Sanktionierter Tanker Flora 1 nach Ölpest-Verdacht in der Ostsee freigegeben

Sanktionierter Tanker Flora 1 nach Ölpest-Verdacht in der Ostsee freigegeben

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Schwedische Behörden haben einen von der Europäischen Union sanktionierten Tanker freigegeben, der unter dem Verdacht stand, eine Ölpest in der Ostsee verursacht zu haben. Die Freilassung erfolgte, da nicht genügend Beweise gefunden wurden, die das Schiff, die Flora 1, direkt mit dem Vorfall in Verbindung bringen. Der Fall beleuchtet erneut die Herausforderungen im Umgang mit der sogenannten "Schattenflotte".

Freigabe nach fehlenden Beweisen

Die schwedische Küstenwache gab bekannt, dass sie keine ausreichenden Beweise gefunden habe, die den Tanker Flora 1 für die 12 Kilometer lange Ölpest verantwortlich machen. Diese wurde am Donnerstag entdeckt. Die Behörden hatten das Schiff und seine 24-köpfige Besatzung am Freitag, den 3. April 2026, gestoppt und festgesetzt.

Zudem wurde festgestellt, dass Kamerun bestätigt hatte, dass das Schiff unter der Flagge dieses Landes fuhr. Dies war zum Zeitpunkt der Festsetzung des Schiffes zunächst unklar gewesen.

Der Vorfall und die anfängliche Untersuchung

Die Ölpest wurde am frühen Donnerstag östlich der Insel Gotland entdeckt. Ermittler identifizierten die Flora 1 schnell als mutmaßliche Quelle. Die Küstenwache enterte das Schiff am frühen Freitag und brachte es samt Besatzung zu einem Ankerplatz nahe Ystad in Südschweden.

Daniel Stenling, stellvertretender Einsatzleiter der Küstenwache, erklärte: „Wir handeln, wenn wir Emissionen feststellen. Dies ist ein Ergebnis unserer verstärkten Seeüberwachung, die wir aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage im Ostseeraum durchführen.“ Es gab keine unmittelbaren Details zur Ursache des Lecks. Das Schiff war laut MarineTraffic am Dienstag aus dem russischen Hafen Primorsk, einem wichtigen Ölexporthafen, ausgelaufen. Bis zu 18 Kubikmeter oder 113 Barrel Öl wurden freigesetzt.

Die "Schattenflotte" im Fokus der Sanktionen

Die Flora 1 steht auf der Sanktionsliste der EU, weil sie russisches Öl transportiert und dabei „irreguläre und risikoreiche Schiffspraktiken“ anwendet. Diese Sanktionen richten sich gegen die sogenannte "Schattenflotte", die als Reaktion auf die von den G7-Demokratien verhängte Preisobergrenze für russisches Öl entstanden ist. Ziel ist es, die Einnahmen zu begrenzen, die Russlands Invasion in der Ukraine finanzieren.

Die Preisobergrenze wird durch das Verbot von Versicherungs- und Reedereien durchgesetzt, Öl über dem festgelegten Preis zu handhaben. Die "Schattenflotte" besteht aus älteren Tankern, deren Eigentümer und Versicherungen in Ländern ansässig sind, die die Preisobergrenze nicht beachten. Die schwedische Regierung sieht den Vorfall mit großer Besorgnis. Schwedens Zivilschutzminister Carl-Oskar Bohlin kommentierte auf X: „Die russische Schattenflotte, die aus älteren, unzureichend versicherten Tankern besteht, die Sanktionen umgehen, stellt eine erhebliche Sicherheits- und Umweltbedrohung dar.“

Flora 1: Ein Fallbeispiel für riskante Praktiken

Das Alter der Schiffe und das Fehlen westlicher Versicherungen haben Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der Kostenübernahme bei Ölunfällen aufgeworfen. Unsichere Praktiken können das Abschalten des automatischen Ortungssystems umfassen, das die Position eines Schiffes an andere Schiffe übermittelt. Auch Schiff-zu-Schiff-Transfers können dazu dienen, die Herkunft einer Ölladung zu verschleiern.

Die Flora 1 war Ende 2025 im Besitz einer Hongkonger Firma und wurde laut ukrainischer Regierung auch von Großbritannien, Kanada, Australien, der Schweiz und Neuseeland sanktioniert. Sie hat ihren Namen sechsmal und ihr Flaggenland neunmal gewechselt. Beobachtungen zufolge wurde ihr automatisches Ortungssystem abgeschaltet und sie war an Schiff-zu-Schiff-Transfers beteiligt. Sanktionen verbieten jegliche Transaktionen mit den genannten Schiffen.

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