S&P 500: Tom Lee prognostiziert 7.300 Punkte bis Jahresende – Was treibt den Optimismus?

S&P 500: Tom Lee prognostiziert 7.300 Punkte bis Jahresende – Was treibt den Optimismus?

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Trotz eines turbulenten Starts in den Dezember bleibt Tom Lee, Managing Partner und CIO von Fundstrat Global Advisors, bei seiner äußerst optimistischen Einschätzung für den S&P 500. Er prognostiziert, dass der Leitindex bis zum Jahresende auf 7.200 bis 7.300 Punkte steigen könnte. Diese Erwartung basiert auf einer starken Konvergenz von günstiger Federal Reserve-Politik und historischen saisonalen Trends.

Bullische Prognose trotz turbulentem Start

Tom Lee äußerte sich in einem Interview mit CNBC und wies Bedenken hinsichtlich der frühen Dezember-Volatilität zurück. Seine Prognose impliziert ein potenzielles Wachstum von rund 19 bis 21 Prozent gegenüber dem S&P 500-Schlusskurs von etwa 6.045 Punkten am vergangenen Freitag, oder fast 7 Prozent von den aktuellen Niveaus. Am ersten Dezembertag fielen die Benchmark-Indizes, wobei der SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY) um 0,46 Prozent auf 680,27 US-Dollar und der Invesco QQQ Trust ETF (QQQ) um 0,34 Prozent auf 617,17 US-Dollar schloss.

Ende der quantitativen Straffung als Katalysator

Ein entscheidender Wendepunkt für die Marktliquidität ist laut Lee das Ende des Programms der quantitativen Straffung (QT) der Federal Reserve. "Heute ist der Tag, an dem die quantitative Straffung endet", bemerkte Lee und markierte damit das Ende einer Bilanzreduktionspolitik, die seit April 2022 ein Gegenwind für den Markt war. Die Beendigung des QT-Programms war zum 1. Dezember wirksam, wobei die Protokolle des FOMC-Treffens im Oktober zeigten, dass "fast alle" Entscheidungsträger den Plan der Zentralbank unterstützten, den Abbau ihrer Bilanz einzustellen.

Lee zieht Parallelen zum September 2019, dem letzten Mal, als die QT endete, was innerhalb von drei Wochen eine Marktrallye von 17 Prozent auslöste. Er sieht dies als den "einzelnen größten Marktrückenwind", den viele Händler möglicherweise übersehen.

Fed-Politik und saisonale Rückenwinde

Neben dem Ende der QT erwartet Lee, dass die Fed noch in diesem Monat die Zinsen senken wird, was die monetäre Lage effektiv von Straffung zu Lockerung verschiebt. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte in der kommenden Woche lag laut CME FedWatch Tool bei 87,4 Prozent, ein Anstieg von 84,4 Prozent eine Woche zuvor. Fed-Vorsitzender Jerome Powell wird vor dem FOMC-Treffen im Dezember eine Rede halten.

Zusätzlich zu den geldpolitischen Änderungen identifiziert Lee starke saisonale Trends als Rückenwind für die US-Aktienmärkte zum Jahresende. Veteranenökonom Ed Yardeni stimmt dem zu und erwartet in seiner jüngsten Notiz eine frühe "Santa Claus Rally", die den S&P 500 diese Woche auf 7.000 Punkte bringen könnte.

Wirtschaftliche Resilienz und "Performance Chasing"

Lee begegnet Bedenken hinsichtlich der Wirtschaft, indem er darauf hinweist, dass die "Inflationsgeschichte sich abgeschwächt hat". Dies ermögliche der Fed, die Zinsen aus den richtigen Gründen zu senken, insbesondere um einen Arbeitsmarkt zu stützen, der trotz eines jüngsten Daten-Blackouts "gut hält".

Er ist der Ansicht, dass der Markt-"Reset" im November, bei dem Leverage aus hochfliegenden KI- und Krypto-Trades herausgewaschen wurde, eine gesunde Grundlage für einen Jahresendanstieg geschaffen hat. Lee prognostiziert, dass Investoren, die im letzten Monat übermäßig vorsichtig wurden, zu "Performance Chasing" gezwungen sein werden, sobald die saisonalen Rückenwinde einsetzen. Dies könnte den S&P 500 um weitere 5 bis 10 Prozent nach oben treiben und zu "gesichtsreißenden Bewegungen" in breit aufgestellten ETFs wie SPY, iShares S&P 500 ETF (IVV) und Vanguard S&P 500 ETF (VOO) führen. Eine Einschränkung ist jedoch, dass der Anleihemarkt protestieren könnte, falls die Fed zu dovish agiert.

Blick auf Kryptowährungen und weitere Marktstimmen

Während Lee seinen Optimismus für Aktien beibehält, passte er seinen Zeitplan für Kryptowährungen an. Er räumte ein, dass die Erholung von Bitcoin (BTC) nach der Deleveraging-Phase Mitte Oktober langsamer verlief als erwartet. Er erwartet nun, dass der Kryptomarkt in den nächsten ein bis zwei Wochen vollständig "ausgewaschen" wird. Folglich sieht er Bitcoin eher Ende Januar als im Dezember neue Allzeithochs erreichen, angetrieben durch die breitere Erholung von Risikoanlagen und eine verbesserte Marktstimmung.

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