mit einem Preis von 57.990 US-Dollar, zielt auf den Tesla Model Y ab und könnte einen Reichweitenvorteil von etwa 30 Meilen bieten. Dies würde seine Wettbewerbsfähigkeit im Segment der Performance-Elektro-SUVs stärken.