
Sandstone sichert 10 Mio. US-Dollar für KI-Lösung für Inhouse-Rechtsabteilungen
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Das Legal-AI-Startup Sandstone hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 10 Millionen US-Dollar erfolgreich abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Sequoia Capital, einem führenden Investor im Technologiesektor. Weitere namhafte Unterstützer sind Kearny Jackson, SV Angel, Mantis VC (von The Chainsmokers), Daybreak Ventures sowie eine Gruppe von General Counsels (Gcs) großer Unternehmen wie eBay und Bilt.
Sandstone sichert sich Millionen-Finanzierung
Die in Brooklyn ansässige Firma Sandstone, die am Dienstag offiziell an den Start ging, wurde von Nick Fleisher, einem ehemaligen McKinsey-Berater, und Jarryd Strydom, einem ehemaligen Unternehmensjuristen und ebenfalls McKinsey-Mitarbeiter, gegründet. Die Finanzierung unterstreicht das wachsende Interesse von Investoren an Legal-Tech-Lösungen, die den Rechtsmarkt transformieren sollen.
KI-Lösung für Unternehmensrechtsabteilungen
Sandstone zielt darauf ab, die Arbeit von Rechtsabteilungen in Unternehmen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu revolutionieren. Die Plattform hilft Juristen, Verträge zu entwerfen und zu prüfen, indem sie auf frühere Vereinbarungen und den unternehmensinternen Stil zurückgreift. Ein zentrales Merkmal ist die Fähigkeit, Daten aus verschiedenen Geschäftsbereichen wie Personalwesen, Vertrieb und anderen Abteilungen in die rechtliche Arbeit einzubeziehen.
Die KI-gestützte Plattform soll "agentische Workflows" aus institutionellem Wissen generieren und es Teams ermöglichen, ihre eigenen "Legal Agents" in weniger als zehn Minuten einzusetzen. Diese automatisieren die Aufnahme, Triage und Workflows direkt über Systeme, die Geschäftsteams bereits nutzen, wie Slack, Salesforce und E-Mail. Sandstone verspricht, "Kontext in Bewegung" zu schaffen, indem es jeden Workflow mit dem geschäftlichen Kontext verbindet, der ihn antreibt.
Die Vision der Gründer: Ein "Betriebssystem" für Juristen
Nick Fleisher, der bei McKinsey Elite-Anwaltskanzleien bei der Einführung von Technologietools beriet, erlebte oft mangelnde Begeisterung bei den Anwälten. "Es war wie Zähneziehen", so Fleisher. Diese Erfahrung führte ihn zur Gründung von Sandstone, das sich explizit an interne Rechtsabteilungen richtet, wo die Messlatte für Erfolg oft die Geschwindigkeit ist, mit der das Geschäft vorankommt, und nicht die abrechenbaren Stunden.
Fleisher und Strydom erkannten, dass vielen Inhouse-Teams ein zentrales "Betriebssystem" fehlte, um ihre rechtliche Arbeit zu koordinieren und den Überblick über Daten und Ausgaben zu behalten. Jarryd Strydom beschrieb die damalige Situation: "Jeden Tag war ich unter Slack-Pings, Beschaffungstickets und Redlines begraben. Jede Arbeit hing von institutionellem Wissen ab, das im Kopf eines Kollegen oder in einem veralteten Dokument versteckt war. Es war klar, dass die Systeme versagten." Sandstone will diese Probleme lösen, indem es ein einziges System für die rechtliche Arbeit bietet, das Kontext aus E-Mails und Salesforce integriert und die täglichen Aktivitäten des Rechtsteams verfolgt.
Sandstone hat bereits mehrere Dutzend zahlende Kunden, hauptsächlich mittelständische Unternehmen mit mehreren Juristen. Softwareunternehmen bilden einen großen Teil der Nutzerbasis, aber auch Kunden aus den Bereichen Fertigung, Finanzen, Logistik und Versicherungen gehören dazu.
Ein wachsender Markt für Legal Tech
Das Investment in Sandstone spiegelt einen allgemeinen Trend wider: Das Interesse der Investoren an Legal Tech nimmt stark zu. Die Finanzierung in diesem Sektor hat sich im letzten Jahr fast verdoppelt, von 2,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025, laut Crunchbase. Mehr als ein Drittel dieser Mittel floss in nur drei Unternehmen: Harvey, Clio und Filevine.
Bogomil Balkansky, Partner bei Sequoia, der Fleisher ursprünglich für ein Portfolio-Unternehmen rekrutieren wollte, sieht großes Potenzial. Er kommentierte: "KI verwandelt menschliche Arbeit in Software", und die Rechtsbranche sei besonders reif für Veränderungen. Mit über einer Million Anwälten in den USA, die zu den teuersten Fachkräften gehören, die Unternehmen einstellen, sei der Markt groß genug für mehrere erfolgreiche Akteure. Sequoia hat bereits frühzeitig in Harvey investiert und führte letztes Jahr eine Seed-Runde für Crosby an.
Das Team hinter Sandstone
Das Gründerteam von Sandstone bringt umfassende Erfahrung mit. Nick Fleisher leitete bei McKinsey die Legal-Technology-Praxis und arbeitete eng mit QuantumBlack, der KI-Einheit der Firma, zusammen. Jarryd Strydom ist ein Anwalt mit Inhouse-Erfahrung und Managementberatungshintergrund, der ebenfalls bei McKinsey an Legal-Ops-Projekten beteiligt war. Zum Top-Team gehören außerdem Jennifer Poon (ehemals NetDocuments, Akin Gump), Bo Xiang (ehemals Paul Hastings, GC-turned-engineer) und Devon Willitts (ehemals Davis Polk, Lead Legal Engineer bei Robin AI). Diese erfahrene Gruppe konzentriert sich darauf, die Bedürfnisse von Inhouse-Rechtsabteilungen mit KI, Agenten und Workflows zu lösen.