Saks Global meldet Insolvenz an: Luxusmarken bangen um Milliarden

Saks Global meldet Insolvenz an: Luxusmarken bangen um Milliarden

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Der Luxus-Einzelhandelsriese Saks Global, zu dem namhafte Kaufhäuser wie Saks Fifth Avenue, Neiman Marcus und Bergdorf Goodman gehören, hat Mitte Januar 2026 Insolvenzschutz nach Chapter 11 beantragt. Diese Entwicklung sendet Schockwellen durch die Branche, da das Unternehmen Hunderten von Luxusmarken, darunter Chanel und Kering, beträchtliche Summen schuldet. Die Restrukturierung soll den Fortbestand des 159 Jahre alten Konzerns sichern.

Insolvenzantrag und finanzielle Schieflage

Saks Global reichte den Antrag auf Insolvenzschutz am späten Dienstag, den 13. Januar 2026, beim US-Insolvenzgericht für den südlichen Bezirk von Texas ein und gab die Nachricht am Mittwoch bekannt. Die Insolvenz folgt auf Monate der Spekulation und eine zunehmende Schuldenlast, die durch eine nicht erfolgte Zinszahlung von 100 Millionen US-Dollar an Anleihegläubiger Anfang des Monats verstärkt wurde. Die Verbindlichkeiten und Vermögenswerte des Unternehmens werden auf jeweils 1 Milliarde bis 10 Milliarden US-Dollar geschätzt, wobei bis zu 25.000 Gläubiger betroffen sind.

Hunderte Millionen Dollar Schulden bei Luxusmarken

Gerichtsdokumente zeigen, dass Saks Global seinen 30 größten ungesicherten Gläubigern über 700 Millionen US-Dollar schuldet. Im US-Insolvenzverfahren stehen ungesicherte Gläubiger in der Regel am Ende der Rückzahlungslinie, hinter gesicherten Gläubigern und Kreditgebern. Zu den prominentesten Gläubigern zählen:

  • Chanel: 136 Millionen US-Dollar
  • Kering (Eigentümer von Gucci): 59,9 Millionen US-Dollar
  • Rosen-X: 41,4 Millionen US-Dollar
  • Capri Holdings (Muttergesellschaft von Michael Kors): 33,3 Millionen US-Dollar
  • Richemont: 30 Millionen US-Dollar
  • LVMH: 25,9 Millionen US-Dollar

Auch Schmuckmarken sind betroffen, darunter David Yurman mit 11,5 Millionen US-Dollar und Roberto Coin mit 9,8 Millionen US-Dollar. Gary Wassner, CEO von Hilldun Corp., einem Garanten für Marken, äußerte gegenüber Business Insider, dass dies "viel Not für diese Marken" bedeuten werde, insbesondere für unabhängige Designer, die nicht Teil großer Konglomerate sind. Für kleinere Marken machen Geschäfte mit Saks Global in einigen Fällen 40 bis 50 Prozent ihres Umsatzes aus.

Finanzierung sichert vorläufigen Betrieb

Um den Geschäftsbetrieb während des Insolvenzverfahrens aufrechtzuerhalten, hat Saks Global eine Finanzierung in Höhe von 1,75 Milliarden US-Dollar gesichert. Diese umfasst 1,5 Milliarden US-Dollar von einer Ad-hoc-Gruppe seiner vorrangig besicherten Anleihegläubiger und 240 Millionen US-Dollar an zusätzlicher Liquidität von seinen vermögensbasierten Kreditgebern. Eine sofortige Barzufuhr von 1 Milliarde US-Dollar durch ein Debtor-in-Possession-Darlehen von einer Investorengruppe, angeführt von Pentwater Capital Management und Bracebridge Capital, wurde ebenfalls vereinbart.

Das Unternehmen hat zudem "First Day"-Anträge gestellt, die voraussichtlich genehmigt werden, um Kundenprogramme fortzusetzen, Lieferanten zu bezahlen und die Gehaltsabrechnung sowie Sozialleistungen für Mitarbeiter zu finanzieren. Saks Global erklärte, dass seine Geschäfte, darunter Saks Fifth Avenue, Neiman Marcus, Bergdorf Goodman, Saks Off 5th, Last Call und Horchow, während des gesamten Insolvenzverfahrens geöffnet bleiben werden. Es wird erwartet, dass das Unternehmen für zukünftige Lieferungen aufkommen kann, während es seine Schulden restrukturiert.

Strategische Fehlentscheidungen und Führungswechsel

Die Insolvenz folgt auf eine herausfordernde Erholung nach der Pandemie und eine schwierige Akquisition von Neiman Marcus vor etwas mehr als einem Jahr, die Bergdorf Goodman unter dasselbe Dach brachte. Diese Konsolidierung führte jedoch nicht zur erhofften Erholung. Das Unternehmen kämpfte gegen den Aufstieg von Online-Händlern und eine Verschiebung der Verbrauchergewohnheiten hin zum Direktvertrieb durch Marken. Die Verkaufszahlen spiegeln die finanzielle Not wider: Im Quartal zum 30. Juni 2025 verzeichnete Saks Fifth Avenue einen Umsatzrückgang von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die kombinierten Umsätze von Neiman Marcus und Bergdorf Goodman um 10 Prozent sanken.

Im Zuge der Restrukturierung hat CEO Richard Baker, der die Akquisitionsstrategie maßgeblich vorantrieb, sein Amt niedergelegt. Sein Nachfolger ist Geoffroy van Raemdonck, der ehemalige CEO von Neiman Marcus. Saks Global führte seine Probleme auf "Verfügbarkeit von Lagerbeständen und das Vertrauen der Lieferanten, nicht auf die zugrunde liegende Nachfrage nach Luxusgütern" zurück.

Zukunft des Luxus-Einzelhandels unter Druck

Die finanzielle Notlage von Saks Global wirft Unsicherheiten über die Zukunft des US-Luxus-Einzelhandels auf. Trotz der Schwierigkeiten werden große und kleine Marken voraussichtlich weiterhin mit Saks Global Geschäfte machen, da sie den Einzelhändler benötigen und nur wenige Alternativen haben. Das 1924 eröffnete Saks Fifth Avenue, einst ein Symbol des High-End-Einzelhandels, steht nun vor einer kritischen Phase. Das Unternehmen erwartet, das Insolvenzverfahren erfolgreich bis Ende 2026 abzuschließen und dann Zugang zu weiteren 500 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln von der Investorengruppe zu erhalten.

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