
Robinhood CEO Tenev fordert Privatanleger-Zugang zu privaten KI-Firmen
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Der CEO der Handelsplattform Robinhood Markets Inc. (NASDAQ:HOOD), Vlad Tenev, hat sich in die wachsende politische Debatte um Künstliche Intelligenz (KI) eingeschaltet. Er reagierte direkt auf Bedenken von Senator Bernie Sanders (I-VT) hinsichtlich der schnellen Expansion von KI-Rechenzentren und deren potenziellen gesellschaftlichen Auswirkungen. Tenev argumentiert, dass die Ängste vor KI in einem wachsenden Gefühl der wirtschaftlichen Ausgrenzung unter den Amerikanern verwurzelt sind und schlägt vor, Privatanlegern den Zugang zu privaten KI-Unternehmen zu ermöglichen.
Tenev reagiert auf Sanders' KI-Bedenken
Senator Bernie Sanders hat sich besorgt über die Auswirkungen von KI geäußert und ein Moratorium für den Bau neuer Rechenzentren gefordert. Er befürchtet, dass unregulierte KI zu Millionen von Arbeitsplatzverlusten führen könnte und hinterfragt die Visionen von Milliardären wie Elon Musk, die eine Utopie durch KI versprechen. Sanders fragte am Donnerstag in einem auf Musks Social-Media-Plattform X veröffentlichten Video: „Wie wird diese Utopie entstehen, wenn junge Menschen keine Einstiegsjobs mehr finden, die es früher gab, und sie arbeitslos ohne Einkommen sind?“
Vlad Tenev äußerte sich am Donnerstag ebenfalls auf X und erklärte, dass die Ängste rund um KI in einem wachsenden Gefühl der wirtschaftlichen Ausgrenzung bei den Amerikanern begründet seien. Er zitierte Sanders' Bedenken und sagte: „Dieses Gefühl ist genau der Grund, warum wir daran arbeiten müssen, Privatanlegern Zugang zu privaten KI-Unternehmen zu ermöglichen.“ Tenev betonte: „Die Menschen befürchten, dass KI ihnen die Arbeitsplätze wegnimmt und ihnen nichts zurückgibt.“
Zugang zu privaten KI-Unternehmen für Privatanleger
Tenev ist überzeugt, dass eine Beteiligung an führenden KI-Unternehmen die Akzeptanz und Unterstützung für die KI-Entwicklung fördern würde. „Wenn wir nicht entsprechend handeln, werden sie immer stärker gegen die KI-Beschleunigung vorgehen“, warnte er. Er fügte hinzu: „Geben Sie ihnen eine Beteiligung an den führenden KI-Unternehmen, und sie werden zu Unterstützern und Verteidigern.“
Viele führende KI-Unternehmen mit stark steigenden Bewertungen, wie OpenAI (Muttergesellschaft von ChatGPT) und PerplexityAI, sind weiterhin in Privatbesitz und somit für Privatanleger unzugänglich. Tenev merkte an, dass die Kryptoindustrie in dieser Hinsicht eine bessere Arbeit geleistet habe, indem sie breiteren Zugang ermöglichte.
Robinhoods Pläne für KI-Investitionen
Robinhood hat bereits konkrete Schritte angekündigt, um Privatanlegern diesen Zugang zu ermöglichen. Vergangenen Monat gab das Unternehmen bekannt, einen neuen Fonds auflegen zu wollen, der von seiner Tochtergesellschaft Robinhood Ventures verwaltet wird. Dieser Fonds soll Privatanlegern die Möglichkeit bieten, in ein konzentriertes Portfolio von „best in class“ privaten KI-Unternehmen zu investieren.
Über die KI hinaus setzt sich Robinhood konsequent für die Tokenisierung von Anteilen privater Unternehmen ein. Ziel ist es, den Zugang für Privatanleger zu wachstumsstarken Firmen wie SpaceX, Stripe und Databricks zu erweitern, die unter dem aktuellen System für die meisten Einzelinvestoren unerreichbar bleiben. Tenev erklärte, dass die Technologie für eine solche Tokenisierung bereits vorhanden sei. Er fügte hinzu: „Was benötigt wird, ist eine umfassende Wertpapiergesetzgebung“, da die aktuellen Regeln für akkreditierte Investoren „derzeit über 80 % der Öffentlichkeit ausschließen.“
Sanders' Kritik und Musks Vision
Die Debatte um KI wird auch von Elon Musk, CEO von Tesla, aktiv mitgestaltet. Musk hatte Sanders zuvor als „feige“ bezeichnet und ihm mangelnden „Sinn für Abenteuer“ vorgeworfen. Musk vertritt die Ansicht, dass Arbeit in Zukunft optional werden könnte, da die Rolle der KI im Alltag zunimmt. Er prognostizierte vergangenen Monat, dass Geld irgendwann „irrelevant“ werden könnte, wenn sich KI und Robotik weiter verbessern. Sein Unternehmen Tesla plant, innerhalb des nächsten Jahres eine Million humanoide Optimus-Roboter zu bauen.
Sanders hingegen hinterfragt Musks Versprechen von „universellem hohem Einkommen“ und „Beseitigung der Armut“ durch KI, insbesondere im Hinblick auf potenzielle Arbeitsplatzverluste. Er forderte Musk und seine „anderen Oligarchen-Freunde“ auf, zu erklären, wie sie den arbeitenden Menschen das versprochene „großartige Leben“ ermöglichen wollen.
Der KI-Boom an den Märkten
Trotz der politischen Bedenken und Debatten hat der Optimismus der Anleger hinsichtlich KI und damit verbundenen Ausgaben den Markt beflügelt. Der S&P 500 Benchmark ist in diesem Jahr um über 15 % gestiegen und steuert auf das dritte Gewinnjahr in Folge zu. NVIDIA, dessen Chips für fortschrittliches Computing unerlässlich sind, erreichte in diesem Jahr als erstes Unternehmen eine Bewertung von 5 Billionen US-Dollar. Auch Gen-KI-Startups wie OpenAI und Anthropic haben hohe Bewertungen erzielt.
Die Aktien von Robinhood (HOOD) stiegen am Donnerstag um 1,17 % und schlossen bei 117,16 US-Dollar, mit einem weiteren Anstieg von 2,45 % über Nacht. Auch die Tesla-Aktie konnte trotz einer Verlangsamung der Fahrzeugverkäufe um fast 24 % zulegen, was das Vertrauen der Anleger in Musks Führung und die Investitionen des Unternehmens in KI und Robotik unterstreicht. Die Tesla-Aktionäre genehmigten zudem ein Rekord-Vergütungspaket für Musk in Höhe von 1 Billion US-Dollar, das an ehrgeizige operative und finanzielle Meilensteine gebunden ist.