Russlands Wirtschaft: $130 Mrd. Zusatzkosten durch Sanktionen – Interne Prognosen

Russlands Wirtschaft: $130 Mrd. Zusatzkosten durch Sanktionen – Interne Prognosen

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Russland hat seit der vollständigen Invasion der Ukraine und den daraufhin verhängten internationalen Sanktionen erhebliche zusätzliche Kosten für den Import westlicher Güter zu tragen. Eine Analyse des lettischen Verfassungsschutzbüros (SAB) schätzt diese Mehrausgaben auf 130 Milliarden US-Dollar im Zeitraum von 2022 bis 2025. Dies entspricht einem jährlichen Verlust von 32,5 Milliarden US-Dollar für die russische Wirtschaft.

Hohe Zusatzkosten für westliche Güter

Die von den nationalen Sicherheitsanalysten Lettlands, einem NATO-Mitglied, veröffentlichte Regierungsanalyse konzentriert sich ausschließlich auf die zusätzlichen Kosten für westliche Güter, die Russland über alternative Wege beschaffen musste. Fälle, in denen keine Ersatzprodukte gefunden werden konnten, sind in dieser Schätzung nicht enthalten. Die internationalen Sanktionen haben Russland zudem Hunderte von Milliarden US-Dollar aus seinen Exportmärkten und durch eingefrorene Vermögenswerte westlicher Banken gekostet.

Die lettischen Analysten betonen, dass diese 130 Milliarden US-Dollar lediglich die Mehrkosten für Importe westlicher Güter darstellen. Die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen der Sanktionen, einschließlich indirekter Effekte wie steigende Logistikkosten, sinkende Unternehmensrentabilität, entgangene Steuereinnahmen und strukturelle Wirtschaftsprobleme, könnten um ein Vielfaches höher sein.

Interne Prognosen offenbaren tiefere Probleme

Trotz öffentlicher Erklärungen Russlands, die Wirtschaft passe sich erfolgreich an die westlichen Sanktionen an, zeigen interne Prognosen russischer Institutionen ein anderes Bild. Geheimdienstinformationen zufolge rechnen russische Stellen intern mit weiteren Verlusten. Eine russische Prognose warnt beispielsweise vor zusätzlichen Handelsverlusten von 136 Milliarden US-Dollar bis 2030, die ausschließlich auf westliche Sanktionen zurückzuführen sind.

Ein weiterer interner Ausblick prognostiziert, dass ein anhaltender Handelsverlust mit Europa etwa 70 Milliarden US-Dollar dieser Verluste ausmachen könnte. Das SAB schätzt diese internen russischen Zahlen jedoch als zu niedrig ein und geht davon aus, dass die tatsächlichen Verluste wahrscheinlich deutlich höher sind. Diese internen Schätzungen berücksichtigen nicht das gesamte wirtschaftliche Spektrum, wie etwa reduzierte Steuereinnahmen oder inflationsbedingte Verbraucherpreise.

Energie- und Exportsektor unter Druck

Besonders betroffen ist der russische Energiesektor. Eine separate interne russische Prognose beziffert die Verluste in diesem Sektor auf 216,5 Milliarden US-Dollar über die nächsten fünf Jahre, sollte der "westliche Druck zunehmen" oder ein vollständiges EU-Embargo verhängt werden. Die Öl- und Gasindustrie macht typischerweise 15 bis 20 Prozent des russischen BIP und fast ein Drittel der Bundeseinnahmen aus.

Russland hat zudem Schwierigkeiten, alternative Märkte für seine Exporte in einigen wichtigen Sektoren zu finden. Die Exporte von Eisenerz sind von 2021 bis 2025 um 40 Prozent zurückgegangen, während die Holz- und Zelluloseexporte um etwa 50 Prozent sanken. Auch Exporte von Eisenmetallen fielen um 20 Prozent und chemische Produkte um 35 Prozent. Die lettischen Analysten weisen darauf hin, dass westliche Sekundärsanktionen Russland selbst für Länder des Globalen Südens wie China, Indien und die Türkei zu einem "toxischen" Partner machen.

Putins Eingeständnis und die geopolitische Dimension

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurden kürzlich auch von höchster Stelle anerkannt. Der russische Präsident Wladimir Putin rügte seine obersten Wirtschaftsvertreter öffentlich und stellte fest, dass die nationale Wirtschaft im Januar und Februar um 1,8 Prozent geschrumpft sei. Laut dem öffentlichen Kreml-Transkript sagte Putin: "Das liegt nicht nur unter den Erwartungen von Experten und Analysten, sondern auch unter den eigenen Prognosen der Regierung und denen der Zentralbank."

Das SAB bewertet, dass eine Aufhebung der Sanktionen die Bedrohung durch Russland nicht nur für die Ukraine und Europa, sondern auch global erheblich erhöhen würde. Das Kreml könnte demnach freier agieren, um Länder wie Iran, Nordkorea, Venezuela und Kuba zu unterstützen. Jegliche Lockerung der Sanktionen würde Russlands Remilitarisierung beschleunigen und die Unterstützung für antiwestliche Regime stärken.