
Ryanair-Chef O'Leary: Musk-Zoff bringt Buchungs-Boost, 1,7 Mrd. Pfund Winken
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Ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen Ryanair-CEO Michael O'Leary und Tesla-Chef Elon Musk hat der irischen Fluggesellschaft unerwartet positive Aufmerksamkeit beschert. Trotz gegenseitiger Beleidigungen und Musks Drohung, Ryanair zu kaufen, verzeichnete die Airline einen deutlichen Anstieg der Buchungen und der Aktienkurse. O'Leary dankte Musk sogar für die "wunderbare" Publicity und lud ihn zu einer Investition ein, die jedoch auf regulatorische Hürden stoßen könnte.
O'Learys Dank an Elon Musk: Publicity-Boost für Ryanair
Michael O'Leary, CEO von Ryanair Holdings PLC, hat sich öffentlich bei Elon Musk für die "wunderbare" Publicity bedankt, die aus ihrem jüngsten Schlagabtausch resultierte. Die Fluggesellschaft verzeichnete nach eigenen Angaben einen "sehr signifikanten" Anstieg der Buchungen um 2 bis 3 Prozent in den letzten fünf Tagen. Zudem erhielt die am Dienstag gestartete "great idiots" Sitzplatzaktion "drei oder vier Millionen Hits".
Der Konflikt entzündete sich an Ryanairs Entscheidung, kein Starlink-Satelliteninternet in seiner Flotte zu installieren. O'Leary begründete dies mit hohen Installationskosten und dem "fuel drag", der die jährlichen Treibstoffkosten der Airline um "100 und 200 Millionen Euro" erhöhen würde. Musk reagierte daraufhin auf X, indem er O'Leary als "utter idiot" bezeichnete und die Idee äußerte, die Fluggesellschaft zu kaufen, den CEO zu entlassen und ihn durch jemanden namens "Ryan" zu ersetzen.
Investitionsangebot mit Seitenhieb
Trotz der scharfen Worte lud O'Leary den Tesla Inc. CEO ein, in Ryanair zu investieren. Er betonte, dass Ryanair als börsennotiertes Unternehmen jederzeit für Investitionen offen sei. Mit einem Seitenhieb auf Musks 44 Milliarden US-Dollar teure Übernahme von X merkte O'Leary an, dass Ryanair "eine sehr gute Investition" und "eine deutlich bessere Investition" sei.
Die Aktien von Ryanair zeigten sich in der vergangenen Woche robust und stiegen um 2,83 Prozent inmitten von Musks Übernahmevorschlag. Am Mittwoch legte die Aktie um 1,37 Prozent zu und schloss bei 70,45 US-Dollar, mit einem weiteren Anstieg von 3,89 Prozent über Nacht. Laut Benzinga’s Edge Stock Rankings erzielt die Fluggesellschaft hohe Werte bei Momentum und Value, mit einem günstigen Preistrend auf kurze, mittlere und lange Sicht.
Rechtliche Hürden für eine Übernahme
Musks Vision, die irische Fluggesellschaft zu erwerben, könnte jedoch auf erhebliche rechtliche Hindernisse stoßen. Da Ryanair seinen Hauptsitz in Dublin hat, unterliegt die Airline strengen EU-Vorschriften. Das EU-Recht schreibt vor, dass Fluggesellschaften mehrheitlich (50 Prozent) im Besitz von EU-Bürgern sein und von diesen kontrolliert werden müssen, um eine Betriebslizenz zu erhalten.
Elon Musk besitzt zwar mehrere Staatsbürgerschaften – südafrikanische, kanadische und US-amerikanische – jedoch keine aus einem der 27 EU-Länder. Dies bedeutet, dass er ohne die Gefährdung der Betriebslizenz keine kontrollierende Beteiligung an einer EU-basierten Fluggesellschaft erwerben kann. Er könnte zwar eine Minderheitsbeteiligung aufbauen, müsste aber mit einer Gruppe von EU-basierten Investoren ein Konsortium bilden, um die Airline privatisieren zu können.
Potenzielle Auszahlung für O'Leary
Sollte Elon Musk seine Drohung wahr machen und ein Übernahmeangebot für Ryanair unterbreiten, könnte Michael O'Leary eine beträchtliche Auszahlung von bis zu 1,7 Milliarden Pfund Sterling erhalten. O'Leary, der seit über 30 Jahren CEO des in County Dublin ansässigen Unternehmens ist, hält die sechstgrößte Beteiligung an der Firma. Diese umfasst über 40 Millionen Aktien im Wert von kombinierten 1 Milliarde Pfund, wie aus Unternehmensunterlagen hervorgeht.
Zusätzlich ist O'Leary auf dem besten Weg, weitere 10 Millionen Aktien durch das Erfüllen von Performance-Bedingungen eines langfristigen Bonusprogramms zu erhalten. Dies würde ihm weitere 150 Millionen Pfund einbringen, basierend auf dem aktuellen Aktienkurs und dem Optionspreis für die Aktienprämie. Angesichts Musks Nettovermögen von über 500 Milliarden Pfund und seiner Historie, Unternehmen wie Twitter 2022 mit einem Aufschlag von 38 Prozent zu kaufen, könnte ein ähnliches Angebot O'Learys Anteil auf 1,7 Milliarden Pfund erhöhen.
Der Ursprung des Schlagabtauschs
Der exzentrische Streit zwischen den beiden Persönlichkeiten begann am Wochenende auf der Social-Media-Plattform X, ausgelöst durch das Thema In-Flight-WLAN. Die offizielle Ryanair-Plattform zitierte einen Musk-Post, der fragte: "What is a propaganda you’re not falling for??" Ryanair antwortete scherzhaft: "Wi-Fi on planes".
Michael O'Leary hatte argumentiert, dass die Kosten und das zusätzliche Gewicht für die Ermöglichung von Internet an Bord von Ryanair-Flügen, insbesondere auf Kurzstrecken, sich nicht lohnen würden. In den folgenden Tagen bezeichneten sich Musk und O'Leary gegenseitig als "idiot". O'Leary rief zudem dazu auf, dass "Europa sich den USA entgegenstellen" solle, inmitten wachsender Spannungen um Drohungen von Donald Trump bezüglich Grönland und multilateraler Zölle.