S&P 500 ringt um Ausbruch und Volatilitätssignale

S&P 500 ringt um Ausbruch und Volatilitätssignale

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Die Finanzmärkte zeigen sich aktuell von einer komplexen Seite: Der S&P 500 ringt mit Widerständen, während die Volatilität komprimiert ist. Gleichzeitig halten Liquiditätsengpässe an, und die Diskussion um einen möglichen Neustart der quantitativen Lockerung (QE) durch die US-Notenbank Fed sorgt für Verwirrung unter Marktteilnehmern.

S&P 500 ringt um Ausbruch und Volatilitätssignale

Der S&P 500 verzeichnete am Freitag einen Anstieg von etwa 20 Basispunkten und schloss bei rund 6.870 Punkten. Der Index hatte in der vergangenen Woche Schwierigkeiten, aus seiner aktuellen Handelsspanne auszubrechen, und konnte den Widerstandsbereich von 6.850-6.860 Punkten kaum überwinden.

Dies ist hauptsächlich auf einen starken Rückgang der impliziten Volatilität in der letzten Woche zurückzuführen. Auch die realisierte Volatilität, gemessen über neun Tage, fiel am Freitag auf 8,63. Dies deutet auf eine Kompression der Volatilität hin, was bedeutet, dass eine Marktbewegung von mehr als etwa 50 Basispunkten die realisierte Volatilität wieder erhöhen und somit auch die implizite Volatilität unter Druck setzen könnte.

Angesichts der bevorstehenden Fed-Sitzung am Mittwoch wird erwartet, dass die implizite Volatilität in dieser Woche steigen wird. Sollte der Index unter 6.800 Punkte fallen, könnte der S&P 500 auf etwa 6.760 Punkte zurückfallen, was eine Kurslücke vom 26. November schließen würde. Ein anhaltender Aufwärtstrend könnte den Index jedoch trotz Liquiditätsengpässen und dem Bitcoin-Kollaps der letzten Monate über seine Allzeithochs treiben. Zum 30. November 2025 lag der S&P 500 Index bei 6.849,09 Punkten, was einem Anstieg von 0,13% im November und 16,45% seit Jahresbeginn entsprach.

Liquiditätsdruck bleibt bestehen

Die Übernacht-Finanzierungssätze zeigten sich letzte Woche entspannter, wobei der allgemeine Collateral-Satz auf ein Tief von 3,96% in der Wochenmitte sank. Am 5. Dezember stieg er jedoch wieder auf rund 3,98% an, was darauf hindeutet, dass der SOFR wahrscheinlich wieder steigen wird. Trotz zweier Treasury-Rückzahlungen in der letzten Woche sind die allgemeinen Collateral-Sätze nicht weiter gesunken.

Diese Woche stehen zwei weitere Rückzahlungen an, doch die Dynamik wird sich am 15. ändern, wenn Treasury-Settlements in Höhe von rund 80 Milliarden US-Dollar erwartet werden. Es wird angenommen, dass die Repo-Sätze einen Boden bei etwa 3,95% gefunden haben und ab Montag, dem 15., wieder ansteigen werden. Dies deutet darauf hin, dass, obwohl der Liquiditätsdruck nachgelassen hat, der zugrunde liegende Marktstress ungelöst bleibt. Eine Lösung ist unwahrscheinlich, es sei denn, die Fed lässt ihre Bilanz wieder über 3 Billionen US-Dollar anwachsen, wofür es derzeit keine Anzeichen gibt.

Zusätzlich tragen steigende Anleiherenditen in Japan zur Auflösung des Yen-Carry-Trade bei, was Liquidität aus den globalen Märkten abzieht und Gegenwind für Risikoanlagen erzeugt.

Fed und die "falsche" QE-Erzählung

Eine weit verbreitete Fehleinschätzung unter Marktteilnehmern in sozialen Medien ist die Annahme, die Fed stehe kurz davor, bei der dieswöchigen Sitzung die quantitative Lockerung (QE) wieder aufzunehmen. Nach Einschätzung von Experten ist dies unwahrscheinlich. Die Fed wird voraussichtlich eher in eine Phase des Reservemanagements eintreten.

Reservemanagement bedeutet im Wesentlichen, die Aktivseite der Bilanz zu stabilisieren oder einzufrieren, während die Passivseite weiterhin schwanken kann. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Fed durchschnittlich Vermögensrückgänge von etwa 30 Milliarden US-Dollar pro Monat, mit einer Spanne von 11 bis 40 Milliarden US-Dollar. Dies deutet darauf hin, dass die Fed beginnen wird, monatlich etwa 30 bis 35 Milliarden US-Dollar zu reinvestieren.

Diese Reinvestitionen würden lediglich die Aktivseite der Bilanz neutral halten und weitere Vermögensrückgänge verhindern. Sie stellen keine direkte quantitative Lockerung (QE) dar, die eine Ausweitung der Vermögenswerte bedeuten würde. Es handelt sich um Reinvestitionen fällig werdender Wertpapiere und nicht um Netto-Neukäufe zur Bilanzausweitung. Wer von einem Neustart der QE spricht, hat nach dieser Einschätzung ein grundlegendes Missverständnis des Systems. Eine andere Quelle spricht jedoch von einer erwarteten "QE-lite" als moderate Bilanzausweitung im Einklang mit dem nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP)-Wachstum, als Reaktion auf Finanzmarktstress.

Wirtschaftsdaten und Marktstimmung

Aktuelle Wirtschaftsdaten zeigen ein gemischtes Bild: Die US-Einzelhandelsumsätze stiegen um 0,2%, nachdem sie im August um 0,6% zugelegt hatten. Dies lag unter den von Reuters befragten Ökonomen erwarteten 0,4%. Der Erzeugerpreisindex (PPI) für die Endnachfrage stieg um 0,3%, was den Erwartungen entsprach, nach einem unveränderten Rückgang von 0,1% im August. Über zwölf Monate stieg der PPI um 2,7%, wie bereits im August. Diese Berichte waren durch den 43-tägigen Regierungsstillstand verzögert worden.

Die Marktreaktion war verhalten: S&P E-minis fielen leicht um 3,25 Punkte (-0,05%), während die Treasury-Renditen ihre Rückgänge hielten und die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen zuletzt um 2,3 Basispunkte auf 4,013% sank. Der Dollar-Index stieg kurzzeitig, gab die Gewinne jedoch wieder ab und lag zuletzt 0,29% niedriger bei 99,91.

Experten kommentierten die Daten:

  • Slawomir Soroczynski, Head of Fixed Income bei Crown Agents Investment Management, London, meinte, die September-Daten würden das Gesamtbild nicht wesentlich verändern.
  • Brian Jacobsen, Chief Economist bei Annex Wealth Management, Menomonee Falls, Wisconsin, stellte fest, dass die Einzelhandelsumsätze vor dem Shutdown lau waren und die Erzeugerpreise ärgerlich fest. Der Shutdown habe dem Trend schwächerer Konsumausgaben nicht geholfen.
  • Peter Cardillo, Chief Market Economist bei Spartan Capital Securities, New York, sah die PPI-Kernrate als etwas kühler als erwartet an. Die jährliche Rate unter 3% sei ein gutes Zeichen und öffne die Tür für eine Zinssenkung im Dezember. Er merkte jedoch an, dass die Daten veraltet seien, aber dennoch als Leitfaden dienen. Bezüglich der Einzelhandelsumsätze äußerte er Bedenken für die Weihnachtszeit, da die Wirtschaft ungleichmäßig sei, mit wohlhabenderen Konsumenten, die ausgeben, und schwächeren, die sich zurückhalten.

Gold als sicherer Hafen

Angesichts des Finanzmarktstresses und der Erosion des Vertrauens in Fiat-Systeme suchen Investoren und Zentralbanken vermehrt nach sicheren Häfen, einschließlich Edelmetallen. Diese breiten Trends wirken sich bullisch auf Gold und Silber aus.

Spot-Gold stieg im November um 236,51 US-Dollar pro Unze (5,91%) und schloss den Monat bei 4.239,43 US-Dollar, dem höchsten monatlichen Schlusskurs für Gold aller Zeiten (Stand 30. November 2025). Gold konsolidiert sich seitwärts, ein Muster, das seit 2023 beobachtet wird. Das übergeordnete langfristige Makrothema bleibt der sogenannte "Debasement Trade".