
Salesforce: CEO Benioffs ICE-Witze lösen Mitarbeiter-Empörung aus
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Salesforce-CEO Marc Benioff sorgte im Februar 2026 bei einem internen "Company Kickoff" in Las Vegas für Empörung, als er Witze über die US-Einwanderungsbehörde ICE machte. Diese Kommentare lösten eine Welle der Kritik unter den Mitarbeitern aus, die sich in internen Slack-Nachrichten und Forderungen nach einer Entschuldigung manifestierte. Im Anschluss erhielten einige abwesende Mitarbeiter E-Mails, die ihre Nichtteilnahme an den Veranstaltungssitzungen rügten.
Kontroverse um CEO Marc Benioffs ICE-Witze
Im Februar 2026, genauer am 10. Februar, fand in Las Vegas das jährliche, nur für Mitarbeiter zugängliche "Company Kickoff" (CKO) von Salesforce statt. Während seiner Keynote-Rede, die weltweit intern übertragen wurde, machte CEO Marc Benioff mehrere umstrittene Witze über die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE).
Benioff fragte unter anderem internationale Reisende, ob sie aufstehen könnten, und scherzte, dass ICE-Agenten im Gebäude seien, um die Anwesenheit zu überprüfen. Später legte er mit einem weiteren Witz nach, indem er andeutete, dass Mitarbeiter, die ein bestimmtes Slackbot-Tool nicht nutzten, ebenfalls ins Visier der Einwanderungsbehörde geraten könnten. Er erwähnte auch, dass ICE die Reisen von Mitarbeitern überwache.
Diese Bemerkungen, die auch eine abfällige Äußerung über Bad Bunnys Super Bowl Halbzeitshow enthielten, stießen bei vielen Anwesenden auf Unbehagen und sogar leise Buhrufe. Sie wurden von Mitarbeitern als "grausam", "taktlos" und als Verrat an den Unternehmenswerten empfunden.
Mitarbeiterreaktionen und interne Spannungen
Die Reaktionen der Salesforce-Mitarbeiter waren unmittelbar und heftig. Dutzende äußerten in internen Slack-Kanälen ihre Enttäuschung und nannten die Kommentare "unsensibel" und "völlig daneben".
Ein Mitarbeiter schrieb: "Ein Witz über die Überwachung von Mitarbeiterreisen durch ICE, wenn es buchstäblich Mitarbeiter gibt, die aus der aktuellen Situation heraus Angst haben zu reisen." Andere empfanden die Witze als herabwürdigend angesichts ihrer eigenen Einwanderungsgeschichten oder der ihrer Familien. Es wurde betont, dass man nicht für die Weigerung bestraft werden sollte, sich in einer Umgebung aufzuhalten, die sich psychologisch oder physisch unsicher anfühlt.
Die Belegschaft sah die Witze als direkten Widerspruch zur proklamierten Unternehmenskultur der Inklusivität. Viele Mitarbeiter, insbesondere internationale Angestellte, fühlten sich durch die Trivialisierung ihrer Ängste vor Einwanderungsbehörden verunsichert und verspottet.
Nachspiel: E-Mails zu Abwesenheiten
Im Anschluss an Benioffs Kommentare erhielten einige Salesforce-Mitarbeiter E-Mails, in denen sie aufgefordert wurden, ihre Abwesenheit von den CKO-Sitzungen zu erklären. Ein Auszug aus einer auf Slack geposteten E-Mail lautete: "Ihre Abwesenheit wurde während des heutigen CKO-Programms festgestellt."
Weiter hieß es in der E-Mail: "Während der geplanten Sitzungen wurden Teilnehmer in Fluren, Bars, Casinos, Restaurants und anderen Bereichen der Hotelanlagen beobachtet, anstatt an den Sitzungen teilzunehmen. Dies entspricht nicht unseren Erwartungen." Die E-Mail enthielt ein kurzes Google-Formular mit einer Zeichenbegrenzung von 250 Zeichen, um "mildernde Umstände" zu erläutern.
Es ist unklar, ob diese E-Mails direkt mit Benioffs Äußerungen zusammenhingen. Einige Mitarbeiter gaben an, nach den Kommentaren nicht zur Veranstaltung zurückgekehrt zu sein. Andere, die nach Benioffs Keynote zurückkehrten, berichteten ebenfalls, die E-Mail erhalten zu haben.
Kontext: Benioffs frühere Kontroversen und Unternehmenskultur
Der Vorfall reiht sich in eine Reihe früherer Kontroversen um Marc Benioff ein. Im Oktober 2025 hatte er bereits mit Äußerungen für Aufsehen gesorgt, als er seine "volle" Unterstützung für Präsident Donald Trump bekundete und den Einsatz der Nationalgarde in San Francisco vorschlug. Auch bei früheren Firmenansprachen hatte er bereits als taktlos empfundene Witze gemacht.
Der Zeitpunkt der aktuellen Äußerungen war zusätzlich brisant, da Salesforce erst kürzlich neue Führungskräfte ernannt hatte, nachdem seit Dezember fünf hochrangige Manager das Unternehmen verlassen hatten und Hunderte von Mitarbeitern entlassen worden waren.
Salesforce ist ein globales Unternehmen, das in über 50 Ländern tätig ist und eine Belegschaft mit vielfältigen kulturellen und politischen Sensibilitäten beschäftigt. Witze über Regierungsbehörden wie ICE können Mitarbeiter, die international sind, einen Migrationshintergrund haben oder Bedenken hinsichtlich der Einwanderungspolitik hegen, unbeabsichtigt verunsichern.
Forderungen der Belegschaft und Ausblick
Als Reaktion auf die Vorfälle haben Mitarbeitergruppen einen formellen offenen Brief verfasst und zirkuliert. Darin fordern sie Rechenschaftspflicht, eine formelle Entschuldigung von Benioff und eine Bekräftigung des Engagements von Salesforce für den Schutz seiner vielfältigen Belegschaft.
Der Brief fordert zudem, dass die Führung die Einwanderungspolitik klar verurteilt und sich verpflichtet, die Technologie von Salesforce nicht für solche Behörden einzusetzen. Für Tech-Giganten wie Salesforce sind internes Vertrauen und kulturelle Sensibilität entscheidend für Engagement, Mitarbeiterbindung und Produktivität.
Salesforce hat auf eine Anfrage von Business Insider nach einem Kommentar nicht sofort reagiert. Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit für Führungskräfte, Humor und Unternehmensbotschaften in vielfältigen Arbeitsumgebungen sorgfältig zu navigieren, um Moral und Inklusivität zu wahren.