
S&P 500 erreicht Rekordhoch: Anleger trotzen Iran-Konflikt und Inflation
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S&P 500 erreicht Rekordhoch: Anleger trotzen Iran-Konflikt und Inflation
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Der S&P 500 hat ein neues Allzeithoch erreicht, während Anleger die Sorgen um den Iran-Konflikt und die Inflation ablegen. Optimismus über eine Deeskalation im Nahen Osten und starke Unternehmensgewinne beflügeln die Märkte, die sich von den Verlusten im März erholt haben.
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Der S&P 500 erreicht ein Rekordhoch von 7.022 Punkten. Trotz Iran-Konflikt und Inflation treiben Deeskalationshoffnungen und starke Unternehmensgewinne die US-Märkte an.
Der S&P 500 ist am Mittwoch auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Anleger scheinen die höchste Inflation seit fast zwei Jahren und die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts abzuschütteln. Diese Rallye markiert eine deutliche Umkehr gegenüber Ende März, als der Dow Jones Industrial Average nach fünf Wochen in Folge mit Verlusten in den Korrekturmodus fiel.
S&P 500 erreicht Rekordhoch
Der S&P 500 kletterte am Mittwoch um 55 Punkte oder 0,8 % auf 7.022 Punkte und übertraf damit seinen Rekordschlusskurs von 6.979 Punkten vom 27. Januar. Auch der technologielastige Nasdaq Composite war auf dem Weg, seinen Rekordschlusskurs von 23.958 Punkten vom Oktober 2025 zu übertreffen und verzeichnete am Mittwoch ein Plus von 1,4 %. Der Nasdaq verzeichnete zudem zehn aufeinanderfolgende Gewinntage, die längste Serie seit 2021, wie Mark Hackett, Chief Market Strategist bei Nationwide, mitteilte. Der Dow Jones Industrial Average hingegen verlor 52 Punkte oder 0,1 %.
Geopolitische Entspannung treibt Optimismus
Trotz der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen und der Tatsache, dass die Waffenruhe zwischen den USA und Iran in ihre zweite Woche ging, herrscht an der Wall Street die Ansicht vor, dass der Konflikt wahrscheinlich deeskaliert. Adam Crisafulli, Leiter von Vital Knowledge, erklärte gegenüber CBS News, dass sich die Überzeugung durchsetze, dass der Konflikt gelöst werde und die wirtschaftlichen Auswirkungen kurzfristig blieben. US-Präsident Donald Trump äußerte in einem Fox News-Interview am Mittwoch, die Kämpfe im Iran seien "sehr nahe am Ende".
Scott Wren, Senior Global Market Strategist beim Wells Fargo Investment Institute, erwartet, dass der Nahostkonflikt eher Wochen als Monate andauern wird. Anleger setzen darauf, dass die Straße von Hormus, ein wichtiger Engpass für globales Öl und andere Rohstoffe, bald wieder geöffnet wird. Die Schließung der Straße von Hormus durch den Iran führte laut der Internationalen Energieagentur (IEA) zum "schwersten Ölversorgungsschock der Geschichte", was Öl- und Benzinpreise in die Höhe trieb. Obwohl die US-Ölpreise von ihrem jüngsten Höchststand gefallen sind, liegen die Kosten immer noch fast 40 % über dem Vorkriegsniveau.
Starke Unternehmensgewinne stützen den Markt
Neben den Hoffnungen auf eine Deeskalation des Konflikts haben auch starke Unternehmensgewinne die Anlegerstimmung beflügelt. Nigel Green, CEO der Finanzfirma deVere Group, betonte, dass die Märkte den Anstieg der Ölpreise und die anhaltenden geopolitischen Spannungen ohne Beeinträchtigung der Gewinnerwartungen absorbiert hätten.
- Bank of America meldete am Mittwoch einen Gewinn von 8,6 Milliarden US-Dollar für das erste Quartal, ein Anstieg von 17 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
- Morgan Stanley lieferte ebenfalls besser als erwartete Quartalsergebnisse.
Adam Crisafulli zeigte sich ermutigt von den Aussagen großer Banken wie Bank of America, Wells Fargo und JPMorgan, die eine "ziemlich widerstandsfähige" zugrunde liegende Wirtschaftstätigkeit sowohl auf Verbraucher- als auch auf Unternehmensebene feststellten. Tech-Giganten wie Alphabet, Amazon, Apple und Microsoft werden nächste Woche ihre Ergebnisse vorlegen, was dem Aktienmarkt weiteren Auftrieb geben könnte.
Ausblick und Risiken
Scott Wren von Wells Fargo sieht neben den starken Unternehmensgewinnen auch robuste Unternehmensinvestitionen in Künstliche Intelligenz, höhere Steuerrückerstattungen und eine niedrige Arbeitslosigkeit als positive Signale für Anleger. Wells Fargo prognostiziert, dass der S&P 500 bis zum Jahresende 7.400 bis 7.600 Punkte erreichen wird.
Trotz der aktuellen Rallye bleiben Unsicherheiten bestehen. Die US-Blockade iranischer Häfen wird von Iran als "Verletzung der Waffenruhe" betrachtet. Zudem scheiterten Gespräche zwischen den USA und Iran in Pakistan am Wochenende an der angeblichen Weigerung Irans, sein Atomprogramm aufzugeben. Israel setzt derweil seine Bodenoperationen und Angriffe im Libanon fort, wo es mit der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz kämpft.